Karin Kießling sammelt Puppenhäuser und Stuben - In Jena-Kunitz ist ein Teil ihrer Sammlung zu sehen

Karin Kießling hat dieses Puppenhaus als Weihnachtshaus gestaltet.
Jena: Alte Schule |

Große Leidenschaft für kleine Schätze pflegt Karin Kießling aus Kunitz. Sie restauriert in ihrer Freizeit Puppenhäuser und Puppenstuben.

„Ich hatte als Kind ein großes Puppenhaus mit Schornstein, Treppe und Licht“, erzählt Karin Kießling. „Und jedes Jahr kam eine neue Etage hinzu.“ Doch mit dem Erwachsenwerden schwand die Freude am Miniaturheim. Lange Jahre blieb das so. Bis sie vor zwölf Jahren ein ramponiertes Puppenhaus auf einem Trödelmarkt in Jena fand. „Ich habe es gekauft, aufs Fahrrad gepackt und bin nach Hause gefahren. Seitdem bin ich von Puppenhäusern nicht mehr weggekommen.“

Karin Kießling ist keine verspielte Puppenmutter, die mit ihren Schätzen das eigene Heim dekoriert. Vielmehr hat sie Freude am Gestalten. „Ich bekomme die Häuser als Ruinen und baue sie wieder auf“, erklärt Kießling. Das kreative Hobby ist Ausgleich zu ihrer Arbeit als Diplom-Psychologin. Auf diese Weise schaffe sie sich nach Feierabend ein Stück heile Welt. Doch die ist nicht von Dauer. Beendet sie die Arbeit an einem Haus oder einer Puppenstube, ist auch der Reiz verflogen. Das gute Stück kommt in den Keller oder auf dem Boden. Ein neues Projekt wird in Angriff genommen. Derzeit ist es ein Zarenpalast mit vier Etagen.

Karin Kießlings saniert ihre Häuser mit viel Liebe zum Detail. „Manchmal muss ich lange überlegen, was aus einer dieser Ruinen entstehen kann.“ Denn meist sei nur noch der Rahmen vorhanden. Doch wenn sie erst einmal ein Thema gefunden hat, sprudeln die Ideen für die Biedermeiervilla, das Bauernhaus, das Wiener Café oder das mallorquinische Häuschen. Gardinen und Tapeten werden dem jeweiligen Stil angepasst, auch Stühle, Schränke und Tische. „Wenn ich nichts Passendes finde, bauche ich mir die Möbel selbst. Ich muss nicht für ein Miniatur-Vertiko 140 Euro ausgeben. So etwas kann ich selbst. Ich liebe es zu sägen, zu bohren, zu kleben.“

Mit ebenso viel Begeisterung geht Karin Kießling ans Dekorieren. Das Puppengeschirr passt perfekt zur Einrichtung. Im Caféhaus stehen Torten in der Vitrine. Und in der Schule tragen alle Puppen einen Ranzen. Im Biedermeierhaus steht eine Schillerbüste auf dem Klavier. „Die kleinen Schätze finde ich auf Trödelmärkten oder auf Ebay.“ Anderes wird einfach umfunktioniert. So entstanden aus Postkarten kleine Gemälde und aus Mosaik-Untersetzern Fliesenfußböden. Für die richtige Beleuchtung ist auch gesorgt. Karin Kießlings Ehemann ist Elektriker und bringt die Häuser und damit auch seine Frau zum Strahlen.


Termin
Eine Auswahl ihrer Puppenhäuser, Puppenstuben und Kaufläden zeigt Karin Kießling vom 29. November bis zum 9. Januar in der „Alten Schule“ in Jena-Kunitz. Rund 30 Objekte werden ausgestellt. Geöffnet ist jeden Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr sowie am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag. Es gibt Kaffee, Glühwein und Stollen. Für Kinder stehen zwei Puppenhäuser zum Spielen bereit.
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