Fahrsport: Junge Amazone besiegt Weltelite

Carola Diener gewann die Zweispänner-Weltmeisterschaft in Conty (Frankreich). (Foto: Foto: Ilka Zimmermann)
Schleifreisen: Janismühle | „Wir lagen uns in den Armen und haben geheult“, erzählt Stephanie Diener von ihrem vielleicht bisher emotionalsten Erlebnis im sportlichen Bereich. Es waren pure Freudentränen. Weltmeister! Ihre Tochter Carola holte sich den Weltmeistertitel bei den Zweispännern der Großpferde. Sie konnten es erst gar nicht fassen. „Uns ist fast die Luft weggeblieben, so haben wir von den Zuschauerplätzen mitgefiebert. Eine unbeschreibliche Atmosphäre bei der letzten Prüfung, wo die 23-jährige Carola als letzte an den Start ging.

Stille. Alle Augen auf Carola und ihr Gespann gerichtet. Hoffen und bangen bei der „Mühlensippe“, dass kein Kegel fällt... Die war - von der Oma bis zum Nachwuchs – 1000 km nach Conty in Frankreich zur WM gefahren, um bei diesem großen Ereignis dabei zu sein, Carola anzufeuern.
Der Kegelparcours war der die letzte Disziplin, die Carola nach Dressur und Gelände meisterlich meisterte und vor allem die Nerven behielt. Denn beim Abfahren zuvor ging ein Kegel nach dem anderen zu Boden... „Wir haben uns die Hände vor die Augen gehalten…“
Doch als es drauf ankam, klappte alles wie am Schnürchen. Carola blieb ganz cool“, erzählt Mutter Stephanie. Und gleich nachdem sie durch war, wurde das Ergebnis verkündet – plötzlich brach Jubel aus, die Menschen applaudierten. Eine Sensation! Da war es, dieses unglaubliche Gefühl. Nein – kein Traum, Realität. Die Tränen rollten mehrfach – gleich nach dem Wettkampf in den Armen ihrer Familie und als die eigene Nationalhymne bei der Siegerehrung erklang und sie oben auf dem Treppchen stand. In der Einzelwertung als Weltbeste und mit dem Deutschen Team (Sebastian Warneck und Reinhard Burggraf ) wurde sie WM-Zweiter.

Auf die obligatorische Frage, wie man sich so als Weltmeisterin fühlt, antwortet Carola ganz bescheiden: „Ziemlich gut. Man kann es eigentlich gar nicht richtig glauben und muss es sich stets erneut ins Gedächtnis rufen. Immer wenn man Glückwünsche und Gratulationen entgegen nimmt, wird es wieder real.“
Die Nachwuchsfahrerin aus Hermsdorf, die in Lähden beim besten deutschen Vierspännerfahrer Christoph Sandmann als Stallmeisterin arbeitet, wurde bei der Dressur Erste mit einer souveränen, perfekten Vorstellung. PS: Mutter Stephanie fuhr dort als Beifahrerin mit. Im Gelände lief es für Caro nicht so glatt, sie holte Platz 12.
„Es war eine echte Schlammschlacht. Dauerregen hatte den Hindernisparcours komplett aufgeweicht und machte das Rennen für Pferde und Fahrer zum Höllentripp. Dennoch behielt sie die Führung und machte schließlich beim Kegelfahren alles klar.

Wer hätte das geahnt, als Carola ihre Chancen nach der erfolgreichen WM-Qualifizierung so nutzen würde! Die allein war schon eine Sensation, weil die junge Amazone bei allen drei Sichtungsturnieren die gesamte deutsche Elite hinter sich ließ… Damals schätzte sie ihre Chance bei der WM sehr realistisch ein: unter die besten Fünf kommen, das wäre drin. Ein Platz auf dem Treppchen natürlich klasse. Dass die Amazone, die ihre erste internationale Saison fuhr, gleich ganz oben landete und Gold einsammelte – einfach riesig. Es waren die Besten aus elf Nationen am Start – 69 Sportler insgesamt. Glückwunsch!

Klar – dass die ganze Familie erstmal tüchtig feierte. „Es herrschte eine tolle Atmosphäre in Conty, man redete zusammen, feierte zusammen – egal ob Franzose, Argentinier oder Amerikaner…“, beschreibt Stephanie Diener ihre Eindrücke.
Und was kommt nun? „Eine gute Frage – aber – echt keine Ahnung. Erstmal setzen lassen lassen..“, meint die Weltmeisterin.
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