Zirkus - Großes Leid für Wildtiere

Lediglich etwas Stroh kann dem Nashorn der Beschäftigung dienen. (Zirkus Voyage, Gastspiel in Jena 2010)
Schlägt der Zirkus in der Stadt seine Zelte auf, sind Groß und Klein fasziniert von der bunten und spannenden Zauberwelt der Manege. Doch was für die Menschen amüsant ist, bedeutet für die Tiere meist ein verborgenes, lebenslanges Leid. Sie werden ihrer Freiheit, Selbstbestimmung und ihrer Würde beraubt. Natürliche Bedürfnisse und Verhaltensweisen (Bewegungs- und Territorialverhalten, Sozial- und Komfortverhalten, Spiel- und Erkundungsverhalten usw.) werden unterdrückt. Die Tiere verbringen ihr Leben zum großen Teil im Transportwagen und in engen Käfigen. Sie werden durch den ständigen Transport und Wechsel der Gastspielorte, durch die nicht verhaltensgerechte Unterbringung, durch unnatürliche Klimaverhältnisse sowie durch häufig mangelhafte Ernährung und Pflege andauerndem Stress ausgesetzt. Zudem entsprechen die mit fraglichen Methoden antrainierten Kunststücke in keiner Weise dem natürlichen Verhaltensrepertoire. Die Folgen für die Tiere sind schwerwiegend und äußern sich in Verhaltensstörungen, Erkrankungen, aber auch in Todesfällen.

Verschiedene EU- und Nicht EU-Länder (z. B. Bulgarien, Schweden, Österreich, Indien) haben bereits die Mitführung von Wildtieren im Zirkus verboten oder eingeschränkt. Auch im Hinblick dessen, dass der Tierschutz in Deutschland als Staatsziel im Grundgesetz verankert wurde, ist das Fehlen entsprechender Regelungen in unserem Land ein Armutszeugnis. Umso wichtiger ist es, dass ein Umdenken in den Köpfen der Menschen eintritt.

Ein Zirkusunternehmen, welches fahrradfahrende Braunbären, Kopfstand machende Elefanten oder mit Anzug und Schleifchen gekleidete Affen darbietet, lässt in den Kinderköpfen ein falsches Bild von den Tieren entstehen. Sie lernen dabei, dass man Mitlebewesen zum eigenen Vergnügen benutzen darf. Im Gegensatz dazu sollten sie vielmehr mit einem gesunden Bewusstsein für die Tiere und deren natürlichen Bedürfnisse aufwachsen.
Das heutige Kultur- und Freizeitangebot ist breit gefächert und kann Erwachsenen und Kindern Spaß und Freude bieten – ohne dass dafür Wildtiere ein trauriges Dasein führen müssen.

Kerstin Wuthenow / Tierschutzverein Jena e. V.
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3 Kommentare
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Chris hofger aus Weimar | 12.07.2011 | 15:02  
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Kerstin Wuthenow aus Jena | 13.07.2011 | 19:02  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 27.12.2012 | 17:38  
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