Buntes Fest in Erstaufnahmestelle und Friedensgebet in Eisenberg

Ein fröhliches Fest in der Erstaufnahmestelle Eisenberg - Der Verein "Akzeptanz" aus Gera und der Runde Tisch Gera organisieren einen Nachmittag der Freude für Flüchtlingskinder
 
Besucher des Friedensgebetes in der Eisenberger Stadtkirche St. Peter entzünden Kerzen für ein friedliches Eisenberg
Eisenberg: Landesaufnahmestelle | "Wir wollen den Kindern und Flüchtlingen in der Erstaufnahmestelle die Angst nehmen, wenn fremdenfeindliche Parolen vor der Einrichtung erschallen sollten", so Claudia Poser-Ben Kahla von den Organisatoren der Aktion am letzten Montag in Eisenberg.

Den Gegendemonstranten war es letztlich zu verdanken, dass die Thügida-Anhänger nicht bis zur Erstaufnahmestelle vordringen konnten.
Etwa 30 engagierte Geraer waren dem Aufruf des neu gegründeten Vereins "Akzeptanz" und den Mitgliedern der Runden Tisches für Toleranz und Menschlichkeit gefolgt und hatten jede Menge Aktionen für die Kinder und jungen Leute in der Einrichtung vorbereitet.

Etwa 150 der untergebrachten Flüchtlinge und Asylbewerber freuten sich über die gelungene Abwechslung an diesem sonnigen Nachmittag. Doch besonders die Kinder waren kaum zu bremsen und wollten überall dabei sein. Bobby-Car-Fahren für die Kleinsten und ein Rollerwettbewerb mit kleinen Preisen für die Sieger waren stets umlagert.

Seifenblasen, Luftballons, Malen und Schminken u.a. mit Marco Schaub und Claudia Albrecht haben viel Freude auf die kleinen Gesichter gezaubert.

Von allen Seiten ertönte ein "Danke, Thank You", ein schönes Gefühl für die Beteiligten, wirklich geholfen zu haben. Bis weit nach 20 Uhr ertönte Musik aus der vom evangelischen Jugendhaus Shalom mitgebrachten Musikanlage. Viele junge Männer unterschiedlicher Nationalitäten tanzten dazu im Kreis.
Ingo Lippert (SPD), Bürgermeister von Eisenberg und Birgit Klaubert (Die Linke), Thüringens Ministerin für Bildung, Jugend und Sport unterstützten die Aktion vor Ort. Auch der Thüringer Migrationsminister Dieter Lauinger (Bündnis 90/Die Grünen) ließ es sich nicht nehmen, sich persönlich bei den Organisatoren zu bedanken.

"Gerade an so einem Tag ist es wichtig, dass die Politik da ist, bei den Menschen", sagte er. Er habe gemerkt, dass es deutlich mehr Menschen gibt, die sich engagieren, als solche, die auf die Straße gehen und schreien. Leider werde das oft in den Medien nicht so deutlich sichtbar. In Bezug auf eine Außenstelle für die Erstaufnahmeeinrichtung in Gera-Liebschwitz würdigte er ausdrücklich die Bereitschaft der Anwohner, sich für 150 Asylbewerber engagieren zu wollen. "Aus dem anfänglichen 'NEIN' und dem 'NUR 150' ist inzwischen ein 'Wir wollen 150' geworden, das klingt vielversprechend", betonte Lauinger.

Während etwa 500 Menschen, darunter 100 Asylbewerber, unter Leitung von Stadtjugendpfarrer Lothar König Richtung Innenstadt liefen und den Thügida-Demonstranten den Zugang zur Erstaufnahmestelle blockierten, fand zeitgleich in der Stadtkirche St. Peter in Eisenberg ein Friedensgebet statt. Regionalbischof der Evangelischen Landeskirche Diethard Kamm ging ein Stück des Weges der Gegendemonstration mit und freute sich anschließend, dass so viele Eisenberger zum Friedensgebet gekommen waren.

Kamm besuchte vergangene Woche gemeinsam mit der Diakonie die Erstaufnahmestelle in Eisenberg, um sich über die Lebensbedingungen der Asylsuchenden zu informieren. Er betonte, dass an einer menschenwürdigen Aufnahme für Menschen, die aus Angst und um ihr Leben fliehen, kein Weg vorbei führe. Während des Friedensgebetes wurden von den Besuchern Lichter entzündet, für die Menschen in der Erstaufnahmestelle und für ein friedliches Eisenberg an diesem Abend gebetet.
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