Gruseliges aus dem Marterturm

Georg „Orje“ Zurawski aus Beulbar gehört zu den Sprechern für das neue Hörbuch mit dem Titel „Im Marterturm der Leuchtenburg“. (Foto: Jens Henning)
Es sind schaurig, fast schon gruselige Geschichten, die auf dem neuen Hörbuch der Stiftung Leuchtenburg zu hören sind. In Zusammenarbeit mit dem Verein Weitraum aus Stadtroda entstand eine CD unter dem Titel „Im Marterturm der Leuchtenburg“. Seit wenigen Tagen ist die CD in allen Buchhandlungen zu bestellen. Die Erstauflage umfasst 1000 Scheiben.

Die Geschichten sind historisch fundiert. Dr. Ulrike Kaiser von der Leuchtenburg hat die wissenschaftlichen Unterlagen bereitgestellt. Alles hat sich so zugetragen, wie auf der CD zu hören ist. Knapp ein Jahr dauerte das Projekt von der Idee bis zur fertigen CD. "Sie ist ein Anfang für hoffentlich noch weitere Projekte“, sagte Michael Ziegler vom Verein Weitraum.

Ein Hörbuch lebt vor allem von den Sprechern. Mit Georg Zurawski aus Beulbar haben die Macher einen idealen Partner gefunden. „Er ist ein Original, seine Stimme hat was Unverwechselbares“, sagte Ziegler über Zurawski. Der fast 73-Jährige musste nicht lange überlegen. „Das Projekt hat mir gefallen, da habe ich sofort zugesagt.“

Zu hören ist auch ein 12 Jahre alter Junge aus Möckern. Der Junge musste akzentfrei sprechen. Da fiel die Suche nicht leicht. Bis die Macher auf den Jungen aus Möckern stießen. Der stammt allerdings aus Mönchengladbach, er ist ein Zugezogener. Ein Nachsprechen kam nicht zustande, weil sich der Junge zu diesem Zeitpunkt im Stimmbruch befand.

Die Macher haben sich aber nicht nur bei der richtigen Auswahl der Sprecher Gedanken gemacht. Um die richtige Atmosphäre eines Marterturmes auf der CD zu dokumentieren, ließ sich Michael Ziegler für eine Nacht im 1460 gebauten Marterturm einschließen. Ziegler wollte nicht ein Experiment wagen, nein, er wollte alle Geräusche aufzeichnen, die in einem Marterturm wohl erlebt wurden. Die Töne und Stimmen sind auch zu hören.

Im südthüringischen Sonneberg wurde mit „amicus“ ein Verlag gefunden. Der im Dezember 2000 gegründete Verlag stellt das Hörbuch zur Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März der großen Öffentlichkeit vor. Übers Geld wurde bei der Vorstellung der CD vorige Woche im Rittersaal der Leuchtenburg keine Angaben gemacht. Das Museum Leuchtenburg stellte eine dreistellige Euro-Summe bereit.
(Text: Jens Henning)
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