Filmarena zur Kulturarena: Ein Stummfilm zum Jubiläum

Daniel Krischker zeigt einen Projektor tschechischer Bauart aus den 1980er Jahren, wie er auch bei der Filmarena zum Einsatz kommt. Der Betreiber des Schillerhofkinos und Schatzmeister des Film e.V. ist neben Vereinschef Kai Ostermann maßgeblich für die Auswahl der Filme verantwortlich. Foto: Hausdörfer
Jena. Während die Kulturarena in diesem Jahr die 21. Auflage erlebt, feiert die Filmarena erst ihr 20-jähriges Jubiläum. Der AA sprach mit Daniel Krischker, einem der Programmgestalter vom Film e.V.:

AA: 20 Jahre Filmarena - Grund für einen Blick zurück...

Krischker: Angefangen hat die Geschichte noch unabhängig von der Kulturarena auf der Rasenmühleninsel, projiziert wurden die Filme aus einem alten Transporter heraus vor maximal einhundert Zuschauern. Dann erfolgte zunächst der Umzug auf den Platz hinter dem Theaterhaus, dann nach vorne auf den Hauptplatz, so wie man es jetzt kennt, mit dem Wechsel von Konzert und Film über die gesamte Kulturarenazeit.

AA: Wie hat sich in den Jahren die Technik verändert?

Krischker: Gar nicht so wesentlich. Es ist von Anfang an eine 35 mm-Projektion gewesen, allerdings jetzt mit einem festen Projektor und nicht mehr einem mobilen. Die Tonqualität ist stark verbessert, seit wir die professionelle Anlage auf dem Vorplatz der Kulturarena nutzen können.

AA: Hat die Jubiläumsfilmarena ein spezielles Motto?

Krischker: Nein. Wir haben den Anspruch, für jeden Jenaer mindestens einen Film im Programm zu haben. Deswegen ist der Bogen immer sehr weit gespannt von Mainstream bis Filmkunst oder Musikfilm bis Liebesfilm. Ich glaube, wir haben das diesmal sehr gut geschafft.

AA: Gibt es ein besonderes Highlight?

Krischker: Das ist zweifellos der Stummfilmklassiker "Sonnaufgang - Ein Lied von zwei Menschen" von Friedrich Wilhelm Murnau, den der Deutsche 1927 in Hollywood gedreht hat. Die Aufführung wird von selbst komponierter Livemusik zweier Jenaer Musiker, die durch die Gruppe „Feindrehstar“ bekannt sind, begleitet. "The Artist" war ja sozusagen die Kopie eines Stummfilms, die Anfang des Jahres so erfolgreich in den Kinos war. Und wir wollen eben ein Original zeigen. Es war extrem schwierig, dafür die Rechte zu erhalten. Die kommen über England aus Amerika, weil es eigentlich keine deutschen Aufführungsrechte mehr gibt. Das wird ein ganz besonderer Abend, den es in dieser Form nur einmal in Jena geben wird und durch die Livemusik sowieso etwas Einmaliges ist. Da muss man dabei gewesen sein oder wird es hinterher bereuen. Der Film ist unser Geschenk zum 20-Jährigen an die Stadt und unser Publikum.

AA: Welcher Film liegt Ihnen außerdem persönlich besonders am Herzen?

Krischker: Das ist eine schwierige Frage, da ich ja die Filme mit ausgewählt habe und alle sehr stark finde. Als meinen persönlichen Tipp könnte ich vielleicht "The Guard" empfehlen, der mir unglaublich gut gefallen hat. Das ist ein ganz kleiner irischer Film, der nie groß beworben wurde und nur ganz selten in Deutschland gelaufen ist.

AA: Wie hoch ist der personelle Aufwand für die Durchführung der Filmabende?

Krischker: Rund 25 Leute sind beteiligt. Fast alle sind Mitglieder unseres Vereins und arbeiten ehrenamtlich. Der Zugang zu den Filmen ist sozusagen
der Lohn für ihre Arbeit.

Programm: www.kulturarena.de
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