So schön wie noch nie - Stadtkirche St. Michael

„Fast zu schade, um sie auf eine Höhe von 30 Metern hoch zu ziehen“, sagte Franz von Falkenhausen (re.) beim Anblick der neuen Wetterfahne, die Prof. Wolfgang Deurer (Mitte) entworfen hat. Hendrik Romstedt (li.) aus Arnstadt begleitete die Sanierung des Brautportals von der bildhauerischen Seite. Foto: Hausdörfer
Jena. Sie erstrahlt so schön wie lange nicht mehr, vielleicht wie noch nie: die Jenaer Stadtkirche St. Michael. An die permanent vorhandenen Baugerüste an der Kirche hatten sich die Jenaer 13 Jahre lang fast schon gewöhnt, doch jetzt sind sie gefallen. Für sicher lange Zeit, denn die grundhafte Außensanierung ist mit dem letzten Bauabschnitt, der Sanierung des Brautportals, abgeschlossen, wird das Gotteshaus in seiner Gesamtheit zu bewundern sein.
Wesentlichen Anteil an dem erfolgreichen Projekt hat der am 6. Oktober 1996 gegründete Kirchbauverein Jena, der unermüdlich Spenden für die Sanierung einwarb. Für insgesamt 11,3 Millionen Euro wurden seither der Kirchturm, der u.a. seine barocke Haube wieder erhielt, das Haupthaus und zuletzt das Brautportal unter strenger Beachtung denkmalschützerischer Belange restauriert.

Die Arbeiten am Brautportal setzten den architektonischen Höhepunkt der Sanierung. Hinter einer zweieinhalb schwarzen Schicht aus Gipsablagerungen kam mit Hilfe modernster Lasertechnik die Originalstruktur wieder ans Tageslicht. Eine besondere Schwierigkeit stellte der gotische Bogen dar, der in der Barockzeit aus Gründen der Tragfähigkeit durch einen weiteren Bogen abgestützt wurde. Dieses barocke Element wurde entfernt und durch eine unscheinbare, nicht ins Bauwerk eingreifende Stütze aus Stahlbeton ersetzt und damit das Ensemble auf seine gotische Struktur zurückgeführt. Das auffällige „Eisenoxid-Rot“, in dem sich das Brautportal jetzt zeigt, entspricht der mittelalterlichen Farbgebung.

Als „großen Glücksfall“ bezeichnet es der Kirchbauvereinsvorsitzende Franz von Falkenhausen, dass die Arbeiten am Brautportal sehr großzügig durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wurden.
Ein besonderes i-Tüpfelchen war am Tag der Enthüllung des Brautportals das Aufsetzten einer neuen Wetterfahne auf die Chorspitze. Vom Mittelalter bis zur ihrer Zerstörung zeigte die Fahne das Stadtwappen mit dem Schutzpatron Erzengel Michael. An diese Gestaltung lehnt sich auch die neue Wetterfahne an, die von Dombaumeister Prof. Wolfgang Deurer, der die ganzen Jahre die Kirchensanierung fachlich begleitete, gestaltet wurde. Die dreidimensional aus 2 mm starken Kupferblech gefertigte Wappendarstellung wiegt 110 kg, ist 1,35 breit und 1,55 Meter hoch, die Lanzenlänge beträgt 2.90 m. Das Auge des Drachens bildet eine rote Glaskugel mit 37 cm Durchmesser, die Weintrauben werden durch eine grün beschichtete geflochtene Stahlgliederkette dargestellt. Deurer selbst spricht von einem „lebendigen Stadtwappen“ und lobt die praktische Umsetzung seines Entwurfes durch Andreas Herbarth von der Firma Bennert als „Meisterwerk des Kunstschmiedehandwerkes“.
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