Dreißig Jahre Spezialklassen der Goetheschule Ilmenau - zwischen Rechenstab und Laptop

Daumen hoch für die Goetheschule: v.l. Tankred Schipanski, Annette Schavan und Uni-Rektor Peter Scharff.
  Ilmenau: ... | „Am Anfang war die Idee mit den Spezialklassen nur ein Konzept, von dem
niemand wusste, ob es aufgehen würde. Heute kommt die Bundesministerin für Bildung und Forschung, um ihre Referenz zu erweisen“. – Mit Lob für die Goetheschule sparte Prof. Peter Scharff, Rektor der Technischen Universität Ilmenau, am Freitag nicht. Für das 30-jährige Jubiläum der Spezialklassen an dem renommierten Gymnasium stellte er sein Haus zur Verfügung.
Unter den Gästen Bundesministerin Prof. Annette Schavan. Stets an ihrer Seite
der sichtlich stolze Schulleiter Volker Rusch und Bundestagsabgeordneter
Tankred Schipanski.
„Wir haben große Probleme mit den Defiziten unserer Erstsemester“, beklagt Rektor Scharff in seinem Grußwort und berichtet, dass vor dem eigentlichen Semesterbeginn erst einige Wochen zusätzlicher Mathematikunterricht erteilt werden müsse. Und fügt hinzu: „Den brauchen Goetheschüler nicht!“
Die Goetheschule ist in der Tat etwas Besonderes. 1981 wurde die erste Klasse
mit Spezialausrichtung in Mathematik, Technik und naturwissenschaftlichen
Fächern eingerichtet. Die gab es zu diesem Zeitpunkt bereits in Jena, Frankfurt/Oder und Kleinmachnow. „Die Goetheschule wurde ausgewählt,
weil sie durch die Technische Hochschule einen Standortvorteil aufwies“, erinnert sich Volker Rusch. Weil die DDR ab 1972 immer mehr internationale
Anerkennung fand, habe sie sich beweisen müssen. Aus diesem Zwang folgte ein Beschluss des Ministerrates, der forderte, dass in allen Bezirken neben Sportschulen auch Schulen mit Spezialklassen genannter Ausrichtungen eingeführt werden sollten.
Die begabten Schüler – Spezer und Spezerinnen genannt – erhalten aber nicht nur eine wissenschaftliche Bildung. Zum Unterricht gehört auch die humanistische Erziehung zu Persönlichkeiten, die wertvoll für die Gesellschaft
sind und deren Entwicklung voranbringen. Ehemalige Schüler erfüllen heute wichtige Aufgaben in Forschung, Technik und Informatik.
„In dreißig Jahren – zwischen Rechenstab und Laptop – ist viel geschehen“,
resümiert Schulleiter Rusch und nimmt an, dass seinen Schülern drei Jahrzehnte wie ein Diskurs in die Unendlichkeit vorkommen müssen, während die Zeit für die Lehrer schnell vergangen sei.
Was Festrednerin Annette Schavan einige Minuten später sagt, findet
spontanen Beifall: „Thüringen gehört in Sachen Bildung neben Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg zur Spitzengruppe in Deutschland. Dem Westen hätte es vor 20 Jahren nicht geschadet, sich hier mal anzusehen, wie Lernkultur funktioniert“.

Jubiläumsveranstaltung am 4. November - Stimmen

"Ich begrüße Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen. Als Schulträger mache ich ja manchmal auch Sprüche über Lehrer..." Dr. Benno Kaufhold, Landrat Ilm-Kreis

"Der alte Herr Geheimrat hatte noch was übrig für die Bildung". Volker Rusch, Schulleiter der Goetheschule

"Die Förderung von Talenten, ihre Entwicklung zu begleiten, ist die vornehmste Aufgabe der Pädagogik". Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

"Der echte Schüler lernt, aus dem Bekannten das Unbekannte zu entdecken". Johann Wolfgang von Goethe

"Der Lehrerberuf ist einer der ältesten Berufe der Welt. Seit tausenden Jahren geben Lehrer ihre Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Kompetenz und ihren Glauben an die nächste Generation weiter. Der Lehrerberuf gehört zu den wichtigsten in der Gesellschaft".
"Viele Menschen glauben, sie könnten besser lehren als Lehrer. Doch viele würden sich wundern, wie schwierig es allein ist, Kindern lesen beizubringen".
"Lehrer sollten den Ruf, die Autorität und Würde bekommen, die sie verdienen".
"Bildung ist nicht nur aufgenommenes Wissen, sondern das, wofür ich stehe, was bleibt". Bildungsministerin Annette Schavan

"Es bildet ein Talent sich in der Stille, ein Charakter im Strom der Welt". Goethe

"Wer als Kind und junger Mensch Werte vermittelt bekommt, der gibt sie auch weiter. Unsere Gesellschaft hat ein Recht auf solche Führungskräfte". Prof. Dr. Dr. Peter Scharff, Rektor der Technischen Universität Ilmenau

Statistisches:
Im Jahr 2010 haben 250.000 Studienanfänger ein Mathematikstudium begonnen. Sechs Jahre zuvor waren es 170.000.
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23 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.11.2011 | 06:49  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 09.11.2011 | 09:22  
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Petra Seidel aus Weimar | 09.11.2011 | 11:41  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 09.11.2011 | 14:02  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 09.11.2011 | 14:07  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 09.11.2011 | 14:30  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 09.11.2011 | 14:48  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 09.11.2011 | 14:49  
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Petra Seidel aus Weimar | 09.11.2011 | 14:57  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 09.11.2011 | 14:58  
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Petra Seidel aus Weimar | 09.11.2011 | 15:04  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 09.11.2011 | 15:05  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 09.11.2011 | 15:14  
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Petra Seidel aus Weimar | 09.11.2011 | 15:21  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 09.11.2011 | 15:45  
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Peer Floeckner aus Erfurt | 09.11.2011 | 16:08  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 09.11.2011 | 17:01  
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Petra Seidel aus Weimar | 09.11.2011 | 21:17  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 10.11.2011 | 09:01  
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Petra Seidel aus Weimar | 10.11.2011 | 09:51  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 10.11.2011 | 10:06  
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Peer Floeckner aus Erfurt | 16.11.2011 | 08:47  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 16.11.2011 | 09:25  
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