Alles parallel, aber doch anders - Filmthriller feiert Premiere in Jena

"Parallelwelten" zur Premierenfeier in der "Villa am Paradies": Schauspielerin Bernadette Heerwegen mit Mark Waschke (li.), ihrem Ehepartner im Film, und mit Ole Puppe, ihrem Partner in der anderen, wirklichen Welt. Ole Puppe ist ebenfalls Schauspieler, war zuletzt am vergangenen Sonntag in einer Hauptrolle im ARD-Tatort "Scherbenhaufen" zu erleben. Foto: Bernd Hausdörfer
JENA. Ein Hauch von Venedig, Cannes oder Berlin wehte zur Deutschlandpremiere des Thrillers „Schilf“ nach dem Erfolgsroman von Juli Zeh durchs Jenaer Filmtheater Cinestar. Blitzenden Nobelkarossen, gesponsert von einer großen deutschen Autofirma, entsteigen die Hauptdarsteller, die man alle aus Kino und Fernsehen kennt, und posieren vor den Fotografen. Man kommt direkt vom Abendessen, eingenommen nur 200 Meter entfernt in einer kleinen Kneipe in der Wagnergasse. Na klar, Bernadette Heerwagen, Mark Waschke und Stipe Erceg wissen, wo es hier schmeckt und gemütlich ist. Schließlich wurde der größte Teil des Films, der seit dem 8. März in den deutschen Kinos läuft, in Jena und Umgebung gedreht - an der Universität, im Botanischen Garten, Griesbachs Garten, in Wenigenjena. Weitere Drehorte waren in Thüringen Weimar, der Saale-Holzland-Kreis und Bad Berka sowie Genf in der Schweiz.

Der Film beginnt mit einer Vorlesung zur Quantenmechanik im altehrwürdigen großen Hörsaal der Physikalisch-Astronomischen Fakultät. Physikprofessor Sebastian Wittich (Mark Waschke) doziert über die mögliche Existenz von Parallelwelten. Die umstrittene Theorie der Parallelwelten interpretiert Phänomene der Quantenmechanik dahingehend, dass nebeneinander existierende Universen bestehen, in denen bestimmte Ereignisse parallel und trotzdem unterschiedlich verlaufen können.

Als der Sohn von Prof. Wittich und seiner Frau Maike (Bernadette Heerwagen) auf dem Rastplatz am Hermsdorfer Kreuz entführt wird, soll er einen Mord begehen, um sein Kind zu retten. Dr. Ralph Dabbeling, der gut mit Maike bekannt ist und deshalb von Sebastian eifersüchtig beäugt wird, soll das Opfer sein. Auf der steilen Abfahrt vom Fuchsturm ins Tal spannt er ein Drahtseil und köpft dadurch den fahrradfahrenden Dabbeling – oder auch nicht, oder nur in der Parallelwelt? Wird dem Professor seine eigene Theorie, die er so vehement gegenüber seinem Freund und Schweizer Kollegen Oskar Hoyer (Stipe Erceg) vertritt, nun selbst zum Verhängnis?

Viele Premierenbesucher hinterlässt der Film mit einem zwiespältigen Gefühl. Fragen sind aufgeworfen, ohne Antworten dazu. Die muss jeder selbst finden, oder auch nicht, oder nur in der anderen Welt...
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