Wegweiser fürs Planetenhopping

Venus, Jupiter, Mars und Saturn: Die Kooperationspartner Katy Kasten-Wutzler (Galerie Stadtspeicher), Dr. Matthias Mann (Stadtspeicherverein), Dr. Hans Meinl (Planetarium) und Gudrun Vogel (Carl Zeiss Jena).
Jena: Planetarium | Kennen Sie den Jenaer Planetenweg? Nein, er liegt nicht im Damenviertel. Dort gibt es nur die Straße "Am Planetarium", die direkt zum Jenaer Sternentheater führt. Zwar entdeckten Jenaer Astrophysiker mit Hilfe der Spiegelteleskope im Observatorium Großschwabhausen erst im Sommer 2010 einen neuen Planeten, der eine Sonne am Rande unserer Galaxie umkreist.

Doch den "Planetenweg" als Straße in Jena werden selbst sie nicht ausmachen können, obwohl ihr Observatorium selbst ein Teil von ihm ist. Das klingt verwirrend, ist aber schnell erklärt: Der "Planetenweg" ist die Bezeichnung für ein touristisches Projekt, das auf eine Idee des ehemaligen Theaterhaus- Geschäftsführers Roman Rösener zurückgeht und vom Stadtspeicher-Verein in Kooperation mit dem Zeiss-Planetarium verwirklicht wurde.

Das Prinzip des Planetenwegs ist folgendes: Ausgehend von einer symbolisierten Sonne, die sich im obersten Geschoss des Stadtspeichers am Markt 16 befindet, sind Texttafeln für die Planeten unseres Sonnensystems an Gebäuden platziert, die die unterschiedlichen Entfernungen der Planeten zur Sonne verdeutlichen. Der dafür gewählte "krumme" Maßstab von 1:695 Millionen ermöglicht es, innerhalb gewisser Toleranzgrenzen viele markante Gebäude in den Planetenweg einzubeziehen.

So befindet sich die Tafel für den Merkur am Rathaus, die für die Venus an der Stadtkirche, für die Erde am Uni-Hauptgebäude, für den Mars am Zeiss- Planetarium, für den Jupiter am Angergymnasium, für den Saturn am Kuppelgebäude des Zeiss-Betriebes an der Carl-Zeiss- Promenade, für den Uranus an der Lobdeburgschule und für den Neptun am oben genannten Observatorium Großschwabhausen. Interessantes Rechenbeispiel: Ein Wanderer der ganz gemütlich mit einer Geschwindigkeit von 1.5 Stundenkilometern dahinspaziert, bewegt sich proportional genau mit der Lichtgeschwindigkeit. In 3,2 Minuten erreicht er die Merkur-Tafel am Rathaus, die gleiche Zeit braucht das Licht von der Sonne zur Merkur- Oberfläche.

Die Venus an der Stadtkirche erreichen der Wanderer und die Strahlen der Sonne in knapp sechs Minuten, die Erde am Uni- Hauptgebäude am Fürstengraben in 8,3 Minuten und den Mars am Planetarium als letzten Planeten des inneren Kreises in 12,5 Minuten. Auf der Strecke geblieben ist übrigens der arme Pluto. Obwohl schon ewig als neunter und äußerster Planet des Sonnensystems gehandelt, wurde ihm 2006 auf einem großen Astronomenkongress der Planeten-Status aberkannt, er gilt seitdem nur noch als Zwergplanet. Wäre der Jenaer Planetenweg einige Jahre früher eingerichtet worden, hätte der Pluto auch noch seine Tafel erhalten, nach AASchätzungen so 13 bis 14 km vom Jenaer Markt entfernt.

Erstmals eingeweiht wurde der Planetenweg schon 2009 anlässlich des Jahres der Astronomie, allerdings noch sehr unvollständig. Seither wurde das Konzept noch etwas überarbeitet, fehlenden Tafeln ergänzt. "So richtig rund", meint Dr. Matthias Mann vom Stadtspeicherverein, "ist das Projekt allerdings erst durch den jetzt erschienen Kartenschuber zum Planetenweg."

22.12.2010
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