„Architektour“ durch Jena

Moderne Verkehrsarchitektur: Seit November 2010 ist der neue Busbahnhof in Jenas Zentrum „am Netz“. Foto: Klossek (Foto: Andreas Klossek)
Zweckmäßig und funktional soll sie sein und modern, noch dazu fein anzuschauen. Sich in Bestehendes elegant einfügen und energieeffizient sein. Vor allem aber soll sie den Menschen einen angenehmen „Lebensraum“ bieten, egal ob zu Hause, beim Lernen und Arbeiten oder in der Freizeit. Nicht umsonst gilt die Architektur als öffentlichste aller Künste. Auch in Jena ist es seit 1995 deshalb gute Tradition, dass sich der Berufsstand, der all diese unterschiedlichen Anforderungen unter Dach und Fach zu bringen sucht, am „tag der architektouren“ der Diskussion und dem Urteil der Bürgerinnen und Bürger stellt.

Für die 17. Auflage dieser von der Architektenkammer Thüringen organisierten Veranstaltungsreihe, die am kommenden Wochenende über die Bühne geht, sind diesmal in Jena neun neu errichtete oder frisch sanierte Bauwerke ausgewählt worden, wobei der Schwerpunkt bei Schul- und Universitätsbauten und den sie umgebenden Freiflächen liegt. Für sachkundige Führungen werden so zum Beispiel am Samstag die Türen zum neuen Schulzentrum Lobeda-West in der Karl-Marx-Alle 11 (Treffpunkt 9 Uhr und 10.30 Uhr am Festplatz) und zur Integrierten Gesamtschule „Grete Unrein“ in der August-Bebel-Strase 1 (jeweils 10 und 11 Uhr) geöffnet. Während der ehemalige Plattenbau durch An- und Umbauten für die künftige Nutzung durch drei verschiedene Schulen fit gemacht und energetisch auf Trapp gebracht wurde, können sich die Besucher in der August-Bebel-Straße 1 ein Bild von der Vielzahl der architektonischen Details im und am denkmalgeschützten Schulgebäude und den neuen eingeschossigen Speisesaal-Anbau machen, um den es ergänzt wurde. Nicht in die Akten aber sehr wohl in so manchen Winkel ihres frisch sanierten Verwaltungsgebäudes Am Anger 13 lässt sich auch die Stadt Jena gucken. An der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Philosophenweg 3 können Interessierte in Augenschein nehmen, was sich hinter dem, mit silberfarbenen Metallschuppen verkleideten, einem „Schiffsbug“ nicht unähnlichen Bau verbirgt, der sich kontrastreich von der frisch sanierten Klinkerfassade des denkmalgeschützten Hauptgebäudes von 1879 abhebt. Eine glänzende Angelegenheit ist auch die sich über alle Haltestellen hinwegschlängelnde Dachkonstruktion des neuen Busbahnhofs im Zentrum, an dem sowohl am Samstag und Sonntag, jeweils zwischen 12 und 15 Uhr Vertreter des Planungsbüros bereitstehen, um zu „ihrem“ Bauwerk Rede und Antwort zu stehen. Gedacht ist aber auch an all jene, denen das Thema Landschaftsarchitektur am Herzen liegt. Als Anschauungsobjekte dienen hier etwa die neu gestaltete Freifläche „Am Felsbach“ nahe der „Burgauer Felsen“ sowie die Außenanlagen des Carl-Zeiss-Gymnasiums in der Erich-Kuithan-Strasse 7 in Jena-Nord. Dafür, dass sich gelungene Architektur nicht nach der Größe des Bauwerks, sondern vor allem nach der kreativen Idee dahinter bemisst, steht das kleinste Objekt der diesjährigen Jenaer Architektour: So lässt sich am Firmengebäude der Specht Optikmaschinen GmbH oberhalb des ehemaligen Brauereigeländes am Felsenkeller bestaunen, wie sich ein ursprünglich als Garage genutzter, eingeschossiger Anbau in eine Anwaltskanzlei verwandelt hat und heute dank gewagter, fast schwarzer Aluminiumfassade und großen Schiebeelement-Verglasungen die Atmosphäre eines Ateliers verströmt. Um über moderne Architektur in Jena ins Gespräch zu kommen, scheint jedenfalls auch dieser Ort bestens prädestiniert. Am Samstag von 10 bis 14 Uhr und am Sonntag von 13 bis 15 Uhr bietet sich auch dort dafür Gelegenheit.

Weitere Informationen, alle Projekte, Öffnungszeiten und Führungstermine gibt es auf einem Faltblatt, das u.a. in der Jena-Information ausliegt, unter www.tag-der-architektouren.de (Text: Andreas Klossek)
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