Musikalische und choreografische Interpretation zu Werken Alexej von Jawlenskys - Ausstellung „Ich arbeite für mich, nur für mich und meinen Gott.“ im Stadtmuseum Jena

Blick in die Ausstellung „Ich arbeite für mich, nur für mich und meinen Gott.“ Alexej von Jawlensky - Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen im Stadtmuseum Jena.
Jena: Stadtmuseum | Im Rahmen der Alexej von Jawlensky-Retrospektive im Stadtmuseum Jena finden zwei außergewöhnliche Uraufführungen und ein Vortrag statt.

Dienstag, 16. Oktober, 19 Uhr, Rathaus Jena
Tutto dentro
Musikalische und choreografische Interpretation zu Werken Alexej von Jawlenskys
Tanztheater Teatrodanza Tiziana Arnaboldi, Locarno
Mit einer Einführung von Angelica Jawlensky Bianconi

Mittwoch, 17. Oktober, 19 Uhr, Veranstaltungsraum Kunstsammlung Jena
Tutto dentro
Musikalische und choreografische Interpretation zu Werken Alexej von Jawlenskys
Tanztheater Teatrodanza Tiziana Arnaboldi, Locarno
& Vortrag „Alexej von Jawlensky. Leben & Werk“
Angelica Jawlensky Bianconi

Das Tanztheater Tiziana Arnaboldi (Locarno) widmet sich seit Jahren dem experimentellen Ausdruckstanz und konnte zahlreiche internationale Preise und andere Erfolge verbuchen. Dank der engen Beziehung der Familie Jawlensky und einer Förderung durch Pro Helvetia ist es möglich geworden, das Tanttheater für die Bilder Jawlenskys zu begeistern. Hiermit knüpft das Tanztheater an eine Tradition der klassischen Moderne an, als Jawlensky (und Kandinsky) gemeinsam mit dem Komponisten Thomas von Hartmann und dem Tänzer Alexander Sacharoff die Synergien zwischen Malerei, Musik und Tanz erforschten und im kreativen Miteinander ausprobierten. Dabei spielte Hartmann am Klavier, Sacharoff tanzte die Töne und Jawlensky malte diese. Das Gemälde „Gelber Klang“ – ausgestellt in Jena – ist ein schönes Beispiel dieses experimentellen Miteinanders, das später oft beschrieben wurde und Basis vieler theoretischer Abhandlungen wurde. Die Sitzungen der beteiligten Künstler fanden meist im Atelier Jawlenskys (oder im Salon von Marianne von Werefkin) in der Münchner Giselastraße in den Jahren um 1910 statt und wurden legendär.

Das Tanztheater Tiziana Arnaboldi hat sich verschiedene Gemälde Jawlenskys hergenommen und daraus eine Choreografie entwickelt, die zur Basis des Abends wird. Im Mittelpunkt stehen dabei die „Variationen“, eine Serie von Bildern, die Jawlensky ab 1914, nach seiner in Folge des Ersten Weltkrieges erzwungenen Vertreibung aus Deutschland malte und die mit nahezu 300 Werken immer wieder um ein landschaftliches Thema kreist. Bereits der Titel der Serie ist dicht bei der Musik. Jawlensky nennt diese Folge auch „Lieder ohne Worte“ und schreibt später in seinen Lebenserinnerungen: „Ich fing an, meine sogenannten Variationen über ein landschaftliches Thema, die ich vom Fenster sah, zu malen. Und das waren ein paar Bäume, ein Weg und der Himmel. Ich fing an, etwas zu malen, um mit Farben auszudrücken, was mir die Natur soufflierte. In harter Arbeit und mit größter Spannung fand ich nach und nach die richtigen Farben und Formen, um auszudrücken, was mein geistiges Ich verlangte. Jeden Tag malte ich diese farbigen Variationen, immer inspiriert von der jeweiligen Naturstimmung zusammen mit meinem Geist.“

Die Gemälde werden abstrakter und der Weg zur Verschmelzung von Objekt und Raum ist frei, nachdem sich Jawlensky auch von der Existenz einer Horizontlinie verabschiedet hat. Nun bleibt einzig die Schwerkraft als ordnendes Prinzip erhalten und er realisiert das, was schon lange in ihm wächst: Ein Bildprogramm, das, unabhängig von der Realität, nur allein der inneren Anschauung verpflichtet ist.

Die Uraufführung findet am Dienstag, 16.10., 19 Uhr im Jenaer Rathaussaal statt. Neben dem Tanz werden die Gemälde Jawlenskys auf die Wand projiziert und von der Enkelin des Malers, Angelica Jawlensky Bianconi, einführend kommentiert.

Beteiligt sind: Mimmo Prisco (Musik), Luciano Zampar (Musik), Tiziana Arnaboldi (Tanz). Eleonora Chiocchini (Tanz) und Laure Barras (Tanz).

Am Mittwoch 17.10., 19 Uhr wird die Veranstaltung - in choreografisch etwas anderer Form - im Veranstaltungsraum des Museums aufgeführt. Nach dem Tanz hält Angelica Jawlensky Bianconi einen Vortrag über Leben & Werk Ihres Großvater Alexej von Jawlensky.

Für beide Veranstaltungen können die Karten zu 10 Euro und 6 Euro (Ermäßigt) im Vorverkauf an der Museumskasse oder an den Abendkassen erworben werden.

Die Veranstaltung ist nur durch das große Engagement aller Beteiligt und eine Förderung durch Pro Helvetia überhaupt möglich geworden.


Ein Bericht zur Ausstellung inklusive virtuellem Rundgang ist hier zu finden:

http://www.meinanzeiger.de/jena/kultur/bich-arbeit...

Mehr über das Stadtmuseum Jena:

http://www.meinanzeiger.de/jena/themen/stadtmuseum...
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.10.2012 | 21:49  
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