Der impressionistisch liebende Blick auf Jena – Bernd Zeller stellt in der Galerie Stadtspeicher aus

Am Nollendorfer Hof (Foto: Bernd Zeller)
J: Galerie Stadtspeicher | Eine Sonnenanbeterin räkelt sich auf einer Wiese, eine andere auf einem Balkon in einem Innenhof. Dick vermummt laufen Fußgänger auf einer schneebedeckten Straße, eingeschneite Autos warten am Straßenrand. Motive, die sich auf den ersten Blick auch in anderen Städten finden lassen. Dass es hier um Jena geht, ist weniger an Gebäuden und markanten Ecken festzumachen. Ganz dezent in der Ferne schimmert im Dunst der Jentower von einem einsamen Waldweg aus betrachtet. Gemeinsam ist den Bildern, dass ihr Licht Ruhe und Kraft ausstrahlt. Sie geben eine paradiesische Stimmung wieder – zu jeder Jahreszeit, egal ob eine Landschaft oder eine Straßenecke gezeigt wird. Bernd Zeller wirft mit seinen impressionistischen Bildern einen liebenden Blick auf Jena.

Bernd, du verdienst hauptsächlich dein Geld als Karikaturist. Warum hast du bei deinen Jenaer Bildern den impressionistischen Zeichenstil gewählt?
Bernd Zeller: Weil mir das Geld als Karikaturist nicht reicht. Ich möchte auch noch Geld mit Gemälden verdienen.

Was ist für dich Impressionismus?
Das, was es für andere auch ist. Nicht die Postkartenansichten, sondern die Eindrücke, die Stimmung. Die Impression, der Eindruck ist gemalt, nicht der Gegenstand. Das ist der typische Blick, den wir von den Impressionisten geschenkt bekommen haben.

Was ist der Unterschied zum Karikaturenzeichnen?
Die Bilder sind größer. Ich muss sie im Stehen zeichnen. Bei den Karikaturen kann ich mich hinsetzen.

Wie hast du deine Motive ausgewählt?
In dem Moment, wo ich sie sehe, weiß ich, das soll gemalt werden. Ich sehe öfters etwas, was ich nicht male. Ich sehe mehr als ich gemalt habe. Man schafft nicht alles.

Warum hast du Jena gewählt?
Jena ist meine Lieblingsstadt. Sie ist maßstabsgetreu das für mich, was Manhattan für Woody Allen ist. Die besten Motive, das beste Licht, die beste Stimmung, die beste Lust, überhaupt etwas zu machen.

Was wirst du in der Eröffnungsrede zur Ausstellung erzählen?
Das was ich jetzt gesagt habe. Für alle, die es noch einmal hören wollen oder schon wieder vergessen haben.

Die Ausstellung wird am Freitag, dem 28. Juni 2013 um 17 Uhr eröffnet. Es gibt Sekt und gute Gespräche. Die Bilder sind bis zum 19. Juli in der Galerie Stadtspeicher zu sehen. Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-19 Uhr; Sa-So: 10-16 Uhr
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.06.2013 | 23:02  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 01.07.2013 | 10:07  
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