Rasante Hatz auf falsche Hasen

Die Kurzefamilie: Volker mit seinen Greyhounds Noell, Prisma, Urania und Mona. (Foto: Fotos: Schaffer)
  Hermsdorf: Hundesport | Von Wilhelm Schaffer

In Hermsdorf gibt es Windhunde, das ist bekannt. Darunter die schnellsten und schönsten Hündinnen in Deutschland: Monika und Volker Kurzes Greyhounds Noell und Prisma.
Das ist sensationell. Stolz zeigt Volker Kurze die jüngste Siegerurkunde vom Großen Preis von Niedersachsen, den Prisma Anfang August in Hildesheim ersprintete. „Dabei hatte sie sich erst im Mai beim Rennen in Eilenburg über die kurze Distanz von 280 Metern schwer verletzt. Muskelabriss. Beim Rennen durch die Kurve mit über 60 Stundenkilometern treten enorme Muskelbeanspruchungen auf. Wir dachten, ihre Karriere sei damit gelaufen. Doch mit Schonung, Monikas homöopathischen Behandlungen, Aufbaumineralien und behutsamem Aufbautraining hat sie es überstanden und ist wieder absolut in Form. Da geht was los, wenn sie sich in der Meute auf den ‚Hasen‘ stürzt“, ist Volker Kurze, einst selbst DDR-Meister im Autoturniersport, Formel 3-Rennfahrer und Langstreckenläufer, ganz begeistert.

Prisma zählt zu den schnellsten Sprinterinnen der Welt. Vier Jahre alt, gewann sie in knapp drei Wettkampfjahren mit 17 Siegen über die Hälfte ihrer Rennen. Noell dagegen gilt als „Spätstarterin“, das prädestiniert sie für die längere 480 Meter Strecke. Aber auch sie würde dem Hermsdorfer Robert Hering, einem der schnellsten deutschen Sprinter, über 200 m locker 80, 90 m abnehmen. Die Sechsjährige gewann von 50 Rennen sage und schreibe 31 und bereits zweimal, 2009 und 2010, die „Königsklasse“, die Championsleague der Windhunde. Sie vereint Schnelligkeit und Schönheit gleichermaßen, so daß sie die Jury auch zum Deutschen Schönheitschampion kürte.

„Wir hielten ja jahrelang ebenso siegreiche Sloughis und trugen uns vor sieben Jahren mit dem Gedanken, den Hundesport an den Nagel zu hängen, um öfter mal in unserem Haus in Ungarn auszuspannen. Doch dort gab es gleich nebenan eine Hunderennbahn. Das haben wir nicht verkraftet und doch wieder, diesmal mit den schnellsten Hunden der Welt, den englischen Greyhounds, die einst die Kelten als Jagdhunde mit auf die Insel brachten, neu begonnen. Mit unserer ersten Hündin Mona Lisa hatten wir Pech. Bei ihrem dritten Rennen wurde sie in der Kurve gerempelt, überschlug sich und brach sich das Knie. Sie gehört aber natürlich noch zur Familie. Wie der hoffnungsvolle Nachwuchs Urania. Im September geboren, darf sie mit 18 Monaten dann im nächsten Frühjahr starten. Bis dahin muss sie noch lernen: alleine zu laufen, mit anderen Hunden das Ziel, den ‚falschen Hasen‘ zu verfolgen und nicht aus dem Auge zu lassen. Nur dann besteht sie die strenge Prüfung des Deutschen Windhund Zucht- und Rasseverband. Dazu natürlich trainieren. Praktisch jeden Tag. Ausdauer, schön gleichmäßig neben dem Fahrrad oder in wechselndem Tempo beim Joggen. Schnelligkeit bei uns im Garten, dreimal 120 Meter Hatz bergan nach dem Hasen. Der Hundetraum, die Wettkampfbegeisterung allgemein, lässt uns eben nicht los, hält aber fit“, erzählt Monika Kurze, Trainerin und „Frauchen“ der Erfolge, die neue Hundegeschichte.
Prisma kann übrigens noch die Championsleague gewinnen. Es fehlen ihr noch zwei Siege. Dazu Hals- und Beinbruch, und dass die Muskeln halten.
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