Roy Bäthe macht Tiere zu Kunst

Wann? 02.06.2016 09:00 Uhr bis 30.10.2016 00:00 Uhr

Wo? Bienenhaus, Am Steiger 3, 07743 Jena DE
Heute posieren die Keas für Roy Bäthe, um von ihm skizziert und später gemalt zu werden.
 
Eines von Roy Bäthes Bildern
Jena: Bienenhaus | Tiere werden bei ihm zu Kunstwerken. Der Erfurter Zoo-Pädagoge Roy Bäthe zeigt seine Tierbilder in einer Ausstellung in Jena.


Tiere, Tiere, Tiere. Roy Bäthe hat einen Traumjob. Als Zoo-Pädagoge ist der Tier- und Naturliebhaber im Erfurter Zoopark seinen Lieblingen täglich nah. Jungen Besuchern vermittelt er außerdem eine Menge Wissenswertes über die Zoobewohner und ihre Art zu leben. Doch selbst nach Feierabend gehört seine Leidenschaft den Tieren, nun auf andere Art. "Seit frühester Kindheit bin ich auf Tiere fixiert, hatte Meerschweinchen, Vögel und einen Hund, habe sie auch immer schon gemalt", lässt der heute 50-Jährige seine Gedanken in die Vergangenheit schweifen. Längst ist aus den Malversuchen von einst echtes Können geworden, Roy Bäthes Bilder sind eine sehenswerte Verbindung von Kunst und Natur.


Dabei sieht sich der Hobby-Maler nicht als biologisch informierten Künstler, sondern als Biologen, der malt und zeichnet. Ihm ist es wichtig, bei seinen Bildern exakt zu sein. Bei Hintergründen und gemalter Umgebung dürfe es gern auch ein wenig abstrakt zugehen, doch die Tiere sollen so aussehen, wie sie sind. In ihrer wahren Form, mit stimmigen Proportionen, Farben, Lebensweise. "Ich habe den Anspruch, es richtig zu machen", gibt Roy Bäthe zu und macht es sich selbst dabei nicht immer leicht. Manche Motive sind eine echte Herausforderung. Hat er seine tierischen Modelle im Zoo oder bei einem Spaziergang vor Augen, fällt es ihm nicht schwer, daraus ein Bild werden zu lassen. Sein fotografisches Gedächtnis hilft ihm dabei. Doch Tiere zu malen, die er nur von schlechteren Fotos kennt oder von denen es kaum mehr als noch das Fell gibt, kann zu einer kniffligen Angelegenheit werden. So wie bei den Hornträgern, die er malen sollte und die auf Jägerfotos eher als Trophäe denn als Anschauungsobjekt herhalten mussten. Auch die in Vietnam kürzlich entdeckte Antilopenart war ein schwieriges Unterfangen. Lediglich das Fell und ein Bild von einem schlecht gemachten Präparat dienten als Vorlage. Dann helfen dem Künstler seine anatomischen Kenntnisse und die jahrelangen Erfahrungen.


Reptilien sind nicht sein Fall


Im Zoopark selbst hat der studierte Pädagoge und Künstler keine Zeit, sich an die Staffelei zu stellen. Obwohl er auch dort malt. Dann aber rein beruflich, wenn er wieder eine der großen Informationstafeln gestaltet, auf denen auch von ihm gemalte und gezeichnete Tiere zu sehen sind. Zu Hause liebt er es, in seinem Atelier unter dem Dach zu stehen und sich stundenlang der Malerei zu widmen. Obwohl die Vorarbeiten, die genauen Studien, beinahe noch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Am liebsten, erzählt Roy Bäthe, male er Vögel und Säugetiere, "Ich bin nicht so der Reptilienfan", gesteht er, Schuppen bringe er nicht gern aufs Papier. Mit Haaren, Fell hingegen habe er keine Probleme. Obwohl Säugetiere mit glattem Fell schon wieder schwieriger seien, da sehe man jeden Muskel durch. Und es soll ja alles authentisch sein. Vielleicht, so überlegt Roy Bäthe, komme er bald einmal dazu, Agutis in seinen Aquarell-Bildern zu verewigen, das sind große Meerschweinchen, die er gern malen würde. Oder Hörnchen, die in Südostasien vorkommen. Das kleine, ungewöhnliche Haustier der Bäthes, ein Flughund, hat es merkwürdigerweise noch nicht zu gemalten Ehren gebracht. Aber das wird sicher noch.


Die Ausstellung


Ein Querschnitt aus Roy Bäthes Schaffen ist noch bis Ende Oktober in Jena in einer Ausstellung zu sehen: "Erfurter Zoomalerei", bis 30.10. in der "Arbeitsgruppe Biologiedidaktik" der Friedrich-Schiller-Universiät Jena, Am Steiger 3 (Bienenhaus). Geöffnet Montag bis Freitag 9 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung. Kontakt: Telefon 03641/949490, E-Mail: marion.wondrak@uni-jena.de
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