Yoga in Indien

Sieben Monate lang reisten Jadwiga Wenke und der Jenenser Thomas Aurich auf den Spuren des „Yoga“ durch Indien und hatten dabei eindrückliche Begegnungen mit weisen alten Männern, den sogenannten „Babas“. (Foto: Thomas Aures)
 
Jadwiga Wenke und Thomas Aures erlebten und praktizierten Yoga in Indien nicht als „Sport“, sondern als das, was es eigentlich ist: Eine uralte Heilkunst und achtsame Lebensweise, die dem Prinzip der Gewaltlosigkeit folgt. (Foto: Thomas Aures)
Thomas Aures aus Jena und seine Freundin erleben eine ganz besondere Auszeit vom Job

Der gebürtige Jenenser Thomas Aures und Freundin Jadwiga Wenke leben in Berlin – bis zu jenem Tag im Mai 2014, an dem sie ihre Jobs an den Nagel hängen, die Wohnung in Kisten packen und nach Frankfurt fahren. Ihr Ziel heißt Indien, ihr Weg ist Yoga. Das Besondere an ihrer siebenmonatigen Auszeit: Anstatt die unzähligen Tempel und Sehenswürdigkeiten abzuklappern oder halsbrecherische Trekkingtouren zu unternehmen, widmen sie sich einzig und allein dem Yoga!

Wie kam es zu der Auszeit?
Wir mussten mal raus! Wir hatten anstrengende Jahre hinter uns: Jadwiga mit ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin, ich mit meiner Filmproduktionsfirma. Wir sehnten uns danach, unsere kleine Welt mal wieder gründlich auf den Kopf zu stellen: Sich ein bisschen das Herz durchpusten zu lassen, Altes über Bord zu werfen, Neues zu durchdenken. Raus aus der Sicherheit, rein in die Freiheit. Da schien uns Indien gerade recht.

Auf welche Wege hat Euch das Yoga geführt?
Unterwegs in Richtung Cape Comorin, dem Südzipfel des riesigen Landes, besuchten wir bestimmte Yoga-Orte, trafen besondere Lehrer und weise alte Männern. Wir blieben immer lange genug, um mit Einheimischen in näheren Kontakt zu kommen. Yoga hat uns in vielen Situationen Türen zu Familien geöffnet, durch die man sonst nicht kommt: Wir wurden zu religiösen Zeremonien oder Geburtstagen eingeladen.

Wie sahen ein „besonderer Yoga-Ort“ und der Alltag dort aus?
In einer Provinzhauptstadt an einem Ausläufer des Himalaya, just zwischen den beiden heiligen Flüssen Ganges und Yamuna, leben und lehren Swati und Rajiv Chanchanji in ihrer wunderschönen Yogahalle inmitten eines paradiesischen Gartens. Sechs Wochen lang lebten wir dort in einer Yoga-WG. Meist hatten wir vier Stunden Unterricht in Yoga und Pranayama, der Atmung, dazu drei Stunden Selbstpraxis, von Zeit zu Zeit Vorlesungen über die uralte vedische Philosophie, Kunstgeschichte und Literatur. Wenn dann noch Zeit war, konnten wir die umfangreiche Bibliothek nutzen, die so ziemlich jede wichtige Publikation über Yoga enthält.

Welche Begegnung hat Euch am meisten beeindruckt?
Besonders beeindruckt haben uns die vielen Begegnungen mit dem Tod. Das menschliche Ende gehört in Indien zum Leben dazu und verliert in Anbetracht der Reinkarnation seinen Schrecken. In Indien ist es nicht ungewöhnlich, dass sich ein Mann nach seinem 60. Geburtstag von Familie und Freunden abwendet, um sich in Abgeschiedenheit und Askese auf den Tod vorzubereiten. Diese wandernden alten Männer, Babas genannt, begegnen einem überall in Indien. Ihre Geschichten zu hören war verstörend und faszinierend zugleich: Für unsere europäischen Köpfe sind die Schilderungen vom glücklichen Sterben manchmal ganz schön harte Kost. Wie schön, dass sich auch diese Alten von uns fotografieren ließen, so können wir die Fotos der philosophierenden Babas bei der Lichtbildarena zeigen.

Mit welcher „Erkenntnis“ kamt ihr zurück?
Der Erfolgreiche bekommt, was er will. Der Yogi liebt, was er bekommt.


Hintergrund:

Thomas Aures und Jadwiga Wenke

Der gebürtige Jenenser Thomas Aures (38) studierte Orientalistik und führte von 2007 bis 2014 in Berlin seine eigene Fernsehproduktionsfirma, die internationale Dokumentationen für 3sat, Arte und ZDF produzierte und ihn zum Nordpol, durch den Nordatlantik und den Nahen Osten führte. Jadwiga Wenke (27) stammt aus der zweisprachigen Oberlausitz und reiste nach dem Abitur nach Rom, durch Portugal und Indien. 2009 arbeitete die angehende Journalistin als Redaktionsvolontärin in Berlin, wo sich das Paar kennenlernte. Gemeinsam reisten sie auf dem Mississippi, durch die Pyrenäen und Kalifornien. Wenke ist heute Physiotherapeutin, Aures führt seit 2015 das Immobilienverwaltungsunternehmen seines Vaters in Jena weiter. Am 1.3. ab 11 Uhr sind beide mit dem Reisebericht im Rahmen des „Wettbewerbs der Kurzvorträge“ in der Jenaer Lichtbildarena zu erleben.

„Wettbewerb der Kurzvorträge“ der Lichtbildarena am 1.3.2015 in Jena
Die „schnellste Weltreise der Erde“ findet am 1. März in der Lichtbildarena statt! Von „A“ wie „Afrika“ bis „Y“ wie „Yoga in Indien“ – insgesamt 12 Teilnehmer aus ganz Deutschland präsentieren in jeweils 15 Minuten ihre Reise- und Foto-Projekte beim Newcomerwettbewerb. Die Leinwandreise startet um 11 Uhr am Baikalsee, führt nach Bhutan, danach in die Mongolei und das Minsener Oog. Ab 14 Uhr geht es weiter nach Afrika, durch „9 Länder“, Äthiopien und Myanmar, bevor ab 16:30 Uhr mit der Unterwasserwelt, „Yoga in Indien“, dem Kaukasus und Neuseeland die letzten Ziele auf dem Reise-Programm stehen.
Die Jenaer „Lichtbildarena” zählt zu den größten Reise-Show-Foren Deutschlands und steht für ausdrucksstarke Bilder, spannende Reiseberichte und erlebte Information über Länder & Kulturen. Der Wettbewerb findet im Hörsaal 3 des Uni-Campus Jena, Carl-Zeiss-Straße 3, statt. Das gesamte Programm: www.lichtbildarena.de
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