Sich ganz einfach trauen - 2. Kunstpreis für Menschen mit Behinderungen

Vorbereitungen für den 2. Kunstpreis für Menschen mit Behinderungen: Stiftungsinitiator Martin Fischer (v.re.), Künstler und Jurymitglied Ekkehard Engelmann sowie Antje Bauer, Ansprechpartnerin für alle Fragen zur Kunstpreisvergabe. Foto: Hausdörfer
JENA. „Es ist ganz wichtig, Menschen mit Behinderungen möglichst nah an das ganz normale Leben heranzuführen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.“ Der das sagt ist Martin Fischer, bis zum Vorjahr Chef der Jenaer Sparkasse. Und er weiß, von was er redet. Seine Ehefrau war nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt, elf Jahre hat er ihr Schicksal mitgetragen. Nach ihrem Tod initiierte er die Heidi-Fischer-Stiftung als Treuhandstiftung der Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland, die sich die Förderung von behinderten Menschen im besonderen Maße auf die Fahnen geschrieben hat.

„Die Aufnahme- bzw. Fortführung einer künstlerischen Betätigung als sinnvollen Lebensinhalt zu sehen und die eigene Kreativität in Farben, Formen und Materialien umzusetzen, bedürfen hin und wieder auch einer gewissen Motivation,“ formulierte seinerzeit Martin Fischer, als er den Kunstpreis für Menschen mit Behinderung 2010 im Namen der Heidi-Fischer-Stiftung zum ersten Mal ausschrieb. 32 Bewerber reichten damals ihre Werke ein, aus denen eine fachkundige Jury die sechs Preisträger auswählte. Alle Werke wurden anschließend in einer Ausstellung in der Sparkasse öffentlich präsentiert.
In diesem Jahr wird nun dieser Kunstpreis zum zweiten Mal vergeben. Alle kreativen Künstler mit Behinderungen aus Jena und dem SHK sind erneut aufgerufen, ihre schöpferischen Arbeiten einzureichen und sich der Beurteilung durch die Jury zu stellen.

Ein Jurymitglied ist Ekkehard Engelmann, selbst Künstler, der sehr positive Erinnerungen an die letzte Vergabe hat. „Es ist beachtlich, wie viele Menschen sich mit Kunst beschäftigen - und gerade auch Menschen mit Behinderungen“, erzählt Engelmann, der auch Lehrer an der Musik- und Kunstschule Jena ist. „Künstlerisch tätig zu sein hat ein bisschen von dem, was ein Fußballer hat, wenn er ein Tor schießt“, wagt Engelmann einen ungewöhnlichen Vergleich. Gleichwohl wisse er, wie schwierig es sei, sich mit seinem Werk an die Öffentlichkeit zu trauen, schließlich sei es ein Stück des eigenen Lebens, das man da nach außen trägt. Selbst er als Kunstprofi frage sich da manchmal: Gibt es dafür überhaupt Rezipienten?

Natürlich hoffen die Organisatoren erneut auf eine sehr rege Beteiligung. Wie schon beim ersten Mal ist die Anton-Bauer-Stiftung für Behindertenhilfe mit im Boot, so dass die Preisgeldsumme noch deutlich erhöht werden konnte. Insgesamt stehen für die sechs Preisträger 1350 Euro zur Verfügung. Ausdrücklich sind die Laienkünstler aufgerufen, sich zu bewerben. Teilnehmen können Menschen ab 18 Jahre mit körperlichen, geistigen und/oder psychischen Behinderungen, die nicht erwerbsfähig sind.
Bewerbungen, die außer den Angaben zur eigenen Person auch ein Foto des Kunstwerkes enthalten sollten, können bis zum 30. Juni 2013 bei der Heidi-Fischer-Stiftung eingereicht werden. Die Ausstellung aller Werke und die Preisverleihung finden voraussichtlich im November 2013 statt.

Infos:
Ansprechpartnerin für alle Fragen ist Antje Bauer, Tel. 03641-679102.
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