Jenaer Altstadtfest: Schlechtes Wetter? Na und...

12.09.2014 / Altstadtfest Jena / Pink Floyd Show UK
 
Schwanethal Henck Eifrig

12.09.2014 – Der Bierfassanstich wurde verlegt - zur Stadtkirche. Das Turmblasen auch - ans Brautportal. Die Bühne nicht – die blieb. Nachdem das Altstadtfest wie gewohnt feierlich eröffnet und zeitgleich die Außensanierung der Stadtkirche enthüllt wurde, präsentierte sich das Jenaer Altstadtfest auf dem Marktplatz in alter Manier, nämlich laut und draußen. Wie schon im vergangenen Jahr war der Wettergott dem 10tägigen Fest nicht allzu wohl gesonnen, immer wieder regnete es und das ganze Tal war gehüllt in dichten Nebel und gefangen unter einer Wolkendecke. Doch das schreckt einen waschechten Jenenser nicht ab.

Schon gar nicht, wenn der Auftakt zum Fest ein echtes Highlight ist: Die Pink Floyd Show UK zog trotz Nieselregen die Massen an. Zu Recht, wie wohl jeder behaupten wird, der dabei war, denn selten war der Bass so intensiv, das Bühnenlicht so grell, die Erwartungshaltung so hoch. Enttäuscht wurde niemand. Fast hätte man glauben mögen, das Original selbst gäbe sich zum Besten, so hochkarätig das Ensemble, so perfekt die Inszenierung, so viel Liebe zum Detail. Hier und dort war dann aber doch der ganz eigene Einfluss der Combo zu spüren, mit leicht jazzigen Einlagen und drei attraktiven Backgroundsängerinnen, ins glitzernde „Kleine Schwarze“ gedressed - fast schon Saloncharakter und trotzdem psychedelisch, rockig und originär. Ja, es war eindeutig Pink Floyd dort auf der Bühne – keine simple Kopie, keine Hommage, sondern Leidenschaft für eine einmalige Musik. Pink Floyd kann man nicht kopieren. Nur leben. Und das Publikum war wohl der gleichen Ansicht und zollte das - mit schallendem Applaus und Jubelchören, wie es das Altstadtfest so vielleicht noch nie erlebt hat.

Die Highlights des diesjährigen Altstadtfestes


Zweifelsohne dürfte die „Pink Floyd Show UK“ in diesem Jahr nicht mehr übertroffen werden. Doch eine Abwärtsspirale ist trotz des fulminanten Auftakts nicht zu erwarten. Mit den „Firebirds“ ist auch 2014 wieder eine Band mit am Start, die die Massen mitreissen wird – zuletzt gaben sie sich 2013 zur Eröffnung der Sparkassen-Arena die Ehre, am Dienstag dem 16ten dann ab 19 Uhr auf dem Markt. Natürlich ist auch die Lichtbildarena wieder vertreten, diesmal mit dem Titel: „Nomaden auf Zeit“. Hingehen! Und noch ein weiterer Höhepunkt erwartet den Altstadtgänger diesen September: Die Band „Horizont“ rockt am 18ten den Marktplatz. Was bislang jedoch kaum einer weiß: Die Jungs von Horizont kommen diesmal nicht alleine – sie haben Verstärkung im Gepäck. Und die rockt keinen Dezibel leiser: „Schwanethal Henck Eifrig“ - ein Name, den man sich jetzt schon merken sollte, denn die Coverband mit dem Kürzel „SHE“ darf den Headliner garantiert nicht umsonst supporten. Anfang 2012 gegründet treten die drei Jungs seither regelmässig auf Stadtfesten, diversen Festivals, aber auch auf Kneipenbühnen und Hochzeiten auf und überzeugen ihr Publikum dabei nicht nur durch ihre musikalischen Interpretationen, sondern besonders auch durch die markante Stimmfarbe des Leadsängers Max (21). Die Idee, als Vorband von „Horizont“ aufzutreten, entstand dabei völlig spontan, wie Bassist Eif verrät: „Auf dem letzten Naumburger Kirschfest haben wir am gleichen Abend gespielt und haben danach noch zusammen gefeiert. Dort entstand die Idee, mal bei Horizont als Vorband zu spielen. Max hat dann einfach mal angerufen.“ Und nicht nur Coversongs werden zu hören sein, auch auf die ein oder andere eigene Komposition darf sich der Altstadtfestgänger freuen, bevor die siebenköpfige Band „Horizont“ allen anwesenden Musikfans einheizt.

Wissenswertes rund um das Jenaer Altstadtfest


Altstadtfeste haben Tradition. Auch in Jena. Und das mittlerweile schon seit 22 Jahren: September 1992 war der erste Bierfassanstich und auch der Mittelaltermarkt öffnete zum Altstadtfest Jena erstmals seine Pforten. Jährlich zählt das Event dabei mehrere zehntausend Gäste, einige von ihnen kommen jedes Jahr und das sogar von außerhalb. Und auch die Los- und Schießbude des Schaustellers Matthias Schard ist bereits so etwas wie eine Institution: Seit dem zweiten Altstadtfest ist die Bude hier bereits vertreten. Stadt und Veranstalter sind dabei seit jeher auf den gelungenen Kulturmix stolz, der Alt und Jung gleichermaßen anzieht. Neben Livemusik und Tanz auf dem Marktplatz und der obligatorischen Antenne Thüringen-Party locken aber natürlich auch die Köstlichkeiten nebenan, denn der Eichplatz wird zur Family- und Actionzone mit Karussell, Autoscooter und Co. Wie es sich eben für ein Stadtfest gehört. Doch trotz der gelungenen und willkommenen Ablenkung vom Alltag bleibt ein fahler Beigeschmack, denn die geplante Bebauung des Eichplatzes ist allgegenwärtig und lässt bei nicht wenigen die Frage zurück: Wie lange wird es das Jenaer Altstadtfest in dieser Form überhaupt noch geben? Am Mittwoch dem 17ten ist jedenfalls erst einmal Familientag. Also – liebe Eltern: Packt die Kinder ein und amüsiert euch bei Zuckerwatte und Co. auf dem Parkplatz vor der Neuen Mitte, es ist vielleicht die letzte Gelegenheit.
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