Henry van de Velde. Der Maler im Kreis der Impressionisten und Neoimpressionisten. Ausstellung im Stadtmuseum Jena

In der Ausstellung "Henry van de Velde. Der Maler im Kreis der Impressionisten und Neoimpressionisten" im Stadtmuseum Jena.
 
Kurator Erik Stephan (rechts) im Gespräch mit Walter Moens, Repräsentant der Flämischen Regierung.
Jena: Stadtmuseum | Der belgische Architekt und Designer Henry van de Velde (1863–1957) ist einer jener Künstler an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, deren Wirken die Geschichte der Kunst geprägt hat.

Seine ersten Erfolge feiert van de Velde jedoch nicht als Gestalter funktionaler Wohnungseinrichtungen oder eleganter Bestecke, sondern als Maler. Er studiert ab 1880 an der Académie des Beaux-Arts in Antwerpen bei Charles Verlat. Der Unterricht ist so wie die Professoren: mittelmäßig, weder inspiriert noch inspirierend. Als van de Velde auf der alle drei Jahre stattfindenden Antwerpener Kunstausstellung 1882 Édouard Manets reifes Alterswerk Bar aux Folies Bergère sieht, steht sein Entschluss fest: Er möchte Maler werden. Mit 21 Jahren zieht er in die Welthauptstadt der Kunst, nach Paris. Wenig später malt er in Barbizon und ab Oktober 1885 wieder in Belgien. Er lernt schnell und laviert zwischen den aktuellsten stilistischen Richtungen seiner Zeit. Manet, Monet und Renoir – später Vincent van Gogh – werden Fixpunkte einer Suche, die zunächst wenig innere Befriedigung abwirft und zwischen Anschauung, Übung und unter der Lektüre von Zola, Nietzsche und politischer Schriften schnell reift.

Van de Velde wird 1888 Mitglied der bedeutendsten belgischen Künstlervereinigung Les XX (Société des Vingt). Dieser, von dem Juristen und Schriftsteller Octave Maus geführten Vereinigung, gehören so bedeutende Künstler wie James Ensor, Alfred William Finch, Auguste Rodin, Paul Signac und Théo van Rysselberghe an. Zwischen Realismus, Impressionismus, Neoimpressionismus und Symbolis­mus wird Brüssel durch die Ausstellungen der Gruppe für einige Jahre zum Schauplatz der internationalen Avantgarde. Für van de Velde sind die Ausstellungen eine Schule des Sehens. Er findet Kontakt zu vielen der namhaftesten Künstler seiner Zeit und wird zum Neoimpressio­nisten.

Das bildkünstlerische Schaffen Henry van de Veldes ist ein Frühwerk und bestimmt die erste Dekade seines äußerst umfangreichen und vielseitigen Schaffens, welches ab 1893 nahezu ausschließlich den angewandten Künsten gilt. Die Zahl der von van de Velde geschaffenen Gemälde, Pastelle und Zeichnungen ist klein. Um so erstaunlicher ist es, dass die Werke zwischen denen von Paul Signac oder Henri-Edmond Cross bestehen und bis heute von früh erlangter Meisterschaft künden.

Die Kunstsammlung Jena stellt das bildkünstlerische Werk Henry van de Veldes erstmals in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Eingebettet zwischen Werken seiner zahlreichen Künstlerkollegen, orientiert sich die Ausstellung vor allem am Wirken der Künstlergruppe Les XX, die nicht nur für die Werkentwicklung van de Veldes, sondern auch für seine Sozialisation als Künstler enorme Bedeutung hat. Das Wirken der Les XX bezeichnet ein Panorama der bewegenden Jahre zwischen Impressionismus, Neoimpressionismus und Symbolismus, einer ereignisreichen Zeit am Beginn der modernen Kunst.

Präsentiert werden 137 Werke von 32 Künstlern aus 40 internationalen Sammlungen. Die Ausstellung findet anlässlich des 150. Geburtstages Henry van de Veldes statt und versteht sich als Teil des Thüringer Henry van de Velde-Jahres.

Künstler:

Émile Bernard
Anna Boch
Paul Cézanne
Frantz Charlet
Henri Edmond Cross
Maurice Denis
Henri de Toulouse-Lautrec
Albert Dubois-Pillet
James Ensor
Alfred William Finch
Paul Gauguin
Léo Gausson
Henri Gervex
Louis Hayet
Jean Antoine Injalbert
Georges Lemmen
Maximilien Luce
Constantin Meunier
George Minne
Claude Monet
Berthe Morisot
Camille Pissarro
Odilon Redon
Pierre-Auguste Renoir
Auguste Rodin
Félicien Rops
Paul Signac
Jan Toorop
Henry van de Velde
Théo van Rysselberghe
Fernand Verhaegen
Jan Veth

Öffnungszeiten:

Dienstag, Mittwoch, Freitag 10 – 17 Uhr · Donnerstag 15 – 22 Uhr · Samstag, Sonntag 11 – 18 Uhr

Mehr über die Kunstsammlung Jena:

http://www.meinanzeiger.de/themen/erik-stephan.htm...
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 03.09.2013 | 22:10  
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