Das Spiel mit den Mustern: Regina Langbein fertigt Quilt und Patchwork-Arbeiten und hat Ufos im Schrank

Die Beschäftigung mit Patchwork ist für Regina Langbein eine Art Meditation. Sie schreibt auch für eigen Entwürfe Arbeitsanleitungen, unter anderem auch für Patchwork-Fachzeitschriften in Deutschland und Österreich.
 
Quilt - Ausstellungsstück
„Meine Hände können nicht ruhen, brauchen immer eine Beschäftigung. So ist das Nähen ohne Nähmaschine für mich ein wunderbarer Zeitvertreib und dabei sehr entspannend“, sagt Regina Langbein und ihre Nadel fährt während des Redens wieder und wieder geschickt durch den Stoff. Ein weiteres, ein Zentimeter großes Hexagon wird so an der neuen Patchworkdecke befestigt. Etwa Tausend sind es schon und lassen Stück für Stück ein schönes Blumenmuster entstehen.

Patchworken ist eine sehr alte textile Kunst, die in früheren Zeiten eher einen praktischen Nutzen hatte. Stoffe waren sehr wertvoll und so wurden aus der Bekleidung immer die Stückchen herausgeschnitten, die noch nutzbar waren – und meist zu Decken zusammengefügt. Auf gestalterische Aspekte kam es dabei nicht an. Erst im 19. Jahrhundert begann die bewusste Anordnung der Muster, die traditionellen Quilts entstanden. „Diese haben mich total begeistert. Für mich ist es ist eine schöne Möglichkeit, liebgewonnenen Kleidungsstücken und Stoffen so ein zweites Leben zu schenken. Dieses Quadrat war ein Kleid von mir und daneben befindet sich Stoff vom Hemd meines Mannes“, erklärt Regina Langbein und streicht mit ihrer Hand sanft über eine Decke. Ganz so, als kann sie damit Erinnerungen spüren. Überhaupt schätzt die Fachfrau alte Männerhemden, da dieser Stoff sich wunderbar verarbeiten lässt. Auch alte Betttücher eignen sich hervorragend. Und haben sie nicht die gewünschte Farbe, dann werden sie von Regina Langbein eben kurzerhand umgefärbt. So schmücken einfarbige und farbenfrohe Tischdecken, Kissenhüllen, Ordnerhüllen oder große Decken in Patchwork-Optik das Haus in Crawinkel.

Vor mehr als 30 Jahren lernte Regina Langbein während einer Ausbildung als Zirkelleiterin für künstlerische Textilgestaltung Patchwork kennen – und war sofort begeistert. Als erstes fertigte sie eine farbenfrohe Krabbeldecke für ihren Sohn, der heute schon lange erwachsen ist. Die Decke liegt noch immer gut verwahrt im Schrank. „Die Ansprüche an meine Arbeiten wurden mit der Zeit immer größer. Autodidaktisch bildete ich mich stetig weiter, kaufte Berge von Büchern und Zeitschriften und entwickelte daraus meine eigenen Ideen. Sehe ich heute zum Beispiel ein schönes Parkettmuster, so denke ich schon textil – stelle mir vor, wie diese Anordnung mit meinen Stoffen aussehen könnte.“

Um ihr Wissen weiterzugeben, ist sie seit 2005 ausschließlich als Kursleiterin in Thüringen tätig. “Seit dem habe ich schon viele Frauen mit dem „Patchwork-Virus“ infiziert“, sagt sie schmunzelnd. Der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten ist ihr aber auch sehr wichtig – sie gründet 2008 die Gruppe „QuilThuer“. Einmal im Monat trifft sie sich mit den Frauen aus Weimar, Erfurt , Bad Berka, Jena oder Suhl zu einem künstlerischen Projekttag, an dem richtig gearbeitet wird. Natürlich kommt bei verschiedenen Arbeiten auch die Nähmaschine zum Einsatz. Dabei sind stets eigene Ideen und viel Kreativität gefragt. Oft bedarf es im Vorfeld Skizzen, bevor die Stoffe zugeschnitten werden können.

Da viele ihrer Patchwork-Arbeiten sehr aufwändig sind, landet so manches kurzzeitig auch schon einmal als Ufo – unfertiges Objekt- für eine gewisse Zeit im Schrank. Um dann zu einem späteren Zeitpunkt fertiggestellt zu werden. „ Bisher habe ich 150 klein- und großformatige Quilts angefertigt, die sich in meinem Besitz befinden oder die ich an Privatpersonen oder Einrichtungen abgegeben habe.“ Demnächst kommt Nummer 151 dazu, um 20 Hexagons ist die Decke bereits schon wieder gewachsen.

Ausstellung im Schloss:
-Viele Arbeiten von Regina Langbein wurden schon auf unterschiedlichen Ausstellungen in Erfurt, Arnstadt, Coburg oder Schleusingen gezeigt.
- Bis zum 1. Advent sind ihre künstlerisch hochwertigen Patchwork-Arbeiten in einer Sonderausstellung auf Schloss Elgersburg zu sehen.
- Treffend beschreibt sie die Ausstellung: „Meine Lieblingsfarbe ist bunt. Die Erwartungen an das Ergebnis machen meine Arbeiten spannend, von der Idee bis zum letzten Stich. Zeit spielt dabei keine Rolle.“
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4 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 29.10.2014 | 17:27  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 03.11.2014 | 20:32  
Ines Heyer aus Saalfeld | 04.11.2014 | 13:40  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 05.11.2014 | 21:33  
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