NOTAUSGANG seit 15 Jahren im Jenaer Straßenbild präsent

Schlagzeilen aus 15 Jahren NOTAUSGANG prägen das Titelbild der Jubiläumsausgabe des Jenaer Straßenmagazins.
Im Sommer vor 15 Jahren hatten die „Jenaer Tafel“ und die Vereine „Ein Dach für Alle“ und „Hilfe zur Selbsthilfe – Begegnung Jena“ die Idee, eine soziale Straßenzeitung herauszugeben. Zum Weihnachtsmarkt 1997 präsentierten sie die erste Ausgabe des auf den Namen NOTAUSGANG getauften Blattes. Seitdem sind zeitweise bis zu einem Dutzend Verkäuferinnen und Verkäufer unterwegs, um das Heft an die Frau und an den Mann zu bringen.

Nach wie vor sieht es das Zeitungsteam als sein vordringliches Anliegen, mit den gegenwärtig vier im Jahr erscheinenden Ausgaben das Interesse an sozialen Themen wach zu halten. Das Blatt will Mittler sein zwischen Hilfe Suchenden und Hilfe Anbietenden. Es bietet soziokulturellen, karitativen und mildtätigen Initiativen, Vereinen, Verbänden und Einrichtungen eine Plattform, ihre Angebote in lebendiger Form darzustellen und durch Blicke hinter die Kulissen Interesse und Neugierde zu wecken.

Fester Bestandteil sind seit vielen Jahren Beiträge über Jenaer Selbsthilfegruppen. Den jährlichen „Selbsthilfetagen“, in diesem Jahr am 12. und 13. November wieder in der „Goethe-Galerie“ präsent, werden stets mehrere Seiten gewidmet. Inzwischen durch Arbeitsbande fest mit der Zeitung verbunden ist der „Imaginata“-Verein. Das jeweilige „Jahresthema“ dieser sozial engagierten Kreativschule im Jenaer Norden ist Themenimpuls für gemeinsam gestaltete Ausgaben. In diesem Jahr gab es bereits die zehnte Auflage dieser Art. Das aktuelle im Straßenverkauf angebotene Heft gewährt schlaglichtartige Einblicke in diese gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit.

Ein Kernanliegen des Straßenzeitungsprojekts ist es, wie bei allen derzeit etwa 35 in Deutschland wirkenden derartigen Projekten, den Verkäufern der Zeitung ein finanzielles Zubrot zu ermöglichen, worauf viele von ihnen angewiesen sind. Ohne deren ausdauerndes Engagement bei Wind und Wetter zwischen Stadtzentrum, Lobeda und den zahlreichen sonstigen Verkaufsarealen wäre NOTAUSGANG so nicht möglich. Gespräche mit Interessenten und Käufern vermitteln zudem Ansatzpunkte für Themen, die gewissermaßen „auf der Straße liegen“.

Auch am Blatt selbst wirken Verkäufer mit. So gibt es im aktuellen Heft einen Beitrag über einen vielen Jenaern lange Zeit zum Straßenbild zwischen Holzmarkt und Rathaus gehörenden Verkäuferkollegen, den es inzwischen in ein anderes Zeitungsprojekt verschlagen hat. Ein anderer Verkäufer berichtet über seine Beweggründe, nach Ablauf seiner „Maßnahme mit Mehraufwandsentschädigung“ sprich „Ein-Euro-Job“ aktiv dabei zu bleiben. Solche und ähnliche amtlich verordnete Beschäftigungen zwischen arbeitsmarktpolitischer Irrfahrt und praxisbezogener Interessenformung hat es in der 15-jährigen Geschichte des Straßenblattes derweil mehrere gegeben, was „Jenarbeit“-Werkleiter Eberhard Hertzsch in seinem Grußwort zum Jubiläum Anlass zur Freude gibt.

Wie anderswo in der sozialen Arbeit auch, bedarf das finanzielle Gerüst des Zeitungsprojektes ständiger Ertüchtigung. Seinen Förderern gilt deshalb ein ausführliches Dankeschön der Vorsitzenden des Herausgebervereins im Geleit zur Jubiläumsausgabe. Zu deren weiteren Themen gehören Gewalt in häuslicher Gemeinschaft, Anliegen Jenaer Umweltaktivisten, die Jenaer Obdachlosensituation aus Sicht der Stadtverwaltung, Weihnachtsmänner für Belarus und Sprachhilfen für Kinder aus der Fremde. Der traditionelle Rechtsrat gilt diesmal den Tücken des Aufhebungsvertrages. Die seit der ersten Ausgabe des NOTAUSGANG ununterbrochen gebotene Bastelseite für die jüngsten Leser stimmt mit Anregungen für selbst gestaltete Schneeflocken aus Papier auf einen hoffentlich weißen Jahreswechsel ein.

Übrigens: Die Zeitungsleute suchen ständig Mitstreiter für Redaktion und Vertrieb. Interessierte sind im „Redaktionskeller“, Markt 19, stets willkommen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige