“Ursonate” von Kurt Schwitters erklingt im KulturGut Cospeda

Wann? 21.04.2013 17:00 Uhr bis 21.04.2013 18:00 Uhr

Wo? KulturGut, An den Linden 17, 07751 Jena DE
Dada-Kaliigraphie von Norico Kimura
Jena: KulturGut | Dadaistische Sprechchöre

Im Rahmen der “Dada-Dekade 2022” führt Michael von Hintzenstern (Weimar) am Sonntag, 21. April, um 17 Uhr im KulturGut Cospeda die “Sonate in Urlauten” von Kurt Schwitters auf. Ein Meisterwerk der Wort-Akrobatik, in dessen viertem Satz der Rezitator das Publikum mit dadaistischen Sprechchören einbeziehen und aufheizen wird Damit soll zugleich an eine “historische Begebenheit” erinnert werden.

Hintergrund

Der Berliner Komponist Stefan Wolpe (1902-1972), der Anfang der 1920er Jahre Kurse am Weimarer Bauhaus besuchte, berichtete 1962 in seiner New Yorker „Vorlesung über Dada” von einem Fußmarsch, den er gemeinsam mit Kurt Schwitters von Weimar nach Jena unternahm, wo dieser am Abend einen Auftritt hatte. Dabei kehrten die Wanderer in einem Landgasthof – vermutlich in Cospeda - ein, in dem der stimmgewaltige Künstler seinem jugendlichen Begleiter zum Erstaunen der Anwesenden Teile seiner noch unvollendeten „Ursonate“ vortrug. So zum Beispiel das Kopfmotiv: ”Fümms bö wö tää zää Uu, pögiff, kwii Ee”. Daran anknüpfend soll nun erstmals das gesamte Werk in Cospeda erklingen. Dazu gibt’s Kaffee, Tee und Kuchen!

Wolpe berichtete übrigens weiter, dass Schwitters nach seinen Darbietungen in Jena ein Glas öffnete, aus dem 40 weiße Mäuse über den Rand kletterten: „Ich habe noch nie solche Angstschreie, ein solches Kreischen gehört. Es sollte keine Provokation sein: Es war ein Akt, um eine extreme Grenzsituation herzustellen.”

Die „Dada-Dekade 2022” wurde 2012 von Michael von Hintzenstern ausgerufen, um den 100. Jahrestag des Internationalen Kongresses der Dadaisten und Konstruktivisten vorzubereiten, auf dem sich vom 25. bis 27. September 1922 die Speerspitze der europäischen Avantgarde in Weimar und Jena versammelte. Das Themenjahr 2013 steht unter dem Motto: „J(ott): Jena – Japan – Jenseits“.

Dada-Ausstellung in Jena

Die Galerie Kunsthof (Ballhausgasse 3) zeigt aus diesem Anlass seit 5. April die Ausstellung: „Richard von Gigantikow: mirnichtsdirnichts“. Der Künstler (mit bürgerlichem Namen: Reinhard Zabka) präsentiert hier bis 17. Mai eine Auswahl neodadaistischer Objekte und Fotocollagen aus dem von ihm geleiteten „Lügenmuseum“ in Radebeul, wie z. B. “Die Peitsche meiner Arbeitsvermittlerin“ oder „Flugblätter zur Verteidigung des höheren Blödsinns“. Zu sehen sind Arbeiten aus einem Schaffensprozess von drei Jahrzehnten bis in die Gegenwart hinein. Der gebürtige Erfurter gehörte in den 1980er Jahren zur oppositionellen Künstlerszene vom Prenzlauer Berg in Osterberlin, deren Wirken vom Staatssicherheitsdienst mit Arwohn verfolgt wurde.

www.dadamenta.eu
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Michael von Hintzenstern aus Weimar | 17.04.2013 | 23:51  
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