100 Jahre Fußball Klengel-Serba: Hamburg ahoi mit Empor-Elf

Serba: Schwemmberg | Das Wiedersehen der beiden Männer war ausgesprochen herzlich. Auch wenn sie quasi nur einen Katzensprung weit auseinander wohnen, sehen sie sich aus Mobilitätsgründen nur noch sehr selten: Siegmund Schulhauser vom Trotz, nur Siggi genannt, und Horst Walther aus Hainspitz.

Da kam die neugierige „Holzlandbotin“ ja mal genau richtig, denn sie hatte spitzgekriegt, dass sie lange Zeit gemeinsam Fußball beim damaligen Empor Klengel-Serba (heute SV) spielten und darüber hinaus befreundet waren. Und auf der Suche nach einer Geschichte zum 100-järigen Fußballjubiläum, das in Klengel-Serba gerade gefeiert wird, stupste mich Vereinschef Rüdiger Martin auf einen einstigen Höhepunkt: den nationalen Vergleichskampf mit Hin- und Rückspiel gegen den Eppendorfer Sportverein Hamburg, der Pfingsten 1952 auf dem heimischen Schwemmberg und 1953 in Hamburg ausgetragen wurde. Da gibt es doch bestimmt noch ehemalige Mitspieler, dachte ich mir. Und richtig, der 80-jährige Siggi und der 85-jährige Horst, die beiden einzigen – damals 21 und 26 Jahre jung.

„Der Horst war ein sehr guter Spieler, den wollte der Jenaer Club damals abwerben“, erinnert sich Siggi Schulhauser. „Aber er war richtig heimatverbunden und blieb bei uns.“

Auch wenn die beiden schon ein halbes Leben lang keine aktiven Fußballer mehr sind, ihre Leidenschaft für diesen Sport haben die beiden nie aufgegeben. Sofort schwelgen sie in Erinnerungen…

Ja – und wie war das nun mit Hamburg? Die Begegnung war einem Jugendfreund eines Empor-Fußballers zu verdanken, der in Hamburg lebte. Er ließ seine Kontakte spielen und organisierte den Vergleich. Siggi trat vom Heimspiel freiwillig für einen Fußballkumpel - Kurt Henning – zurück, für den es sein Abschiedsspiel war. Die Empor-Elf verlor 2:1. Ein Jahr später beim Rückspiel war er dabei. Große Aufregung für alle. Keiner war zuvor „drüben“ und total gespannt.

„Die wollten uns erst gar nicht reinlassen, fast alle Jungs hatten bei der Kontrolle ein falsches Einreisedatum in ihrem Ausweis… Auch im Zug strenge Kontrolle. Zwei – unter ihnen Siggi Schulhauser – wurden bis auf die Unterhose gefilzt. „Mein Versteck, in dem ich etwas Geld hatte, fanden sie trotzdem nicht“, schmunzelt er und tippt aus seine Schulter. „In den Schulterklappen eingenäht…“.
Untergebracht und verköstigt wurden die Spieler privat in Familien. „Wir wurden sehr freundlich aufgenommen“. Und auch wenn das Spiel mit 5: 1 verloren wurde, Spaß hatten die Jungs allemal. Auch etwas Zeit für Hamburg – den Tiergarten Hagenbeck, den Michel, eine Hafenrundfahrt und ein lustiger Kneipenabend, in dem der Wirt einmaligen Umsatz machte…

„Es war schon beeindruckend für uns“. Heute interessieren sie sich immer noch für jedweden Fußball: auf dem Schwemmberg, lesen die Berichte in den Zeitungen und schauen natürlich fern. Ärgern sich über Entscheidungen der Trainerin unserer Frauennationalmannschaft bei der WM und hoffen, dass es mit dem Nachwuchs im Heimatort wieder aufwärts geht.
Und vielleicht sind sie auch am 5.8. mit vor Ort, wenn es am Schwemmberg gegen die Traditionsmannschaft des FC Rot Weiß Erfurt geht.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige