Physik-Hörsaal als Thriller-Kulisse

Am Thriller-Drehort „Großer Hörsaal der Physik“ am Max-Wien-Platz: die Hauptdarsteller Stipe Erceg (bekannt aus „Der Baader Meinhof Komplex“ oder „Die fetten Jahre sind vorbei“), Mark Waschke („Die Buddenbroks“, „Tatort“, „Der letzte Zeuge“) und Bernadette Heerwagen („Ich bin die Andere“, „Bauernopfer“, „Grüße aus Kaschmir“). Foto: Hausdörfer
Der altehrwürdige große Hörsaal der Physikalisch-Astronomischen Fakultät hat in seiner 55-jährigen Geschichte außer mehr oder weniger fleißig lernenden Studenten schon so einiges erlebt. So die legendären Konzerte der Reihe „Musik im Hörsaal“ in den 1970er Jahren, zum Beispiel mit „Panta Rhei“ (mit Veronika Fischer und dem späteren „Karat“-Frontmann Herbert Dreilich) oder der ungarischen Kultband „Omega“. Filmdrehs von MDR und ARD gab es hier auch schon, aber noch nie dürfte der Hörsaal als Kulisse für einen Thriller gedient haben.

Konkret geht es um die Verfilmung des Romans „Schilf“ der Autorin Juli Zeh durch die Produktionsfirma „X Filme Creative Pool“ im Auftrag von WDR, BR und ARTE. In diesem „physikalischen Thriller“ spielt die Frage nach der Existenz von Parallelwelten eine wichtige Rolle. Die umstrittene Theorie der Parallelwelten interpretiert Ergebnisse aus der Quantenmechanik dahingehend, dass nebeneinander existierende Universen bestehen, in denen bestimmte Ereignisse parallel und trotzdem unterschiedlich verlaufen können. Berühmt geworden ist in diesem Zusammenhang das Gedankenexperiment „Schrödingers Katze“, benannt nach dem Physiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger (1887-1961), der auch an der Jenaer Universität lehrte und Namenspate für eine Straße in Jena-Winzerla ist.
Im Film versucht der Physikprofessor Sebastian (Mark Waschke) an der Uni Jena die Existenz von Parallelwelten zu beweisen, dafür belächelt von seinem Studienfreund Oskar (Stipe Erceg), Professor an der Universität Genf. Als sein Sohn entführt wird, soll er einen Mord begehen, um das Leben seines Kindes zu retten. Und es scheint, als könnte ihm seine eigene Theorie zum Verhängnis werden...

In Jena fanden die Filmemacher, so Produzentin Manuela Stehr, den idealen, authentischen Drehort und sehr gute Unterstützung durch die Uni-Mitarbeiter und die Stadt. Nur mit einer freien Wohnung für Dreharbeiten hätte man in Jena nicht dienen können. Regisseurin Claudia Lehmann, die in ihrem „ersten Leben“ Physik studierte und promovierte, war begeistert von der idyllischen Landschaft in Jena. Gedreht wurde u.a. in den Kernbergen und im Botanischen Garten. Nach Jena ist die Filmcrew weiter gezogen nach Genf. Zum Jahresende soll der Streifen fertig gestellt sein.
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