Musikgeschichte auf 60 Quadratmetern

Plattenladen „Mr. Music“ von Johann Mitterbauer feiert 20-jähriges Geschäfts-Jubiläum

35 Jahre sind eine lange Zeit in der Musikbranche. Johann Mitterbauer (rechts mit Verkäuferin Antje Lißner) hat sie jedoch gut gemeistert, vielleicht, weil er nie selbst auf der Bühne stand. 1975 bekam er von seinen Eltern einen Plattenspieler geschenkt und dazu auch seine erste LP: „Strung Up“ von „Sweet“. Damals war er 11 Jahre alt und schon als Teenager begann er, Platten zu sammeln. Eine Leidenschaft war entflammt, die den gelernten Kaufmann schließlich auch den Handel mit Tonträgern beginnen ließ. In den 80er Jahren flog er dafür mehrmals 4 bis 6 Wochen in die USA und brachte oft containerweise Platten mit. 1990 begann der gebürtige Regensburger als mobiler Händler auf Wochenmärkten und Flohmärkten für Schallplatten und CDs - und steuerte u.a. auch Jena an. Dass er hier vier Jahre später unter dem Namen „Mr. Music“ einen Laden am Roten Turm eröffnen würde, daran hätte er damals noch nicht denken können. „Das war reiner Zufall“, blickt der 49-Jährige mit der Musikleidenschaft heute zurück, der dann seinen Lebensschwerpunkt aus Bayern in die Saalestadt verlagerte.
Inzwischen ist der Gemütsmensch mit seinem Geschäft zweimal umgezogen. Erst gegenüber des Universitätshauptgebäudes, dann in die Kahlaische Straße, raus aus dem Zentrum. „Meine Stammkunden kommen aber nach wie vor“, versichert Mitterbauer. Die meisten von ihnen seien etwas älter, haben etwas mehr Geld und besitzen noch einen Plattenspieler. „Doch in den letzten Jahren entwickelte sich ein Kult um die Schallplatte und so strömen verstärkt auch jüngere Kunden ins Geschäft“, weiß der Musikliebhaber. So gibt es auch monatlich Neuheiten auf Vinyl und der Markt boomt, allerdings liegen die Verkäufe im Promillebereich gegenüber der nach wie vor dominanten CD. Aus den klanglichen Unterschieden macht er keinen Hehl: „Dass eine Platte generell besser klingt, höre ich nicht. Viele Platten weisen nur deshalb mehr klangliche Feinheiten auf, weil die etwas blechern klingende CD schlecht gemastered wurde.“

Hardrock und bayrische Folklore

Im Sortiment des beinahe überquellenden Ladens von „Mr. Music“ finden sich insgesamt etwa 50 000 Tonträger, das Verhältnis von Platten zu CDs liegt bei 3:2. Der Inhaber selbst hört am liebsten (Hard-)Rock, Independent und Progressive, seine Lieblingsbands sind AC/DC, Neil Young und Porcupine Tree. Aber ihm kommen auch immer wieder außergewöhnliche Sachen unter wie die bayrische Folklore von Fredl Fesl: „Auch diese Alben gehen gut, nur Funk und Soul lassen sich in Jena schwer verkaufen.“ Die musikalische Experimentierfreude und Offenheit gegenüber Neuem ist Johann Mitterbauer auf seinem 60 Quadratmeter fassenden Reich jedenfalls auch zum 20-jährigen Geschäftsjubiläum noch nicht abhandengekommen.
Weitere Informationen unter www.plattenguru.de
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