Big Party zum Runden - Großbreitenbachs Regelschule wird 100!

Die Schule in Großbreitenbach kurz nach ihrer Fertigstellung um 1912. (Foto: privat)
 
Rückansicht der heutigen Staatlichen Regelschule Großbreitenbach. Links die Verbindung zur Aula. (Foto: privat)
Grossbreitenbach: ... | „Jeder Schüler muss zur rechten Zeit kommen, still und aufrecht in seiner Bank sitzen. Dabei liegen die Hände geschlossen auf dem Tisch, der Rücken ist hinten angelehnt, die Füße werden parallel nebeneinander auf den Boden
gestellt. Sämtliche Kinder schauen dem Lehrer fest ins Auge.“ Über diesen Auszug aus den Schulregeln von 1912 bricht man heute in schallendes
Gelächter aus. Verboten waren damals übrigens auch Spielen, Plaudern, Lachen,
Flüstern, Hin- und Herrücken, heimliches Lesen und neugieriges Herumgaffen.
Die Vorfahren der Lehrer und Schüler an der heutigen Staatlichen Regelschule in Großbreitenbach haben diese Zeiten erlebt. Zurzeit feiert die Schule ihr 100-jähriges Bestehen mit einer Festwoche.
Interessant liest sich auchWeltkrieg: „Es war nicht leicht, die Kinder wieder
an Zucht und Ordnung zu gewöhnen...“ Elternsprecher jener Tage organisierten keine Weihnachtsmärkte auf dem Schulgelände, sondern die Verteilung von Schuhen. Und statt Glühwein und Kuchen gab es „ein einfaches Fischbrötchen“.
„Begonnen hat die Historie der Schultätigkeit in Großbreitenbach bereits
1906“, fördert Geschichtslehrerin Katrin Tischer aus dem Archiv zu Tage. „Und zwar mit zwei Volksschulgebäuden am Markt, im heutigen Rathaus II, mit etwa 650
Schülern.“ Heftiger Streit soll damals im Magistrat um den Standort des neuen Schulgebäudes entbrannt sein. Gegen die Südstraße sprach die schlechte Luft von den Brennhütten. Dann entschied man sich für den jetzigen Standort,
stritt aber um Klassenräume, Außenputz und Beschieferung.
Wer möchte, kann die Vergangenheit Revue passieren lassen. Im Thüringer Wald- und Kreativmuseum zeigt eine Ausstellung Schulgeschichte aus über 100
Jahren mit alten Schulranzen, der berühmten Schiefertafel und Fotos. „Die Großbreitenbacher haben viel zusammen getragen“, resümiert Katrin Tischer. „Erstaunlich, was viele noch zu Hause hatten.“ Zurzeit laufen die
Projekttage in der Schule, in der Bibliothek, im Museum und am Spielplatz an der
Kirche. Schüler probieren sich an Sütterlin, schreiben auf der Schiefertafel oder nehmen an einer Stadtführung teil, wo via Stadtplan nach Details gesucht wird. Trommeln und tanzen sind Inhalt eines Workshops mit dem Ensemble „iThemba“. Heute und morgen stehen Fußball, Wandern und eine Spaßolympiade auf dem Programm.
„Das Festprogramm beginnt am Freitag, 16 Uhr, in der Turnhalle“, lädt Mitorganisatorin Katrin Tischer ein. Der Tag der offenen Tür am Samstag bietet von 10 bis 14 Uhr ein Theaterstück und Mitmachaktionen. Am Abend darf zu Musik von „Synchron“ getanzt werden.

Historie und Profil:
• Innerhalb ihres 100-jährigen Bestehens trug die Schule fünf Namen/
Bezeichnungen.
• Der Bau kostete 180 000 Reichsmark.
• Jahreszahlen: 1945 Nutzung als Lazarett, 1950 wurde die Schulpeisung
eingeführt, 1955 das Zeugnis „mittlere Reife“, 1956 der Schulhort und 1958 die Polytechnische Oberschule. In den 70ern bildeten Betriebe Patenbrigaden.
1962 entstand die Kleinsportanlage, 1963 wurden Kinder aus Nachbargemeinden
aufgenommen. 1991 Grundsanierung, 1997 Einweihung der Aula, im Jahr 2000 Bau der Zwei-Felder-Halle.
• Heute stellt das Schulprofil auf Sport ab, es gibt jährliche alpine Skilager für
die 7. und 8. Klassenstufen.
• Einzugsgebiet: Großbreitenbach, Böhlen, Neustadt, Altenfeld, Möhrenbach, Gehren, Wildespring, Frieders-, Gillers- und Willmersdorf.
• Die Regelschule hat heute 177 Schüler.
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3 Kommentare
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Holger Greilach aus Erfurt | 26.09.2012 | 14:30  
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Holger Greilach aus Erfurt | 26.09.2012 | 15:47  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 30.09.2012 | 16:41  
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