Wie ist das Leben als Orthopädietechniker, Herr Pustal?

Orthopädiemechanikermeister Gunnar Pustal arbeitet mit neuester Technologie: der 3-D-Scanner ersetzt den Gipsabdruck. Mit ihm können jegliche Körperteile abscannt werden. Aus den so gewonnenen Daten entsteht am PC ein passgenaues Modell.
Kraftsdorf: orthopädietechniker | „Dieses Handwerk hat sich enorm gewandelt – salopp gesagt vom ‚Holzbeinschnitzer’ zur Hightechbranche.“

Hintergrund:
Wo? Duale Ausbildung, Theorie in den Staatl. Gewerblich-Technischen Berufsbildenden Schulen Gotha, Praxis in einem Ausbildungsbetrieb

Was?
Fertigung von medizinisch-technischen Konstruktionen wie Prothesen, Orthesen, Bandagen und individueller Rehabilitationsmittel mittels moderner Fertigungsverfahren für körperlich behinderte Menschen; Werkstoffkunde, Biomechanik, Anatomie, Pathologie

Wie lange?
Dreieinhalb Jahre

Voraussetzungen:
Gesetzlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, günstiger Weise aber ein Realschulabschluss;
Gute und schnelle Auffassungsgabe, handwerkliches Geschick, technisches Interesse, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen im Umgang mit Menschen, Teamfähigkeit

Vita Gunnar Pustal (31 Jahre)
Realschulabschluss, 3 ½ Jahre Ausbildung an Berufsschule Gotha und im Waldkrankenhaus Rudolf-Elle Eisenberg, nach Abschluss im Sanitätshaus Carqueville in Töppeln als Orthopädietechniker tätig, 2007 bis 2011 Meisterschule in Stuttgart und Gera, als Orthopädiemechanikermeister seit zwei Jahren Leiter der Orthopädietechnik im Sanitätshaus Carqueville

„Orthopädietechnikers ist ein moderner Beruf, sehr abwechslungsreich und vielseitig. Das macht ihn so spannend. Man ist einerseits Handwerker, andererseits stets in engem Kontakt mit Menschen jeden Alters – vom Patienten und seinen Angehörigen über Ärzte und Therapeuten.

Es ist ein Handwerksberuf, der sich in rasantem Wandel befindet: zur Hightechbranche. Hier vereint sich traditionelles handwerkliches Können mit Hochtechnologie“, umschreibt es Gunnar Pustal. Der ‚Gipsraum’ wandert zunehmend in den Computer. Dank neuester Technologien, Fertigungssysteme und Hightech-Materialien geht heute vieles schneller und präziser. Die 3-D-Technik hat längst Einzug gehalten.

Was sich nicht ändert, ist der Patient – jeder hat seine eigene Persönlichkeit, auf die man sich einstellen muss. Als Orthopädietechniker hat man mit Behinderungen von Kopf bis Fuß zu tun, für die man ganz individuell das günstigste Hilfsmittel als Ausgleich zum Handikap geschaffen möchte.
„Wer diesen Beruf ergreifen möchte, sollte sich bewusst sein, stets ganz nah am Leid des Patienten (und seiner Angehörigen) zu sein und weit in seine Intimsphäre einzudringen.
Das bedeutet ein hohes Maß an psychologischem Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Andererseits ist es ein riesiges Glücksgefühl, wenn man mit seinem maßgeschneiderten Hilfsmittel spürbar helfen und ein großes Stück Lebensqualität schenken kann – und dabei die Dankbarkeit spürt, die vom Patienten zurück kommt, so der Orthopädiemechanikermeister“, für den dieser Beruf Erfüllung bedeutet.
Jeder Orthopädietechniker kann sich spezialisieren, das Feld ist breit. Ob in der Prothetik oder Orthetik, ob im Kinder- oder Erwachsenenbereich – vieles ist möglich. Ständige Weiterbildungen gehören dazu.
Der Beruf bedeutet aber auch eine sehr hohe Jobgarantie. Fachleute sind äußerst gefragt. Die demografische Entwicklung, das Älterwerden der Menschen und ihr Wunsch, lange mobil und aktiv zu bleiben, spielen diesem Berufsbild positiv in die Hände und ermöglicht echte Chancen auf dem Markt.
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