Historische Führung am Walpersberg / REIMAHG

Wann? 21.09.2013 09:00 Uhr bis 21.09.2013 13:30 Uhr

Wo? Ehemaliges Militärgelände, 07768 Großeutersdorf DE
Großeutersdorf: Ehemaliges Militärgelände | Historische Führung um die Reste des Rüstungswerkes REIMAHG
Am kommenden Sonnabend, den 21. September bietet der Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V. ab 9:00 Uhr eine Führung durch die Außenanlagen des ehemaligen Rüstungswerkes „REIMAHG“ bei Großeutersdorf an. Startpunkt der Führungen ist das Vereinsgelände oberhalb der Gemeinde Großeutersdorf. Der Abschluss der Führung ist nach ca. 7 km Wegstrecke gegen 13:30 Uhr ebenfalls im ehemaligen Militärgelände. Das neue Dokumentationszentrum ist in der Führung inbegriffen und steht zusätzlich zwischen 12 – 16 Uhr auch nicht Führungsteilnehmern offen.
Für Mittagsversorgung ist gesorgt und festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Anmeldung kann über die Webseite des Vereins www.walpersberg.com, per E-Mail an buero@reimahg.de, im Dokumentationszentrum Walpersberg – REIMAHG (Dorfstraße 7, 07768 Großeutersdorf) oder per Telefon unter 036424 / 784616 erfolgen.
Das seit 2007 in Vereinsbesitzt befindliche Gelände ist ein Relikt der militärischen Nutzungszeit des Walpersberges oberhalb von Großeutersdorf bei Kahla. Von April 1944 bis April 1945 wurde unter dem Firmennamen „REIMAHG“ ein unterirdisches Rüstungswerk aus dem Boden gestampft. Neben der Erweiterung des schon seit Ende des 19 Jh. ausgebauten Sandabbausystems der Porzellanwerke Kahla, wurden weitere Stollen angelegt, um die ab 1943 stark unter Bombenangriffen leidende Flugzeugfertigung durch den Bau der sog. Wunderwaffe Messerschmitt Me 262 zu stärken. Trotz der geringen Zeit wurden bis zum Einmarsch der Amerikaner in provisorischen Bunkern außerhalb des noch in Bau befindlichen Stollensystems 20 bis 30 Flugzeuge fertiggestellt. Das Produktionsziel von 1200 Stück im Monat wurde jedoch verfehlt. Die Bauarbeiten für dieses gigantische Vorhaben mussten ausländische Zwangsarbeiter, deutsche Arbeitskräfte und Hitlerjungen durchführen. Die Bedingungen für die aus vielen Ländern Europas deportierten Menschen waren schlecht. Die Unterbringung, die Arbeitszeiten- und Bedingungen sowie die schlechte Versorgung führten zu mindestens 1000 Toten innerhalb eines Jahres.
Nach der Befreiung durch die Amerikaner, der Besatzung der Sowjets und der Sprengung eines großen Teils der Anlagen und Infrastruktur zog, nach einer Zeit der zivilen Nutzung als Gemüselager und Bohrkernarchiv, 1974 wieder ein militärischer Nutzer in die Anlage ein. 29.000 m² wurden für das Komplexlager 22 der NVA ausgebaut, die bis 1990 Waffen und Munition im Stollensystem lagerte. 1997 wurde das Gelände von der Bundeswehr verlassen und lag bis 2007 brach.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt :-)
Mit freundlichen Grüßen
Ricky Kuchenbäcker
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