Internationales Interesse an ehemaligem NS-Rüstungswerk „REIMAHG“

Das Filmteam aus England und Vereinsmitglieder vor dem Stolleneingang. Dritter von links: Regisseur Steve Morgan (London), Mitte: amerikanischer Historiker Michael Pevelec und vierter von rechts: Walpersberg-Vereinsvorsitzender Markus Gleichmann.
Kleineutersdorf: Walpersberg | Kahla/Thüringen. Am 13. Und 14. Mai drehte ein Fernsehteam für den international ausgestrahlten TV-Sender „National Geographics TV“ im Walpersberg bei Kahla. Die Dokumentation des britischen Regisseurs Steve Morgan beleuchtet die Geschichte des ersten in Serie gebauten Düsenjägers, der Messerschmit Me 262. Der 52 Minuten lange Film dreht sich dabei vor allem um die Produktionsstätten und die -Bedingungen in Deutschland. Für die technischen Details wurde der amerikanische Historiker Sterling Michael Pavelec beauftragt, welcher beim Dreh am Walpersberg mit vor Ort war und durch den Film führt.

Der Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V. organisierte in Zusammenarbeit mit dem Bergamt Gera die Möglichkeit am und im Berg zu drehen. Im NS-Rüstungswerk REIMAHG sollten monatlich 1.200 Flugzeuge, vor dem alliierten Bombardement, unter Tage geschützt, fertig gestellt werden. Lediglich ein Bruchteil, 20 bis 30 Stück, wurden am Walpersberg bis zum April 1945 zusammengesetzt. Bei der Herrichtung der ehemaligen Porzellansandgrube kamen mindestens 2000 ausländische Zwangsarbeiter bei den größenwahnsinnigen Plänen des damaligen NSDAP-Gauleiters Fritz Sauckel innerhalb eines Jahres ums leben. „Diese menschliche Tragödie sollte niemals hinter der Faszination für die Technikgeschichte stehen“, so der Vereinsvorsitzende Markus Gleichmann der für die Dokumentation interviewt wurde.

Für den Regisseur Steve Morgan ist es sehr interessant die Geschichte im Zweiten Weltkrieg darzustellen. „Immer wenn ich nach Deutschland komme, um eine Dokumentation zum Zweiten Weltkrieg zu drehen denke ich, erwarte ich eigentlich immer das mal ein Deutscher kommt und sagt ‚es ist genug’. Dieser Filmdreh ist jedoch etwas ganz besonderes für mich, da mich diese Geschichte ganz besonders fasziniert. Die Idee von Rüstungsfabriken unter der Erde ist unglaublich“, so Morgan.

Die Dokumentation, deren Titel noch nicht fest steht, wird bis August fertig gestellt und voraussichtlich zwischen September und November ausgestrahlt. Dann in allen 14 Standorten des National Geographics TV-Senders, der auch einen Spartenkanal in Deutschland betreibt. Natürlich wird der Film in die verschiedenen Sprachen übersetzt.

Für den Verein, der auch ein Dokumentationszentrum in Großeutersdorf betreibt, ist das erneute internationale TV-Projekt ein Beweis für die Wichtigkeit der Aufarbeitung der Geschichte. „Es ist wichtig diese, wenn auch sehr schwere Geschichte unserer Region, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“, so Vereinsvorsitzender Gleichmann abschließend. Auch deshalb zeigt sich die Ausstellung, wie auch die neue Publikation des Vereins, „REIMAHG-Werk ‚Lachs’“, erschienen im März im Heinrich-Jung-Verlag Zella-Mehlis, in mehreren Sprachen.
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