Florian Schmidt ist Snookerspieler und steht erfolgreich für die Blackhole Snooker Ilmenau am Tisch

Fünf Zentimeter Abweichung können schon sehr viel ausmachen und schlimmstenfalls auch eine Niederlage bedeuten. (Foto: Verein Blackhole Snooker Ilmenau)
 
Volle Konzentration: Florian Schmidt am Snookertisch. (Foto: Verein Blackhole Snooker Ilmenau)
Ilmenau: Blackhole Snooker |

Snooker steht als Vereinssport in Thüringen noch in den Startlöchern. Aber es gibt schon bemerkenswerte Erfolge. Florian Schmidt behauptet sich in der höchsten deutschen Spielklasse.

Der neue Snooker-Weltmeister steht seit zwei Wochen fest – in einem zehn Stunden Finale sicherte sich der Engländer Stuart Bingham erstmals den Weltmeistertitel. „Das gesamte Turnier war sehr spannend. Ich habe es im Fernsehen verfolgt und konnte mir dabei von den Profis wieder so einige Tricks abschauen“, sagt Florian Schmidt, der aktiv für die Blackhole Snooker Ilmenau in der 2. Bundesliga am Snookertisch steht.

Der 19-Jährige Schreiner verbringt in seiner Freizeit viele Stunden mit dem Training. „Das ist für das Ballgefühl sehr wichtig. Denn die abgerundeten Banden an den Taschen, die ebenso wie die Bälle kleiner als beim Billard sind, machen das Spiel auf den großen Tischen sehr schwer. Man muss ganz präzise spielen. Was bei den Profis im Fernsehen so einfach aussieht, ist das Ergebnis eines langen, intensiven Trainings“, erklärt Florian Schmidt.

Der junge Mann hat vor vielen Jahren mit dem Billardspiel in Coburg begonnen und seine Leidenschaft dafür entdeckt. „Mit der Zeit war mir dies aber zu einseitig, da ich oft in einem Ritt das Spiel beenden konnte. Beim Snooker habe ich eine neue Herausforderung gefunden und in Ilmenau einen passenden Verein, den Blackhole Snokker Ilmenau“ Bei diesem Spiel gilt es, mit dem weißen Spielball 15 rote Kugeln und sechs farbige Kugeln immer abwechselnd zu lochen und dabei so viel wie möglich Punkte zu erzielen. „Im Kopf muss ich mir schnell ausrechnen können, wo ich nach einem Stoß den Spielball ablegen muss, um weiter voranzukommen. Fünf Zentimeter Abweichung können schon sehr viel ausmachen und schlimmstenfalls auch eine Niederlage bedeuten.“

Snooker ist kein Sport mit schnellen Erfolgserlebnissen. Man muss lange am Ball bleiben, um das Spiel gestalten zu können. Neueinsteiger lernen in den ersten Wochen, wie man richtig am Tisch steht und den 1,45 Meter langen Queue (gesprochen Kö – Spielstab) hält. Danach wird versucht, nur die weiße Kugel mit dem Queue auf dem 3,60 Meter langen Tisch präzise geradeaus zu spielen und die Geschwindigkeit zu kontrollieren. Erst dann wird mit dem Lochen der anderen Kugeln begonnen. „Dafür ist ein sehr gutes Augenmaß und der sogenannte Tunnelblick mit voller Konzentration nur auf das Spiel erforderlich - egal was um einen herum passiert“, sagt Florian Schmidt.

„Ich baue mir im Training zum Beispiel verschiedene Spielsituationen nach, und probiere wieder und wieder bis ein Stoß sitzt. Oder ich fahre auch einige hundert Kilometer zu stärkeren Spielern, um mich mit ihnen zu messen. Zweimal hatte ich auch schon die Möglichkeit, mehrere Wochen auf der Snooker Farm vom World Coach Dell Hill in England, der hier auch die Profis trainiert, zu verbringen. Dort habe ich auch den ehemaligen Weltmeister Mark Selby getroffen und konnte ihm zuschauen.“

Um Snooker im Ligabetrieb zu spielen, muss man einem Verein angehören. In Thüringen gibt es davon nur drei, die Blackhole Snooker Ilmenau, Green Table Apolda und PBC Erfurt. Jeder Verein stellt in der Thüringenliga zwei Mannschaften. „Wir haben im vergangenen Jahr den Thüringer Titel geholt und es in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga in die Top 4 geschafft. Dank eines Sponsors - Fehringer EDV Service - können wir in dieser Saison erstmals zweite Bundeliga spielen.“

Die Ilmenauer Mannschaft mit Marco Weber, Michael Haferung, Paul N. Schmidt und Florian Schmidt kann sich hier gut behaupten, momentan steht man auf dem dritten Tabellenplatz – und das im ersten Jahr als Aufsteiger. Natürlich hat das Team schon wieder neue Ziele: „Ein Aufstieg in die 1. Bundesliga wäre natürlich fantastisch.“

Auch im Einzel läuft es für Florian Schmidt bei Wettkämpfen sehr gut. Vor kurzem spielte er ein Grand-Prix-Turnier, die höchste Turnierserie Deutschlands, in Dresden mit und belegte dort einen guten 5.Platz. Er ist Thüringer Landesmeister und kann auf Siege beim Ilmenauer Grand Prix, Ilmenau Classics oder Apoldaer Traditionsturnier zurückblicken. So ist es nicht verwunderlich, dass sein neues persönliches Ziel eine Top-Drei-Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften im Herbst werden soll. Und dafür trainiert er wieder und wieder, nicht nur die besonders schwierigen Bälle - ganz wie sein großes Vorbild, der ehemalige Weltmeister Mark Selby.

Hintergrund - Verein Blackhole Snooker Ilmenau:
- Sechs Ilmenauer gründen 2008 den ersten Thüringer Snookerverein.
- Spielstätte und Treffpunkt der Vereinsmitglieder sind die ehemaligen Räume des Arnstädter Bildungswerkes, Am Eichicht 14 in Ilmenau.
- Heute stehen hier vier Snookertische. Der Verein zählt aktuell 21 Mitglieder.
- Der Verein stellt derzeit drei Mannschaften : eine in der 2. Bundeliga und zwei weitere in der Thüringenlia.
- Seit 2009 werden eigene Turniere ausgerichtet, 2015 sind es acht:
- Das Training findet Donnerstag und Freitag von 17 bis 21 Uhr statt.
- Wer Interesse am Snookersport hat, kann jederzeit Schnupperstunden vereinbaren. Kontakt: Vereinsvorsitzender Sylvio Fischer, E-Mail: info@blackhole-snooker.de
- Weitere Informationen: www.blackhole-snooker.de

Weltmeisterschaftsfinale Stuart Bingham vs. Shaun Murphy, 4. Mai 2015, Frame 33

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