Rollis unterm Korb: TuS-Schmölln richtet deutschlandweites Rollstuhl-Basketballturnier aus

Training in der Ostthüringenhalle: Die Basketballer vom TuS Schmölln Mandy Wünsch, Andreas Schmidt und Enrico Oeser (im Rolli) mit Trainerin Angelika Wenzel.
 
Die Rollstuhlbasketballer des TuS Schmölln beim Mittwochstraining in der Ostthüringenhalle.

Schmölln. Mittwochabend beim Training in der Ostthüringenhalle Schmölln. Es geht mit ganzer Energie zur Sache. Da wird geblockt, gedeckt, gedribbelt und wenn der Ball mal nicht im Korb landet, auch schon mal geflucht… Schnelligkeit, Wenigkeit und Technik sind bemerkenswert. Die Rollstuhlbasketballer des TuS Schmölln schenken sich nichts. Sie trainieren gerade für ihr großes Sportmeeting am 7. und 8. September in der Ostthüringenhalle: das 17. Rollstuhl-Basketballturnier ihres Vereins. In dessen Rahmen wird hier erstmals der Meyra-Cup ausgetragen, Deutschlands größte Breitensport-Turnierserie, für die zehn aktive Teams gemeldet sind. Außerdem kämpfen vier Volkssportmannschaften – darunter der TuS Schmölln als Gastgeber – um die besten Plätze. „Sie sind sehr ehrgeizig – wie jeder andere Sportler auch, haben jede Menge Kampfgeist“, schmunzelt TuS-Trainerin
Angelika Wenzel, ehe sie sich einen Rollstuhl schnappt und mittrainiert.

„Natürlich war das am Anfang eine komplette Umstellung für mich, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran, mit Rollstuhl, Ball und der anderen Wurfdistanz zum Korb umzugehen. Man braucht ganz schön Kraft in den Armen, insbesondere beim Abbremsen und dem schnellen Anrollen. Da bleibt der Muskelkater bis heute nicht aus“, erzählt sie in der Pause. Die einzige junge Frau im Sportteam, Mandy Wünsch, steht mit beiden Beinen fest im Leben. Ohne Rollstuhl. Auf die Frage, warum sie als gesunder Mensch gerade Rollstuhlbasketball spielt, schmunzelt die 20-jährige, die gern Psychologie studieren möchte. „Ich komme aus der Leichtathletik, habe aber bei den Rolliturnieren in Schmölln mit geholfen – und war begeistert. Ich finde den Sport spannend und sah es als Herausforderung für mich. Warum also nicht mittrainieren! Berührungsängste habe ich nicht. Es macht einfach Spaß.“ Kein Wunder also, dass die junge Frau bei den Herren vor knapp einem Jahr mit offenen Armen aufgenommen wurde.
Für die „Nr. 7“ – Stephan Neubert - ist der Sport ein wichtiger Bestandteil im Leben. Vor und mit der Zeit im Rollstuhl. „Er erhöht die Lebensqualität, man findet Selbstbestätigung und fühlt sich im Kreise Gleichgesinnter nicht zurückgesetzt. Und es macht Spaß, natürlich“, erzählt er. Sonst würde der 56-jährige den weiten Weg von 57 km von Bockau (bei Aue) nach Schmölln zum Training kaum auf sich nehmen. Seit zweieinhalb Jahren trainiert Stephan Neubert beim TuS in Schmölln – dank Paul Laue, dem ehemaligen Vorsitzenden des Deutschen Rollstuhlsportverbandes, der den Rollstuhlbasketball in seiner Heimatstadt Schmölln aufgebaut hat. „In meiner Zeit als Rollstuhlbasketballer in Zwickau habe ich ihn kennen und schätzen gelernt. Er brachte mich hierher. Die aktive Punktspielzeit für Zwickau war für mich vorbei, man wird ja nicht jünger. Aber nicht der Sport als solcher.“
Das Schmöllner Team möchte natürlich die Glanzleistung vom letzten Jahr beim Turnier am Wochenende wiederholen – und das heißt nichts anderes, als den Sieg zu verteidigen. Freuen würden sich die TuS-Basketballer über ein großes, sportbegeistertes Publikum, das sie anfeuert. „Leider ist das Interesse erfahrungsgemäß eher dürftig. Das ist schade. Denn Rollstuhlbasketball ist ein spannender, dynamischer Sport, bei dem es garantiert nicht langweilig wird“, so Angelika Wenzel. Also – reinschauen!

Das Turnier beginnt am Sonnabend 9.30 und Sonntag 9 Uhr mit den ersten Spielen der aktiven Mannschaften. Die Volkssportteams treten am Samstag gegeneinander an, die ersten Spiele für sie sind 12.15 Uhr angesetzt. Gespielt wird in zwei Gruppen. Das Finale findet am Sonntag 14.15 Uhr statt.

Ansetzungen:
Spieltag 7. September
9.30 Uhr
Gruppe A: Oettinger Team II - olling Lions Dresden
Gruppe B: Rollis Zwickau II -Rollers Cottbus
10.15 Uhr
Gruppe A: TTL Bamberg - Jena Caputs II
Gruppe B: DJK Rosenheim - Niners Chemnitz I
11 Uhr
Gruppe A: Oettinger Team II - Rollis Haßfurt
Gruppe B: Rollis Zwickau II - Rising Tigers Leipzig
11.45 Uhr
Präsentation
12.15 Uhr Volkssportteams)
Gruppe A: TuS Schmölln - Team Niners Chemnitz II
Gruppe B: TG Sangerhausen/Leipzig - Auer Rollis
13 Uhr
Gruppe A: Jena CaputsII - Rollis Haßfurt
Gruppe B: Niners Chemnitz I - Rising Tigers Leipzig
13.45 Uhr
Gruppe A: Rolling Lions Dresden - TTL Bamberg
Gruppe B: Rollers Cottbus - DJK Rosenheim
14.30 Uhr
Gruppe A: Oettinger Tam II - Jena Caputs II
Gruppe B: Rollis Zwickau II - Niners Chemnitz I
15.15 Uhr (Volkssportteams)
Gruppe A: TuS Schmölln - TG Sangerhausen/Leipzig
Gruppe B: Auer Rollis - Niners Chemnitz II
16 Uhr
Gruppe A: Rolling Lions Dresden - Rollis Haßfurt
Gruppe B: Rollis Zwickau II - Niners Chemnitz I
16.45 Uhr (Volkssportteams)
Gruppe A: TuS Schmölln - Auer Rollis
Gruppe B: TG Sangerhausen/Leipzig - Niners Chemnitz II

Spieltag 8. September
9 Uhr
Gruppe A: Oettinger Team II - TTL Bamberg
Gruppe B: Rollis Zwickau II - DJK Rosenheim
9.45 Uhr
Gruppe A: Rolling Lions Dresden - Jena Caputs II
Gruppe B: Rollers Cottbus - Niners Chemnitz I
10.30 Uhr
Gruppe A: TTL Bamberg - Rollis Haßfurt
Gruppe B: DJK Rosenheim - Rising Tigers Leipzig
11.15 Uhr Shoot-Out-Wettbewerb
12 Uhr Zwischenrunde
12.45 und 13 Uhr Platzierungsspiele
14.15 Uhr Finale
15.30 Uhr Siegerehrung
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