Die Natur-Bund-Jugend vom Großen Teich

Ilmenau: ... | Seit Juni gibt es in der Universitätsstadt eine Ortsgruppe der Naturschutz-
Jugend (NAJU). Angenehmer Effekt: Eltern älterer Kinder fragen: „Könnte man nicht auch eine solche Ortsgruppe für Kinder ab 13 Jahren bilden?“
Seitdem wissen die drei Gründungsinitiatoren Gesine Hoffmann, Susanne Stuhl
und Lars Schneider, dass sie mit ihrer Initiative auf dem richtigen Weg sind. Seit fast zwei Monaten hatten sie mit „Schnupperkursen“ für naturbegeisterte
oder wenigstens naturinteressierte Kinder von sechs bis zwölf Jahren getestet,
ob sich die Gründung einer neuen NAJU-Ortsgruppe lohnt. Dazu gehörten drei
Treffen am Großen Teich in Ilmenau. Dort wurden Bienen beobachtet und deren blumige Vorlieben erkundet. Auch existiert bereits ein Kräuter- und Bienengarten.
Zur Gründung der Ortsgruppe erhalten zwölf junge Mitglieder von Daniel Werner, Jugendbildungsreferent der NAJU Thüringen, ein Mini-Buch „Unsere Vögel“. Als vom NABU-Kreisvorstand Wolfgang Liebaug als Gründungsgeschenk
noch ein Spektiv – ein monokulares Fernrohr – mit Stativ hinzu kommt, ist unter den NAJU-Kindern kein Halten mehr.
Ohne Umschweife geht es an den Teich zur Wasservögelbeobachtung.
Wenige Meter weiter hat Bernd Prüger aus Langewiesen zwei mobile Bienenkästen aufgebaut, die er den Kindern erklärt: „In jedem Kasten wohnen bis zu 60.000 Bienen und eine Königin, die täglich 2000 Eier ablegt. Die Bienen produzieren bis zu drei Kilogramm Honig pro Tag“. Prüger erklärt, warum
Imker meist helle Kleidung tragen: „Früher im Wald wollten die Bären mit ihrem dunklen Fell den Honig rauben, die Bienen verteidigten ihre Brut und stachen zu. Seit diesem Zeitpunkt reagieren sie aggressiv auf dunkle Kleidung. Bei heller Kleidung sind die nützlichen Tiere wesentlich entspannter“.
Die drei gleichberechtigten Leiter der neuen NAJU-Ortsgruppe, Hoffmann, Stuhl
und Schneider, haben schon die nächsten Treffen im Blick. Diese finden im vierzehntägigen Rhythmus donnerstags, 15.30 Uhr, im Schülerfreizeitzentrum
statt. Auch die nächsten Projekte sind schon geplant. Eines beschäftigt sich mit einer kleinen Kartei einheimischer Wildpflanzen. Gesine Hoffmann:
„Im großen Bestimmungsbuch sind nicht alle vertreten. Also bestimmen jetzt die Kinder selbst".

Hintergrund:
• Der Naturschutzbund im Ilm-Kreis umfasst sechs Ortsgruppen: Gehlberg,
Gehren, Plaue, Arnstadt, Ilmenau und Stadtilm. Er hat derzeit rund 210 Mitglieder. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem der Amphibienschutz an
den Straßen. Derzeit sind mobile Schutzzäune auf 5 km Länge täglich morgens
und abends zu betreuen.
• In Thüringen gibt es derzeit 20 NAJUOrtsgruppen mit jeweils 10 bis 15 Mitgliedern. Die Mitgliedschaft ist bis zu einem Alter von 27 Jahren möglich. Die Vereinsarbeit ist objektbezogen, wie die Pflege von Streuobstwiesen, die Unterstützung der Mauersegler bei der Brut oder die Teilnahme an Demonstrationen.
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Hannelore Grünler aus Artern | 22.06.2012 | 03:38  
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