Italienische Schüler pflanzen Baum für NS-Opfer

Baum aus der Gemeinde Castelnovo ne'Monti Quelle: Verein / Jens Müller
Großeutersdorf: NS-Rüstungswerk REIMAHG | Kahla/Großeutersdorf. Zwölf Schüler der Klasse 5 B der Grundschule aus dem italienischen Castennovo Ne’Monti nahmen an der diesjährigen Gedenkfeier zu Ehren der Opfer der REIMAHG teil. Im Vorfeld ihrer Reise in die Nähe von Kahla recherchierten sie zur Geschichte Ihrer Heimatstadt. 1944 wurden über 20 Männer von den Deutschen Besatzern deportiert und als Zwangsarbeiter an den Walpersberg bei Kahla, zum Bau eines unterirdischen Flugzeugwerkes, gebracht. Unter unmenschlichen Bedingungen mussten sie, wie über 12500 andere Zwangsarbeiter auch, schwere Erdarbeiten erledigen. Über 2000 starben bei dem größenwahnsinnigen Projekt der Nazis.

Die Schüler kamen in Begleitung von Ermano Falcioni, der einst für die Nationalsozialisten arbeiten musste und seit einigen Jahren an den Gedenkzeremonien des Geschichts- und Forschunsgvereins Walpersberg e.V. und dem Landkreis teilnimmt. Mit 88 Jahren kommt er immer noch jedes Jahr um den 8. Mai an den schlimmsten Ort seiner Jugend.
Gemeinsam mit den Schülern pflanzte er einen Baum zu Ehren der Opfer und der Leiden, direkt vor einem ehemaligen Montagebunker, der mittlerweile zu einer Gedenkstätte geworden ist.
Über 90 Teilnehmer aus Italien, Holland, Belgien und Polen folgten der Einladung des Vereins zur Gedenkfeier am 9. Mai. Neben Ermano Falcioni nahm ein Überlebender zum ersten mal an den Veranstaltungen teil. Jan Stec aus Warschau erinnerte sich noch ziemlich genau an das Lager 2 bei Großeutersdorf und die durchzuführenden Arbeiten. Er war einer von über 4000 sogenannten „Ostarbeitern“ die für das Bauprojekt ihre Jugend, Ihre Kraft und viele auch ihr Leben gaben. Unter den Ostarbeitern befanden sich, anders als bei anderen Nationen, auch Familien mit Frauen und Kindern. Dieses Schicksal erlitten die Vorfahren der Familie Kilen, die ebenfalls zum ersten mal die Gedenkstätte und das Museum des Vereins besuchten.
Der Verein möchte anhand der neu gewonnenen Kontakte die Möglichkeit nutzen, so viele Zeitzeugenberichte wie möglich zu sammeln, um sie der Nachwelt zu erhalten.
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