Körperkämpfe, DDR-Trinker und Luther in Jena

Das Jenaer Stadtmuseum hat sich für 2012 drei große Themenschwerpunkte gesetzt: Sport, Trinken und Luther. Die erste Ausstellung unter dem interessanten Titel „Körperkämpfe“ beleuchtet Sport in Jena von der Frühzeit bis in die Gegenwart. Bereits um 1700 galt Jena als Fechthochburg, erklärte Matias Mieth, Direktor der städtischen Museen. In den 70er und 80er Jahren entwickelte sich die Universitätsstadt zur Weltmetropole der Leichtathletik und brachte Stars wie Marlies Göhr, Heike Drechsler und Renate Stecher hervor. Das Stadtmuseum will Helden, Niederlagen aber auch politische Vereinnahmung, Verstrickung mit der Wirtschaft und natürlich Doping in den Fokus rücken. Die Ausstellung wird mit Anekdoten, Filmaufnahmen und Originalstücken wie Marlies Göhrs Laufschuhe und Heike Drechslers Nylonbody untermauert, und ist vom 3. März bis 17. Juni im Stadtmuseum zu sehen.
Im Sommer erwartet die Besucher dann ein Geschichtsausflug in die DDR. Unter dem Titel „trinkKULTUR“ beleuchtet das Stadtmuseum Begriffe wie „Herrengedeck“, „Blauer Würger“ und „Kumpeltod“ und berichtet über die ganz eigene Trinkkultur von damals. Anders als oftmals behauptet war die DDR alles andere als nüchtern. Noch vor Ungarn und Polen erreichten die Ostdeutschen den höchsten Konsum an Spirituosen weltweit. In der Ausstellung wird auch die Suchtprävention eine wichtige Rolle spielen, die in der DDR weitgehend tabuisiert und anfangs staatlich kaum gefördert wurde. Zu erleben sind Zeitzeugenberichte, historische Dokumente, Filmaufnahmen und alte Kneipenführer und Speisekarten von damals. Teresa Thieme, welche die Ausstellung ausarbeitet, sucht aktuell noch nach DDR-Getränkekarten oder andere Sachen rund um die DDR-Trinkkultur in Jena und Umgebung.
Zum Jahresende beschäftigt sich das Museum mit Luthers Bibelübersetzung. Jena galt schließlich als wichtigster Druckort der Lutherischen Bibel und war 1883 Austragungsort der „Lutherfestspiele“. In der Ausstellung „Musikalische Luthergedanken in Jena“ werden Memorabilia und Mythen um den Reformator gemeinsam mit der Universität aufgearbeitet und in der fast drei Monatigen Ausstellung veröffentlicht.
Im Romantikerhaus beginnt das Jahr Ende März mit einer Ausstellung zu Horst-Peter Meyer. Den Besuchern werden Malerei, Drucktechnik, Radierungen und Zeichnungen mit schwarzer Tusche des Weimarer Künstlers präsentiert. Bei seiner assoziativen Arbeiten lässt sich Mayer oft von literarischen Texten anregen und hat sich speziell für die Ausstellung in Jena Blattfolgen zu Novalis und Ernst Theodor Amadeus Hoffmann erarbeitet. Um Letzteren dreht sich auch ab 21. Juli eine eigene Ausstellung im Romanikerhaus. In drei Lebensabschnitten wird der Zeichner und Karikaturist erstmals in Thüringen ausführlich dargestellt.

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5 Kommentare
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Steffen Weiß aus Gera | 26.01.2012 | 15:55  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 26.01.2012 | 22:51  
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Steffen Weiß aus Gera | 26.01.2012 | 22:53  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 26.01.2012 | 23:05  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 26.01.2012 | 23:05  
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