Letzte Instanz: Nicht mehr verstellen

  Jena: F-Haus | Am 26. Dezember schauen die Herren von der Letzten Instanz im F-Haus vorbei. Klingt nach einem netten zweiten Weihnachtsabend. Wir haben mit dem Bandmitbegründer, Songwriter, Sänger und Gitarristen Holger Lieberenz alias Holly d. gesprochen über 15 Jahre Instanz.

Zum Stadtfest in Jena habt ihr vor nicht allzu langer Zeit den Marktplatz gerockt, habt ihr noch Erinnerungen an das Jenaer Publikum?
Holly d.: Haben wir, das war ein außergewöhnliches Konzert. Wir waren erst etwas skeptisch, wir mit unserer etwas verkopften Musik so zwischen Bierbänken und Volksmusik, aber abends waren richtig viel, auch viel junge Leute da und es war eine tolle Party. Und man muss auch mal sagen, aber der Bühne auf dem Markt zu spielen, vor der Kulisse, das war schon stark. Danke Jena!

Vor 15 Jahren seit ihr noch mit weiß geschminkten Gesichtern auf die Bühne, was steckte dahinter? Wie denkt ihr heute darüber?

Holly d.: Das war halt damals so unsere Verkleidung, das waren die Rollen, die wir gespielt haben. Heute sind wir da authentischer geworden, wir müssen uns nicht mehr verstellen, um auf eine Bühne zu gehen. Ich stehe trotzdem zu den alten Zeiten, sie waren gut und wichtig und haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind, eine erwachsene Band, die sich ihren Spaß an der Musik erhalten hat.

Ihr nennt Eure Musik Brachialromantik, ist das nicht ein Widerspruch in sich?
Holly d.: Schön, dass das mal jemand auffällt. Genau das ist aber eben das Spannungsfeld in dem sich LETZTE INSTANZ seit 15 Jahren bewegt, romantische Streicher, Akustikgitarren, lyrische Texte, Zerbrechliches, Schönes und das gepaart mit Energie, Spielfreude, manchmal auch roher Härte. Das hat uns und unserem Publikum all die Jahre Spaß gemacht und wird es auch weiter tun.


Sicher gibt es eine Mischung aus vielen Alben.. Wie stellt ihr diese zusammen?
Holly d.: Zugegeben, bei 10 Studioalben fällt die Auswahl für so eine kleine Jubiläumstour nicht leicht: Bei der großen Jubiläums-Show am 19.10. in Dresden haben wir deshalb über drei Stunden gespielt, das würde allerdings den Rahmen im F-Haus Jena sprengen, das werden wir wohl eher knapp über 2 Stunden kommen, aber natürlich haben wir auch viele alte Songs dabei. Wer sich danach übrigens noch das ganze Programm aus Dresden anhören möchte, das gibt es im Frühjahr 2014 als Live-DVD zu kaufen und man kann das Projekt auch jetzt schon unterstützen und sich die DVD sichern und zwar bei Pledge Music, einem Crowdfounding-Portal. Ein sehr spannendes Projekt.


Welche Song spielt ihr überhaupt nicht mehr? Und warum?
Holly d.: Es gibt schon Songs, die einfach nicht mehr in die Band 2013 gehören, unser Geiger Herr Stolz mag den „Geigenschüler“ nicht mehr spielen, vor allem auf dem ersten Album von 1997 sind so einige Songs drauf, die sich die Band nicht mehr unbedingt live vorstellen möchte, deshalb stehen wir aber trotzdem dazu, die gehören zu uns, aber eben vll. nicht mehr unbedingt auf die Bühne.


Die Feier zum 15.-Jährigen ist vorbei, was bleibt davon außer einem Kater?
Holly d.: Ein tolles Konzert mit 2500 großartigen Fans und vielen musikalischen Gästen von dem es dann, so wir genug Anhänger auf Pledge Music finden demnächst auch eine DVD gibt. Es bleibt ein gute Gefühl für die Vergangenheit und aus dem heraus ein entspannter Blick in die Zukunft. Wir haben all die Jahre wirklich viel richtig gemacht. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass wir immer bereit waren zu lernen und uns weiter zu entwickeln. Stillstand hab es bei LETZTE INSTANZ nie und wird es auch nicht geben. Wie hieß es schon 2001 in „Kopfkino“: "Jeder Irrtum bringt uns an ein neues Ziel."

Wird es tendenziell immer schwerer, neue Songs zu schreiben, wenn man so viele schon gemacht hat?
Holly d.: Das merkt man immer erst beim machen, manchmal ist es unendlich leicht, manchmal geht es überhaupt nicht. Die Muse küsst einen, wann sie will. Derzeit küsst sie wieder, vor allem Oli und Holly arbeiten mit Hochdruck an einem neuen Album. Die Veröffentlichung ist Herbst 2014 geplant.

"Testet" ihr Songs bei "Unbeteiligten", bevor ihr Sie auf Platte bringt?
Holly d.: Ja, schon Freunde, Plattenfirma, die eigene Freundin (sehr wichtig!). Allerdings ist der Erfolg solcher „Tests“ umstritten, der eine oder andere mag dadurch auch nur seine eigene Meinung bestätigt haben, aber das gehört zu Spiel. Im Endeffekt müssen die Songs vor allem für uns selber funktionieren.

Vinyl scheint wieder im Kommen zu sein, gibts Alben von Euch auch als Platte?
Holly d.: Wir diskutieren da seit Jahren drüber, unsere Plattenfirma traut sich aber nicht so richtig dran. Wir haben das gerade jetzt zum Jubiläum noch mal durchkalkuliert und es war einfach nicht finanzierbar. Ganz zu den Akten gelegt ist das Projekt LI-Schallplatten aber noch nicht.

Was zeichnet für Euch einen gelungenen Abend aus und könnte es in Jena einer werden?
Holly d.: Der Abend wir für uns und das Publikum eine Reise, durch Zeiten, Gefühle, Bilder, Farben, Klänge, das ganze mit viel Bewegung und am Ende eine großen Party. Wenn wir alle mit müden Beinen und Freude in Kopf und Herz raus kommen, dann war der Abend gelungen. Ich mach mir da aber keine Sorgen, Jena ist immer eine Reise wert!

Termin:
Donnerstag, 26. Dezember 2013 @ 20:00
F-Haus, Johannisplatz 14, 07743 Jena
Deutschland
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