Unterwegs ins Altertum

Jena: Schott Villa | Neue Ausstellung in der SCHOTT Villa vom 29. März bis 20. Mai

Unterwegs ins Altertum – Das Mittelmeer in Reisebildern und Otto Schotts Erinnerungen

Vor mehr als 100 Jahren waren Reisen in ferne Länder noch ein Abenteuer. Fernab vom Massentourismus der heutigen Zeit, unterwegs mit der Kutsche oder auf dem Pferderücken, auf holprigen Straßen und staubigen Wegen, später mit der Eisenbahn, kamen die Reiselustigen in Berührung mit den Altertümern längst vergangener Kulturen. Literatur mit Beschreibungen der besuchten Orte und „Sehenswürdigkeiten“ entfachte im 19. Jahrhundert eine wahre Reiselust. Hinzu kam der Drang nach Bildung, um den Idealen der Gesellschaft gerecht zu werden. Reisen zu bedeutenden antiken Stätten in Italien, Griechenland oder der orientalischen Welt waren dabei besonders beliebt.

Vom 30. März bis 20. Mai können die Besucher der SCHOTT Villa, Otto-Schott-Straße 13 in Jena selbst einen Ausflug zu diesen Orten unternehmen. Gezeigt werden historische Fotografien aus der Dia- und Fotothek des Lehrstuhls für Klassische Archäologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Neben historischen Stadtansichten sind wichtige archäologische Monumente zu sehen, wie das Colosseum in Rom ohne die heutige Bebauung oder die Athener Akropolis während der Ausgrabungen. Seit der Einführung der Klassischen Archäologie als akademische Disziplin im Jahre 1846 wurde die Sammlung aufgebaut und über Jahrzehnte systematisch erweitert. In einem Zeitalter, das ohne moderne Bildmedien auskommen musste, spielte sie eine wichtige Rolle in den Lehrveranstaltungen der Altertumswissenschaften.

Die über 1000 Bilder umfassende Sammlung besteht hauptsächlich aus historischen Fotografien, unter anderem des Kunsthistorikers und Fotografen Dr. Franz Stoedtner (1870-1944), der in Berlin einen Verlag für Lichtbilder betrieb. Daneben gibt es eine Reihe von privaten Aufnahmen, beispielsweise von den Reisen des Kirchenhistorikers Hans Lietzmann (1875-1942). Hinzu kommen Skizzen und Stiche aus der Zeit des 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

„Mit der Ausstellung in der SCHOTT Villa wollen wir diese seit Jahrzehnten verborgene Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt Dr. Dennis Graen, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Klassische Archäologie und Kustos der Sammlung. „Die Aufnahmen sind trotz ihres Alters von erstaunlich guter Qualität und haben für uns einen hohen dokumentarischen, archäologischen sowie kunsthistorischen Wert.“ Besonders bedeutend sind Aufnahmen von Monumenten, die sich heute in baulich verändertem Zustand präsentieren oder gar nicht mehr existieren.

Im Dialog mit den Fotografien zeigt die Ausstellung Reiseerinnerungen bedeutender Jenaer Persönlichkeiten. Die Reiselust des ehemaligen Hausherrn Otto Schott (1851-1935) ist bekannt: In Italien kannte er sich gut aus und drei Mal, in den Jahren 1891, 1902 und 1912, machte sich Schott auf den Weg nach Konstantinopel. Wie immer, wenn er unterwegs war, wusste er Geschäfts- und Bildungsreise miteinander zu verbinden.

Auch der Botaniker Carl Haussknecht (1838-1903) oder der Althistoriker Walther Judeich (1859-1942) kommen als Reisende zu Wort. Sie alle stammten aus verschiedenen Berufsgruppen, hatten aber eines gemeinsam: die Begeisterung für die Altertümer der Antike. Davon sprechen noch heute die Briefe und Tagebücher ihrer Expeditionen. Zu sehen sind außerdem archäologische Souvenirs von antiken Stätten, die für die Dekoration des eigenen Wohnhauses oder ebenfalls in der Lehre Verwendung fanden.



Eröffnung der Ausstellung: Dienstag, 29. März, 17 Uhr, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 13 bis 17 Uhr
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