Mathe zur Zeit Luthers - Ausstellung in der Uni-Bibliothek

Dr. Kirsten Gerth erläuterte zur Eröffnung die ausgestellten Exponate in den verschiedenen Vitrinen. Links unten sind zwei imposante Bücher des bedeutenden ägyptischen Mathematikers und Geographen Claudius Ptolemaeus (100-178 n.Chr.) zu sehen, die 1490 bzw. 1513 gedruckt wurden. Foto: Hausdörfer
JENA. „Martin Luther dürfte in Mathe keine große Leuchte gewesen sein“, folgert Dr. Kirsten Gerth, Mitarbeiterin der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB), aus kleinen Rechenfehlern in überlieferten Dokumenten. Das musste der von 1483 bis 1546 lebende Reformator wohl auch nicht, denn bekanntlich lagen seine Stärken mehr im theologischen Bereich.
Doch es gab auch schon zu seiner Zeit und noch viel früher begnadete Könner auf diesem Fachgebiet. „Mathematik zur Zeit Martin Luthers“ ist der Titel der neuen Ausstellung im Zimelienraum und im Foyer der ThULB, die Dr. Kirsten Gerth zusammengestellt hat.

Gezeigt werden wertvolle Mathematikbücher aus der Bibliotheca Electoralis, der einzigartigen Büchersammlung des sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise (1463 bis 1525) und Johann Friedrich I. (1503-1554), die auch viele naturwissenschaftliche Themen beinhaltet.

Im Zimelienraum, der „Schatzkammer“ der ThULB, sind die ganz alten und wertvollen Bücher – die hier unter besonders schonenden Licht- und Luftverhältnissen lagern - zu bewundern. So mathematische Bücher der griechisch-hellenistische Epoche sowie Werke aus der Römerzeit. Den Arabern ist die Wiederentdeckung und Weiterentwicklung der griechischen Wissenschaft zu verdanken, die die Werke der Griechen übersetzten und Bagdad zu einem Zentrum der mathematischen Wissenschaft machten. Weitere Schwerpunkte sind die Mathematik im europäischen Mittelalter und in der Renaissance. Damit soll der Stand der Mathematik zur Zeit Martin Luthers anschaulich gemacht werden.

Die ältesten Bücher stammen aus der Zeit wenige Jahre vor 1500 und die Besucher dürften erstaunt sein, wie gut die Schrift und die Farben noch immer erhalten sind. Mathematikbücher waren einst auch so richtige Renner auf dem Büchermarkt. „Bücher von Euklid gehörten nach der Bibel zu den meisteditierten Büchern überhaupt“, weiß Dr. Kirsten Gerth zu berichten. Mit dem Band „Arithmetica Integra“, gedruckt 1544, ist auch ein Werk eines Jenaer Wissenschaftlers vertreten. Autor ist der Professor Michael Stifel, der auch durch seine veröffentlichten Weltuntergangsszenarien bekannt wurde – der 21.12. 2012 und der Maja-Kalender lassen grüßen.

Der Ausstellungsteil im Foyer der Bibliothek greift die im Zimelienraum präsentierte Thematik auf und zeigt Autoren und Werke der Bibliotheca Electoralis in neuzeitlichen Drucken.

Ausstellung: „Mathematik zur Zeit Martin Luthers“
Ort: ThULB, Bibliotheksplatz 2, 07743 Jena
Öffnungszeiten:
Zimelienraum: dienstags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 18 Uhr nach vorheriger Anmeldung (Tel. 03641/940100)
Foyer: zu den Öffnungszeiten der geisteswissenschaftlichen Bibliothek
Ausstellungsende: 14.11.2013
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