Unterwegs im „Königreich des Glücks“

Ein Blick auf den schneebedeckten 7316 Meter hohen „Jhomolhari“: Bhutan ist etwa so groß wie die Schweiz und grenzt an Indien sowie im Norden an Tibet (China). Der Himalaya prägt das Königreich, über 80 Prozent des Landes liegen über 2000 Meter Höhe. (Foto: (c) Roland Adlich)
 
Drei Wochen lang reiste Roland Adlich durch Bhutan und lernte eine einzigartige Kultur kennen. Ganz besonders beeindruckend für ihn: die unzähligen buddhistischen Tempel- und Klosteranlagen, wie Kloster „Taktsang“, auch als „Nest des Tigers“ bekannt. Es liegt an einer Felswand in 3000 Metern Höhe und ist nur zu Fuß erreichbar. (Foto: (c) Roland Adlich)
Der Gothaer Stadtplaner Roland Adlich bereiste das unbekannte „Bhutan“

Zwischen Indien und Tibet, ganz im Osten des Himalaya, liegt ein Königreich, in dem sich atemberaubende Natur und jahrhundertealte Kultur auf farbenprächtige Weise vereinen. Erst seit kurzem öffnete es seine Tore für Touristen. Auf der Suche nach genau solch einem Ort gelangt Roland Adlich ins südasiatische Bhutan. Der reiseerfahrene Gothaer, der in seiner Heimat nicht nur als Leiter des Stadtplanungsamts bekannt ist, sondern auch für die bebilderten Vorträge über seine jährlichen Touren durch ferne Länder, erlebt hier drei einzigartige Wochen und erfährt mehr über eine einzigartige „Glücksformel“. Anne-Kristin Henker hat mit Roland Adlich gesprochen.

Bhutan hat sich erst vor einiger Zeit für den Tourismus geöffnet. Wie haben Sie die Bewohner erlebt?
Die Bhutaner sind ein fröhliches und eigensinniges Volk. Dem Besucher treten sie mit großem Respekt entgegen und versuchen ihm jeden Wunsch zu erfüllen. Aus diesem Grund muss man selbst entscheiden, welche Wünsche angemessen sind und was man lieber lassen sollte.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?
Neben den buddhistischen Tempelanlagen und den großartigen, unberührten Landschaften, die gekrönt werden von schneebedeckten Gipfeln des Himalaya: Eine abendliche Tempelzeremonie! Etwa 200 Mönche beteten gemeinsam über eine Stunde, unterbrochen vom ohrenbetäubend Einsatz von Pauken, Posaunen und Hörnern. Ein anderes Mal durften wir einem Tempelfest beiwohnen: Mönche führten wilde Tänze in historischen Kostümen auf. Diese spirituellen Tänze wechselten sich ab mit Auftritten von Schülern, die in tänzerischer Form Umweltthemen aufgriffen. Der Schutz der Umwelt hat in Bhutan einen sehr hohen Stellenwert.

Wie verhält sich solch ein traditionelles Land in Bezug auf westliche Einflüsse?
Das Land sucht die Chance, die Vorteile der Globalisierung und Marktwirtschaft auszunutzen, ohne die eigene kulturelle Identität zu untergraben. Das spürt man auf Schritt und Tritt: Werbetafeln im westlichen Stil sind verboten; für Bhutaner ist es selbstverständlich, im öffentlichen Dienst die traditionelle Tracht, die „Kira“, zu tragen.

Warum wird Bhutan als „Königreich des Glücks“ bezeichnet?
In westlichen Ländern steht das Bruttosozialprodukt – also das finanzielle Wohlergehen – im Mittelpunkt. Bhutan ist ein Königreich, besitzt jedoch ein demokratisch gewähltes Parlament und eine Verfassung. In dieser ist das Glück der Menschen als „Gross National Happiness“, als „Bruttonationalglück“ der Bevölkerung, verankert. Das ist einmalig auf der Welt!

Was hat diese Reise nach Bhutan mit Ihnen „gemacht“?
Bhutan ist mit keinem anderen Land vergleichbar. Das Reisen hier ist anstrengend, gleichsam wieder komfortabel, weil einem jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird. Wenn man sich auf dieses Land und seine Leute einlässt, gewinnt man etwas Großartiges: Innere Ruhe und das Bewusstsein, dass unsere herkömmlichen Wertesysteme nicht der „Stein der Weisen“ sind. Glück ist nicht messbar.

Vielen Dank für das Gespräch!

Zur Person: Roland Adlich

Fernab des Massentourismus ganz individuell reisen: Einmal im Jahr packt Gothas Stadtplanungsamtsleiter Roland Adlich seinen Rucksack und ist für einige Wochen „weg“. Seine Reisen außerhalb Europas führten ihn bereits nach Indien, Thailand, Kambodscha, Bali, Tansania, Kuba, Costa Rica oder Kolumbien. In Bildreportagen stellte er sie anschließend in seinem Heimatort vor. Adlich fotografiert seit 1965. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Im November 2013 reiste er mit seiner Frau und einem Freund durch Bhutan. Am 1.3. um 11 Uhr ist er mit dem Reisebericht im Rahmen des „Wettbewerbs der Kurzvorträge“ in der Jenaer Lichtbildarena zu erleben.

Roland Adlich zu erleben beim „Wettbewerb der Kurzvorträge“ der Lichtbildarena am 1.3.2015 in Jena
Die „schnellste Weltreise der Erde“ findet am 1. März in der Lichtbildarena statt! Von „A“ wie „Afrika“ bis „Y“ wie „Yoga in Indien“ – insgesamt 12 Teilnehmer aus ganz Deutschland präsentieren in jeweils 15 Minuten ihre Reise- und Foto-Projekte beim Newcomerwettbewerb. Die Leinwandreise startet um 11 Uhr am Baikalsee, führt mit Roland Adlich nach Bhutan, danach in die Mongolei und das Minsener Oog. Ab 14 Uhr geht es weiter nach Afrika, durch „9 Länder“, Äthiopien und Myanmar, bevor ab 16:30 Uhr mit der Unterwasserwelt, Indien, dem Kaukasus und Neuseeland die letzten Ziele auf dem Reise-Programm stehen.
Die Jenaer „Lichtbildarena” zählt zu den größten Reise-Show-Foren Deutschlands und steht für ausdrucksstarke Bilder, spannende Reiseberichte und erlebte Information über Länder & Kulturen. Der Wettbewerb findet im Hörsaal 3 des Uni-Campus Jena, Carl-Zeiss-Straße 3, statt. Das gesamte Programm: www.lichtbildarena.de
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