Zwischen Realität und Traum - Malerei von Undine Bandelin

Mit einer interessanten Ausstellung kehrt Undine Bandelin in ihre Heimatstadt zurück. Foto: Hausdörfer
JENA. „Ich war mir sicher, es handle sich um eine Verwechslung“. Dieser rätselhaft anmutende Satz ist der Titel der neuen Malereiausstellung in der Villa Rosenthal. Eine Vorahnung, was den Betrachter wohl hier erwartet, lässt er nicht zu. Auch die ausgestellten Bilder lassen keine greifbare Deutung zu, behauptet die Künstlerin. Oder vielleicht doch? Für individuelle Sichtweisen und Interpretationen lassen die Werke auf alle Fälle viel Raum.
Mit Undine Bandelin kehrt eine junge Künstlerin nach Jena zurück, die 1980 hier geboren und aufgewachsen ist. Ihre Liebe zur Kunst in ihren verschiedenen Spielarten entwickelte sich schon im Jugendalter, eine erste Ausbildung erfuhr sie an der hiesigen Künstlerischen Abendschule. Folgerichtig begann sie ein Studium der „Freien Kunst“ an der Weimarer Bauhaus-Universität. Doch bald bemerkte sie, dass ihre eigentliche Passion das Gestalten mit Farbe und Pinsel ist und wechselte zum Studium der Malerei an der Burg Giebichenstein in Halle, wo sie 2011 Meisterschülerin von Prof. Ute Pleuger wurde. Zurzeit lebt sie als freischaffende Künstlerin in Leipzig.
Bei ihren Arbeiten bevorzugt sie zwei Techniken, die beide in der Exposition in der Villa Rosenthal zu sehen sind. Zum einen sind es die großformatigen Gemälde, bei denen sie mit einer Farbe beginnt und die Bilder nach und nach in einem ständigen Entwicklungsprozess, ohne vorgegebene Richtung, entstehen. „Die Idee entwickelt sich während des Malens“, erklärt die Künstlerin im AA-Gespräch. Dynamisch verdichten sich Zustände und Energien zu absurden Szenarien. Zwischen kraftvollen Farbaufträgen und sensiblen zeichnerischen Details wachsen die Charaktere auf den Formaten. „Die Dramatik der Bilder entsteht dabei nicht in der Handlung, sondern im Zwischenspiel der Figuren, der Psychologie, die jeder für sich selbst entdecken muss“, so Undine Bandelin.
Ganz anders die Herangehensweise bei ihren Grafikserien. Hier druckt die Künstlerin im Siebdruckverfahren Motive, zum Beispiel von Fotos, mehrfach auf Papier, die sie anschließend übermalt und verfremdet und so in immer wieder in neue Kontexte stellt. So kann ein Geschehen durch kleine Änderungen der Details eine völlig neue Entwicklung bekommen.
Bis zum 8. September kann die Ausstellung von Undine Bandelin wochentags von 13 bis 17 Uhr in der Villa Rosenthal besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.
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