Und wenn wir einmal beim Thema sind... Uwe Steimle bringt Oberhof zum Beben

Der Kabarettist Uwe Steimle hat ein fundamentales Wissen über Menschen und geschichtliche Hindergründe. Foto: Andreas Abendroth
Oberhof: Haus des Gastes | Keiner kam ungeschoren davon

Uwe Steimle begeisterte Oberhofer Gäste

Von Andreas Abendroth

Die Kabarettbesucher kamen aus allen Himmelsrichtungen des Freistaates in das "Haus des Gastes" nach Oberhof. Doch sie sollten nicht nur den Dresdener Kabarettisten Uwe Steimle hautnah erleben.
Bereits im Vorprogramm heizten Jodelkönigin Petra Hoffmann und Veranstalter Klaus Härtl dem Publikum richtig ein. Natürlich mit Volksmusik vom Rennsteig.

Dann kam er: Uwe Steimle, ein Kabarettist der für Authentizität und Durchblick steht. Er nahm sein Publikum mit auf eine besondere Reise durch Kulturkreise, über Kontinente, durch die Politik. Kein Thema wurde ausgelassen, alles wurde auf die sprichwörtliche Schippe genommen, genauestens analysiert.
Mit viel Humor nahm es Steimle auch, als das Headset-Mikrofon streikte: "Das Handmikrofon sei eine Keule und er fühle sich gleich wie ein Schlagersänger." Und gleich stimmte er auch noch das Lied an: „Wenn dass der alte Schmückewirt wüsste...“.
Begeistert war Uwe Steimle vom Thüringer Publikum. „Ich bin richtig froh, dass Sie die sächsischen Begriffe verstehen", betonte er.
Im Programm zeigte er aber auch, dass sich ein Sachse auch gut in Thüringen auskennen kann. (Dank seines Großvaters aus Zella-Mehlis)

Im Programm ging er unter anderem auf die Pleiten der vielen Länder ein. „Sie (die Länderregierungen) sollten sie doch den Deutschen überschreiben, wir zahlen doch alles sowieso mit.“
Mit den Worten: „Und wenn wir einmal beim Thema sind" ging es von einem Themengebiet zum nächsten Themengebiet. Er berichtete, dass man an der Nordsee den guten Dresdner Stollen mit der köstlichen Puderzuckerbutterkruste auf der Brotschneidemaschine geschnitten und mit Butter bestrichen hat und dass bei einem Auftritt in Hassfurt ihn eine Frau - 25 Jahre nach der Wende!!! - fragte, ob Thüringen die Landeshauptstadt von Sachsen wäre. Er rechnete dem Publikum vor, dass das Glas Glühwein derzeit 3,50 Euro, also 8 DM oder 28 Ostmarkt kostet. Die Quintessenz: „Früher habe ich dafür meine Monatsmiete bezahlt. Heute werde ich davon nicht einmal besoffen.“

Ganz kritisch ging er auch mit der Geschichte der DDR um. „Es gab genug Unrecht. Besonders, weil die alten Herren in jedem Bürger einen Staatsfeind gesehen und an ihrer Macht festgehalten haben.“ Und heute: „Wird oftmals die vergangene Geschichte auf den jeweiligen neuesten Stand der Lüge gebracht…“, gab er als Denkanstoß dem Publikum mit auf den Weg.
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