"Unsere Jüngste ist jetzt 500" - Glockenjubiläum in Kahla

Die Kahlaer Glocke "Maria" von 1516.
Kahla: Stadtkirche St. Margarethen |

Im Turm der Stadtkirche St. Margarethen in Kahla hängen vier wertvolle Bronzeglocken aus den Jahren 1415 bis 1516.

Dieses Vierergeläut ist von besonderem Wert durch die Verwendung verschiedener mittelalterlicher Schriftformen, sorgfältig gearbeitetem Glockenschmuck und durch seinen besonderen Klang.

Es ist ein großes Glück und Wunder, dass dieses Geläut durch die Jahrhunderte in seinem ursprünglichen Bestand erhalten geblieben ist. Auch in den Kriegen, als vielerorts die Glocken abgeliefert werden mussten, um in Geschütze umgegossen zu werden, blieben die Kahlaer Vier unangetastet.

Nach der Fertigstellung der Kirche 1495 wurde im Jahre 1516, zu Lebzeiten Johann Walters (des in Kahla vor 520 Jahren geborenen Musikers und "Kantors der Reformation"), durch den bedeutenden Erfurter Glocken- und Geschützgießer Heinrich Ciegeler die jüngste der vier Glocken, die Sonntagsglocke „Maria“ gegossen.

Heinrich Ciegelers Glocken sind bekannt durch ihre Größe (Durchmesser über 100 cm) und durch ihren vorzüglichen plastischen Schmuck. „Maria“ wiegt 1500 kg, hat einen Durchmesser von 137 cm und klingt im Ton E. Ein Schmuckrelief zeigt Maria, die das Jesuskind auf ihrem Arm hält. Die lateinische Inschrift auf der Glocke lautet:
Anno dni xvc xvi
Consolor viva flere mortua pelle noci
h c
(Im Jahr des Herrn 1516
Ich tröste, was lebt, beweine, was gestorben, vertreibe, was schädlich
Heinrich Ciegeler)

Alle 4 spätmittelalterlichen Bronzeglocken von Kahla hören und sehen Sie auf youtube (anklickbarer Link unten im Kommentar).
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