12. Mai – Tag der Pflege – Fachkräfte dringend gesucht

„Der demographische Wandel verändert nicht nur nachhaltig unsere Gesellschaft, sondern eröffnet auch sehr viele Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, so Birgit Becker
von der Agentur für Arbeit Jena.


Bis zum Jahr 2030 werden fast 30 Prozent der Menschen älter als 65 Jahre sein. Damit müssen künftig auch mehr Männer und Frauen durch Dritte versorgt und gepflegt werden. Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Altenpflege in die Rente gehen wird. Derzeit arbeiten im Agenturbezirk Jena rund 2 Prozent (2.250 Personen) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Altenpflege und 4,4 Prozent (5.091 Personen) in der Gesundheits- und Krankenpflege, Tendenz steigend. Dennoch wird sich der Fachkräftebedarf und der Kampf um geeignetes Personal zukünftig verschärfen.
Dieser steigende Bedarf eröffnet aber auch Perspektiven und neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Pflegebereich bietet gute Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Die Angebotspalette zu einem Einstieg in die Pflegebranche ist breit: Entweder über eine Ausbildung, ein Studium oder eine Weiterbildung – sowohl für Berufseinsteiger als auch für Bewerber, die eine neue Perspektive als Fachkraft suchen, beispielweise nach einer Familienphase oder nach einer Phase der beruflichen Neuorientierung.

Erheblicher Fachkräftemangel in der Pflegebranche
„Wir haben heute schon einen gravierenden Mangel an examinierten Altenpflege-rinnen und Altenpflegern. Der Bedarf ist groß“ so Becker. In der Arbeitsagentur Jena waren im April 40 offene Stellen für Altenpfleger/-innen gemeldet. Der eigentliche Bedarf ist aber durchaus höher, da nicht alle Arbeitgeber ihre freien Stellen der Arbeitsagentur melden. Dem gegenüber standen im April 8 arbeitslose examinierte Altenpfleger/-innen im Agenturbezirk.

Weiterbildung und Qualifizierung
„Die Betreuung älterer Menschen ist eine besondere gesellschaftliche Aufgabe. Um das Berufsbild attraktiv zu machen, müssen aber auch die Rahmenbedingungen passen und besonders die Entgelte attraktiver werden. So kann man die Menschen für diesen Beruf begeistern und in unserer Region halten“, so Becker weiter.
Die Agentur für Arbeit Jena und die dazugehörigen Jobcenter setzen deshalb vor allem auf Qualifizierung von Arbeitslosen oder geringqualifizierten Beschäftigten zu Fachkräften. In den vergangenen zwei Jahren begannen 155 Kunden eine Qualifizierung im Altenpflegebereich. Davon streben 128 einen beruflichen Abschluss an.
„Der Erfolg gibt uns Recht. Von allen Teilnehmern die im vergangenen Jahr eine Weiterbildungsmaßnahme zur Altenpflegefachkraft absolviert haben, befinden sich 84 Prozent in einem Beschäftigungsverhältnis“, so Becker.
Da bis Ende März 2016 die gesetzliche Möglichkeit der Förderung der gesamten Dauer der Weiterbildung zum Altenpfleger durch die Arbeitsagentur besteht, appelliert Becker an die Unternehmen der Pflegebranche ihren Beschäftigten Hilfskräften die Qualifizierung zu ermöglichen. Zu den Möglichkeiten der betriebsinternen Weiterbildungen berät der Arbeitgeber-Service die hiesigen Unternehmen.
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