Historische Führung rund um den Walpersberg

Wann? 19.11.2016 09:00 Uhr bis 19.11.2016 14:00 Uhr

Wo? Ehemaliges Militärgelände, 07768 Großeutersdorf DE
Großeutersdorf: Ehemaliges Militärgelände | Die nächste historische Führung zur Geschichte des ehemaligen NS-Rüstungswerkes REIMAHG bei Kahla in Großeutersdorf findet am 19.11.2016 statt.

Startpunkt ist um 9:00 Uhr im ehemaligen Militärgelände an der Südseite des Walpersberges in Großeutersdorf. Die Führung begeht eine Streke von sieben Kilometern und endet gegen 13:30 Uhr am Ausgangsort.

Fachkundige Vereinsmitglieder zeigen Ihnen Anhand historischer Luftbilder, Fotoaufnahmen und Dokumenten die überirdischen Reste des Rüstungswerkes REIMAHG. Für die Führung wird ein Unkostenbeitrag von 5,- € pro Person erhoben. Da die Führung auch weglose Abschnitte beinhaltet, bittet der Verein um entsprechend angepasste Kleidung. Ebenfalls wird eine Anmeldung per Tel. 036424 784616 oder per e-Mail an buero@walpersberg.com gebeten.

Das seit 2007 in Vereinsbesitzt befindliche Gelände ist ein Relikt der militärischen Nutzungszeit des Walpersberges oberhalb von Großeutersdorf bei Kahla. Von April 1944 bis April 1945 wurde unter dem Firmennamen „REIMAHG“ ein unterirdisches Rüstungswerk aus dem Boden gestampft. Neben der Erweiterung des schon seit Ende des 19 Jh. ausgebauten Sandabbausystems der Porzellanwerke Kahla, wurden weitere Stollen angelegt, um die ab 1943 stark unter Bombenangriffen leidende Flugzeugfertigung durch den Bau der sog. Wunderwaffe Messerschmitt Me 262 zu stärken. Trotz der geringen Zeit wurden bis zum Einmarsch der Amerikaner in provisorischen Bunkern außerhalb des noch in Bau befindlichen Stollensystems 20 bis 30 Flugzeuge fertiggestellt. Das Produktionsziel von 1200 Stück im Monat wurde jedoch verfehlt. Die Bauarbeiten für dieses gigantische Vorhaben mussten ausländische Zwangsarbeiter, deutsche Arbeitskräfte und Hitlerjungen durchführen. Die Bedingungen für die aus vielen Ländern Europas deportierten Menschen waren schlecht. Die Unterbringung, die Arbeitszeiten- und Bedingungen sowie die schlechte Versorgung führten zu mindestens 1000 Toten innerhalb eines Jahres.
Nach der Befreiung durch die Amerikaner, der Besatzung der Sowjets und der Sprengung eines großen Teils der Anlagen und Infrastruktur zog, nach einer Zeit der zivilen Nutzung als Gemüselager und Bohrkernarchiv, 1974 wieder ein militärischer Nutzer in die Anlage ein. 29.000 m² wurden für das Komplexlager 22 der NVA ausgebaut, die bis 1990 Waffen und Munition im Stollensystem lagerte. 1997 wurde das Gelände von der Bundeswehr verlassen und lag bis 2007 brach.
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