Als Rainald Grebe in Jena ertrank 10 Fakten aus 20 Jahren Sommer-Theaterspektakel

Wann? 09.07.2016 21:30 Uhr bis 12.07.2016 23:30 Uhr

Wo? Theatervorplatz, Jena DE
Andreas Hesse ist Pressechefin des Theaterhauses. Sie hat geholfen, die Fakten zusammenzutragen.
 
Vielen Leichen gab es bei Frankenstein. (Foto: Theaterhaus)
Jena: Theatervorplatz | Mit niemand geringerem als Friedrich Schiller startet vor 20 Jahren das erste Theatersommerspektakel als Auftakt zur Jenaer Kulturarena. „Finster, Schiller, finster!“ schallte es damals über den Theaterplatz, bis der Dichter aus seinem gegenüberliegenden Original-Gartenhaus schaute, um zu sehen, was das Volk begehrt. In den Folgejahren reisten die Schauspieler des Theaterhauses und Laiendarsteller in großer Zahl gemeinsam mit dem Publikum nach China und mit dem Geisterschiff, besuchten die Räuber oder wurden Zeugen des Weberaufstandes, lernten den Meister und Margaritta sowie Kasimir und Karoline kennen. Das sommerliche Schauspielspektakel gehört mittlerweile zur Saalestadt wie die Bratwurst zu Thüringen. Allseits beliebt. Grund genug, einen Rück- und Ausblick zu wagen. Andrea Hesse, Pressesprecherin des Theaterhauses, hat geholfen, zehn Fakten aus 20 Jahren zusammenzutragen.

1999

spielte „Urban Shots“das einzige Mal nicht auf dem Theatervorplatz, sondern musste wegen der Sanierung des Theaterhauses auf den Eichplatz umziehen. Der Jenatower wurde als Handlungsort in die Inszenierung einbezogen. 8 Aufführungen erlebte das Stück, ein Rekord für das Sommerspektakel.

2001

war auf dem Theatervorplatz bei „Brülle China“ das aufwändigste Bühnenbild zu sehen. Ein großes Wasserbassin stand für das chinesische Meer, darüber war ein kompliziertes Steglabyrinth für die chinesischen Hafenarbeiter gebaut. Auf der Bühne drohte das Kanonenboot, das den Aufstand niederschlagen sollte. Rainald Grebe spielte einen Agenten der amerikanischen Firma Robert Dollar & Co. – und „ertrank“ im Meer. Danach musste der Miene gute 15 Minuten unter der Wasseroberfläche verharren. Atmen konnte er nur über ein Luftrohr.

2004

zog der „Sommernachtstraum“ zwar nicht die meisten Zuschauer an. Diesen Rekord verbuchte 2009 „Wilhelm Tell“ mit 4661 Gästen. Aber die 4162 Sommernachtstraum-Besucher saßen am gedrängtesten, denn die Sitzplätze waren durch die opulente Spielwiese der Liebenden begrenzt.

2005

spielten bei „Johanna“ die meisten Statisten mit und hieben als Engländer und Franzosen im sinnlosen Krieg aufeinander ein. Knapp 120 Männer, Frauen und Heranwachsende waren im Einsatz.

2006

musste man besonders schnell sein, wollte man Karten für „Die Dreigroschenoper“ bekommen. Erstmals waren die Vorstellungen drei Wochen vor der Prmeiere komplett ausverkauft.

2007

wurde „Orestie“ von Aischylos aufgeführt. Das Stück hält den Rekord beim Verbrauch von Theaterblut. Etliche Hektoliter waren vonnöten. Blutrache folgte auf Bluttat, erst am Ende die Kinder konnten den Wahnsinn durchbrechen.

2011

stand „Gotham City II – Das Musical“ auf dem Spielplan. Es war das einzige Spektakel, dessen Vorstellungen komplett im Regen stattfanden. Bei den wilden Drehungen der Brakedancer spritze das Wasser in alle Richtungen und die Kostüme der Beteiligten mussten mehrmals am Abend gewechselt werden. Trotzdem wurden alle Vorstellungen bis zum Ende gespielt und die Zuschauer harrten tapfer aus.

2012

bei „Frankenstein“, waren die meisten Leichenteile auf der Bühne zu finden; das aus ihnen zusammengeflickte Monster hatte die aufwendigste Maske aller Sommertheater; Monster-Darsteller Yves Wüthrich saß jeden Abend zwei Stunden in der Maske.


2014

stolzierte mit „König Ubu“ die dickste Hauptfigur aller Sommertheater über die Bühne. Das Königssein war allerdings so anstrengend, das Ubu im Verlaufe des Spektakels zur normalen Leibesfülle zurückfand. Das Kostüm hatte einen Umfang von zwei Metern und wog gut 25 Kilogramm.

2016

wird mit „Bubury“ von Oscar Wilde zum 20. Mal die Kulturarena in Jena mit einem Theaterspektakel eröffnet. Es wird das erste Open-Air-Theater sein, welches die alte Theatermaschinerie so benutzt, als würde das Zuschauerhaus noch stehen. Da, wo sich früher das Parkett des Theatersaales befand, sitzen auch diesmal die Zuschauer, aber anstatt der alten maroden Sauerkrautplatten, die die Decke des alten Stadttheaters zierten, beschirmt Jenas Himmel das Publikum – diesmal hoffentlich ganz ohne Regen.

In diesem Jahr: „Bunbury“

Zur 20. Auflage der Theaterarena zeigt das Team um Regisseur Moritz Schönecker Oscar Wildes berühmteste Verwechslungskomödie um ernsthafte Leute.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Freunde Jack Worthing und Algernon Moncrieff. Diese nehmen sich gern eine Auszeit von „normalen“ Leben und ersinnen sich unabhängig voneinander eine zweite Existenz. Als Ernst und Bunbury müssen sie keine Rücksicht auf Konventionen nehmen. Doch je länger das Spiel dauert, desto mehr verstricken sich Jack und Algernon in ein Lügengeflecht. Der Verwechslungswahnsinn ist nicht mehr aufzuhalten.

TERMIN

+ „Bunbury“ ist am 6., 7. 8. Und 9. Juli, jeweils ab 21.30 Uhr auf dem Theatervorplatz zu sehen. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Information Jena und unter www.theaterhaus-jena.de.
+ Am 26. Juni, 11 Uhr wird an gleicher Stelle zu einer Theatermatinee eingeladen. Bei einem stilvollen Theaterfrühstück mit Gurken-Sandwiches, Muffins und Tee führen das Regieteam und die Darsteller in das Stück ein. Hierzu ist der Eintritt frei.
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