Kanubauer auf Holzmarkt in Jena

Wann? 12.04.2014 08:00 Uhr bis 12.04.2014 18:00 Uhr

Wo? Rathausplatz, Jena DE
Kai-Uwe Philipp ist gern auf dem Wasser unterwegs. In seiner Werkstatt in Wiehe gibt er Kurse im Kanubau.
Jena: Rathausplatz |

Ein altes Faltboot weckte einst das Interesse von Kai-Uwe Philipps. Ein Nachbar hatte es dem damals Zwölfjährigen geschenkt. „Ich habe es mir wieder flott gemacht“, erzählt Philipps. Doch seine Leidenschaft fürs Fahren im nassen Element reicht weiter zurück. „Mein Vater war Bootsbauer“, berichtet der Geschäftsmann aus Wiehe im Landkreis Sömmerda. Als er sieben Jahr war, hat dieser sein letzten Boot verkauft. Noch heute schwingt Bedauern mit, wenn Philipp davon erzählt. Das habe wohl den Ausschlag dafür gegeben, dass ihn Boote nie mehr ganz losließen.


Die Faltboote sind mittlerweile passé. Philipp gibt seit einigen Jahre Kurse im Kanubauen. „Das Talent und Geschick habe ich bestimmt von meinen Vater geerbt,“ ist er sich sicher. Das nötige Fachwissen hat er sich angelesen und aus Gesprächen mit Experten gezogen. Es helfe auch, ein Boot auseinander zu nehmen und zu schauen, wie es gebaut wurde.

Die Kanus, die in der Philippschen Werkstatt entstehen, sind aus heimischen Hölzern. Die harzhaltige Kiefer eigne sich beispielsweise besonders für den Kiel. Bei Paddeln und Sitzen werden die elastischen Hölzer der Eschen oder Eichen verwendet. Auch die Fichte sei optimal für den Bootsbau

Wie ein indianisches Fischerboot


Ein Woche dauert ein Kurs. Dann haben seine Schüler ihr eigenes Boot geschaffen. Es sind Kanadier, die mit einem Stechpaddel bewegt werden. Sie sind den indianischen Fischerbooten nachempfunden. „Das ist nicht so ganz einfach“, so Philipp. Aber zum Kurs gehöre auch die Einweisung ins Bootfahren.

Natürlich könnte man sich ein Boot auch fertig kaufen, weiß Philipp. Vor allem Plastikmodelle sind in großer Vielzahl im Handel erhältlich. Doch es sei nicht dasselbe: „Holz sieht einfach gut aus. Es hat eine ganz andere Optik.“ Zudem sei es auch viel leichter. Ein Vorteil, wenn das Kanu an flachen Stellen oder Schleusen umgesetzt werden muss.

Baum, Kind, Haus - Kanu


Es sind vor allem naturbewusste Menschen, die sich ihr eigenes Boot bauen. „Sie wollen sich etwas schaffen“, so Philipp. Getreu dem Motto: Ein Haus bauen, ein Kind zeugen, ein Baum pflanzen. Die Boote sehen immer wieder anders aus – ganz nach dem Geschmack des Bootsbauers. Er entscheidet über die Anzahl der Sitze und Lackschichten, ob Leder als schmückendes Element eingesetzt wird.

Mit seinen Kanus will Philipp auch das Interesse für Wasser wecken. Seiner Ansicht nach ist der Tourismus aus diesem gebiet an Saale und Unstrut noch nicht gut ausgebaut. Er selbst ist oft auf der Unstrut unterwegs, die unweit von Wiehe fließt. Von seinen Abenteuern auf dem Wasser kann Philipp am Wochenende auch den Besuchern auf dem Jenaer Holzmarkt erzählen. Dort will er ein Kanu „im Rohbau“ zeigen. Kinder können an seinem Stand kleine Boote bauen und gleich im einen kleinen Bassin zu Wasser lassen.

Der Holzmarkt in Jena

Der Holzmarkt findet am 12. April, von 8 bis 18 Uhr in der Jenaer Innenstadt statt. Erwartet werden über 100 Aussteller, Künstler und Handwerker, die ein Thema vereint: das Holz. Darüber hinaus werden Holz-Berufe vorgestellt und ein Mitmach-Programm (auchspeziell für Kinder) angeboten. Eingeladen wird gleichzeitig zum Holzspektakulum. Dabei werden beispielsweise Arbeitsschritte klassischer Waldarbeit in Wettkampfsituationen dargestellt, darunter u.a. Zielfällen, Entasten auf Zeit, Waldarbeiter mit Motorsägen gegen Zimmermänner mit Schrotsägen. Zudem dürfen die Besucher des Holzspektakulums gespannt sein auf den Harvester-Life-Einsatz, die Holzrückung mit Pferd und Forstspezialmaschinen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige