Historische Führung am Walpersberg / REIMAHG

Wann? 13.12.2014 09:00 Uhr bis 13.12.2014 13:30 Uhr

Wo? Ehemaliges Militärgelände, Dorfstra, 07768 Gro DE
Gro: Ehemaliges Militärgelände | Hallo liebe Besucher,

am 13.12.2014 starten wir unsere letzte Führung diesen Jahres!
Wer diese Gelegenheit nicht nutzt, muss bis zum Frühjahr 2015 warten.
Zum einen kann man die erst im Oktober freigelegten Eingangstore der ehemaligen Anlage der Nationalen Volksarmee der DDR angesehen werden.
Die weitere Tour verläuft über Waldwege, daher bittet der Verein sich demenstprechend zu kleiden und an "geländegängiges" Schuhwerk zu denken. Die Führung endet am Ausgangspunkt gegen 13:30 Uhr. Im Anschluss ist die Besichtigung des Dokumentationszentrums in Großeutersdorf möglich.
Start ist 9:00 Uhr im ehemaligen Militärgelände an der Südseite des Walpersberges in Großeutersdorf (ist am Veranstaltungstag ausgeschildert).
Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten.
oder hier:
buero@reimahg.de oder Tel.: 036424 / 784616
Das seit 2007 in Vereinsbesitzt befindliche Gelände ist ein Relikt der militärischen Nutzungszeit des Walpersberges oberhalb von Großeutersdorf bei Kahla. Von April 1944 bis April 1945 wurde unter dem Firmennamen „REIMAHG“ ein unterirdisches Rüstungswerk aus dem Boden gestampft. Neben der Erweiterung des schon seit Ende des 19 Jh. ausgebauten Sandabbausystems der Porzellanwerke Kahla, wurden weitere Stollen angelegt, um die ab 1943 stark unter Bombenangriffen leidende Flugzeugfertigung durch den Bau der sog. Wunderwaffe Messerschmitt Me 262 zu stärken. Trotz der geringen Zeit wurden bis zum Einmarsch der Amerikaner in provisorischen Bunkern außerhalb des noch in Bau befindlichen Stollensystems 20 bis 30 Flugzeuge fertiggestellt. Das Produktionsziel von 1200 Stück im Monat wurde jedoch verfehlt. Die Bauarbeiten für dieses gigantische Vorhaben mussten ausländische Zwangsarbeiter, deutsche Arbeitskräfte und Hitlerjungen durchführen. Die Bedingungen für die aus vielen Ländern Europas deportierten Menschen waren schlecht. Die Unterbringung, die Arbeitszeiten- und Bedingungen sowie die schlechte Versorgung führten zu mindestens 1000 Toten innerhalb eines Jahres.
Nach der Befreiung durch die Amerikaner, der Besatzung der Sowjets und der Sprengung eines großen Teils der Anlagen und Infrastruktur zog, nach einer Zeit der zivilen Nutzung als Gemüselager und Bohrkernarchiv, 1974 wieder ein militärischer Nutzer in die Anlage ein. 29.000 m² wurden für das Komplexlager 22 der NVA ausgebaut, die bis 1990 Waffen und Munition im Stollensystem lagerte. 1997 wurde das Gelände von der Bundeswehr verlassen und lag bis 2007 brach.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt :-)

Mit freundlichen Grüßen


Ricky Kuchenbäcker
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