„Ich arbeite für mich, nur für mich und meinen Gott.“ Alexej von Jawlensky - Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen im Stadtmuseum Jena

Links: Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1912, Öl auf Karton auf Holz, 53 x 49 cm, Privatsammlung
 
Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1911, Öl auf leinenstrukturierter Malpappe, 54 x 51 cm, Stiftung Im Obersteg, Depositum im Kunstmuseum Basel
Jena: Stadtmuseum | Dank der Leihgaben aus vielen internationalen privaten und öffentlichen Sammlungen konnte am vergangenen Sonntag die Kunstsammlung Jena im Stadtmuseum Jena eine umfangreiche Ausstellung mit Werken Alexej von Jawlenskys eröffnen. Unter den 130 Werken sind viele Hauptwerke Jawlenskys und Arbeiten befreundeter Künstler: Paul Klee, Gabriele Münter, Lyonel Feininger, Adolf Erbslöh, Marianne von Werefkin und Karl Schmidt-Rottluff.

Alexej von Jawlensky gehört zu den bedeutendsten Künstlern der klassischen Moderne. Seine Werke gelten aufgrund ihrer Ausdruckskraft und leuchtenden Farben zu den Höhepunkten vieler internationaler Sammlungen. Bemerkenswert ist, dass dieser international bekannte Künstler auch Verbindungen nach Jena knüpfte.

Der frühere Jenaer Kunstverein, einer der zentralen Orte der klassischen Moderne, präsentierte Werke von Jawlensky in mehreren Ausstellungen zwischen 1912 und 1928. Anlässlich der großen, von Emmy Galka Scheyer organisierten Ausstellung, die 1922 in Jena stattfand, war in der Presse zu lesen: „Jawlensky gehört zu den Bahnbrechern und Wegbereitern der neuen Kunst, die den Impressionismus ablöste“. Man zählte ihn bereits damals zu jenen Künstlern, deren Werk „von grundlegender Bedeutung für die Kunst unserer Zeit geworden ist“.

Alexej von Jawlensky wurde am 13. März 1864 als fünftes Kind einer Familie, die dem russischen Erbadel angehörte, in Torschok (Russland) geboren. Er studierte an der Kunstakademie in Sankt Petersburg und ging 1896 mit der Malerin Marianne von Werefkin nach München. Dort besuchte er die Kunstschule von Anton Ažbe, in der er 1897 Wassily Kandinsky kennen lernte. Beeinflusst von Künstlern wie Paul Cézanne, Paul Gauguin, Vincent van Gogh und Henry Matisse entwickelte er seinen expressionistischen Stil mit einfachen Formen, starker Ausdruckskraft und leuchtenden Farben. 1908 malte er mit Werefkin, Kandinsky und Münter in Murnau am Staffelsee und war Mitbegründer der Neuen Künstlervereinigung München. 1912 schloss er sich der von Kandinsky und Marc gegründeten Arbeitsgemeinschaft Der Blaue Reiter an. Er schloss enge Freundschaften mit den von ihm bewunderten Kollegen Paul Klee und Emil Nolde und malte seine leuchtenden Porträts, die heute zu den Meisterwerken der Kunst im 20. Jahrhundert zählen.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs musste Jawlensky Deutschland innerhalb von 48 Stunden verlassen. Er lebte am Genfer See, in Zürich und Ascona und entwickelte dort verschiedene serielle Motive, dieimmer das menschliche (oder göttliche) Antlitz um Thema haben. 1920 kehrte er nach Deutschland zurück, lehnte eine Berufung ans Bauhaus ab und zog nach Wiesbaden. Auf Initiative Galka Scheyers verband er sich 1924 mit Kandinsky, Klee und Feininger in der Aktionsgemeinschaft Die Blauen Vier, deren erste Ausstellung in San Francisco stattfand.

1927 traten die ersten Symptome einer schweren Arthritis (Gelenkentzündung) auf. Die Nationalsozialisten belegten ihn 1933 mit Malverbot und beschlagnahmten seine Bilder in der Aktion „Entartete Kunst“. Jawlensky verstarb 1941 nach schmerzvollen Jahren vollkommen verarmt in Wiesbaden.

In der Ausstellung wird das Werk Alexej von Jawlenskys in einer Retrospektive vorgestellt. Dank bedeutender Zusagen aus privaten Sammlungen können auch Arbeiten gezeigt werden, die höchst selten in Ausstellungen zu sehen waren.

Ein Hauptwerk Jawlenskys, das Gemälde „Sizilianerin mit grünem Shawl“, galt über Jahrzehnte als verschollen und wird nun erstmals nach der Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten während der Aktion „Entartete Kunst“ öffentlich gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit Abbildungen aller ausgestellten Werke.

Ausstellung vom 2. September bis 25. November 2012

Kunstsammlung, Markt 7, Jena

dienstags, mittwochs, freitags 10 - 17 Uhr
donnerstags 15 - 22 Uhr
samstags, sonntags 11 - 18 Uhr

PS: Bitte bedenken Sie, dass die Fotos unter Ausstellungsbedingungen entstanden sind. Es kann zu geringen Farbabweichungen kommen.

Mehr über die Ausstellungstätigkeit im Stadtmuseum Jena ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/jena/themen/erik-stepha...
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3 Kommentare
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Steffen Weiß aus Gera | 04.09.2012 | 13:09  
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Hannelore Grünler aus Artern | 05.09.2012 | 05:42  
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Steffen Weiß aus Gera | 13.11.2012 | 14:29  
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