Als Hundecoach trainiere ich hauptsächlich die Halter

Ob beim Gassigehen, zu Hause oder bei der Begegnung mit anderen Hunden: Hundetrainer Thomas Scherf arbeitet vor Ort mit Hund und Halter und hilft dabei, problematische Alltagssituationen zu lösen. (Foto: Thomas Scherf)
 
Mit Labradorrüde Eddie fing 2011 alles an: Thomas Scherf wollte seinen cleveren, energiegeladenen Vierbeiner „verstehen“ lernen, um ihn auszulasten. Die Beschäftigung mit dieser neuen Welt ließ ihn nicht mehr los und führte ihn zu einer Ausbildung als Hundetrainer. (Foto: Thomas Scherf)
Hundetrainer Thomas Scherf hilft Hunden und Haltern, sich besser zu verstehen

Ein „Hundeflüsterer“ ist er noch nicht, jedoch auf dem besten Weg dahin! Ob Fifi oder Rambo, Mops oder Dogge, Herrchen oder Frauchen – Thomas Scherf hilft Menschen und Hunden dabei, sich besser zu verstehen. „Auf den Hund gekommen“ ist der 40-jährige 2011, als Labradorrüde Eddie bei ihm einzog. In einer einjährigen berufsbegleitenden Ausbildung qualifizierte sich der Sömmerdaer zum zertifizierten „Hundetrainer mit verhaltenstherapeutischen Kenntnissen“. Seit Januar hilft er dort, wo die allgemeine Ausbildung einer Hundeschule nicht mehr ausreichend greift: Bei individuellen Problemen zwischen Menschen und ihren treuen Vierbeinern.

Was macht ein Hundecoach im Unterschied zu einer klassischen Hundeschule?
Nach der klassischen Ausbildung in der Hundeschule sind Hund und Halter auf sich gestellt und müssen den gemeinsamen Alltag alleine meistern. Wenn etwa der Postbote jeden Tag verbellt wird, die Dackeldame die Wohnung als ihr Revier sieht und gegenüber Gästen verteidigt, der Riesenschnauzer zu Hause die Couch „frisst“ oder Familienzuwachs ansteht, dann braucht man einen Spezialisten vor Ort! Genau da komme ich ins Spiel. Hunde werden nie unsere Sprache lernen, aber wir können ihre lernen – dabei helfe ich Hundehaltern quasi als Vermittler.

Wo lauern die häufigsten Probleme zwischen Hund und Herrchen?
Das ist gar nicht so einfach zu sagen. Sehr oft macht das entspannte Laufen an der Leine Probleme, das In-der-Wohnung-alleine-lassen, Abrufen im Freilauf, Begegnung mit anderen Hunden oder einfach die Kommunikation zwischen Hund und Halter. Häufig ist auch Beratung in Sachen Ernährung oder Beißhemmung gefragt.

Wie sieht Ihre Arbeit im Konkreten aus?
Ich schaue mir vor Ort die als problematisch geschilderte Situation an und begegne ihr ganz unvoreingenommen. Jeder Hund, jeder Halter ist anders und braucht eine auf ihn zugeschnittene Lösung. Oft sind es schon kleine Veränderungen im Umgang mit dem Hund, die Erfolge bringen und zu einem viel entspannteren Miteinander führen, etwa das richtige Zeichen zur richtigen Zeit, der richtige Schlafplatz oder die richtige Auslastung des Hundes. Dabei lege ich Wert darauf, dass Mensch und Hund sich mit gegenseitigem Respekt begegnen. Direkte oder indirekte Gewalt mit „Hilfsmitteln“ wie Stachel- oder Würgehalsband sind für mich ein absolutes No-Go. Wichtig sind Ruhe und Geduld, schließlich sind Hunde Lebewesen, die man nicht mal eben umprogrammieren kann. Auch wenn es Hundetrainer heißt, trainiere ich doch eigentlich immer die Halter...

Welche Möglichkeiten gibt es, einmal eingespielte Macken „herauszutrainieren“?
Ein und dasselbe Verhalten bei verschiedenen Hunden kann völlig unterschiedliche Vorgehensweisen erfordern, daher gibt es nicht „die“ Methode für das eine oder andere. Das Gute ist: Ein Hund lernt sein Leben lang – es ist also nie zu spät! Je nach Problem sieht man schnell Erfolge oder muss monatelang trainieren. Oft kann ich schon beim ersten Treffen zeigen, dass der Hund etwa beim Leinelaufen in der Lage ist zu begreifen, was man von ihm möchte und es sogar kann. Zu sehen, wir ihr Hund dann folgen kann und entspannt, ist für den Halter oft ein Aha-Moment und bringt die entscheidende Motivation.

Über welche Themen sollten sich (zukünftige) Hundebesitzer besonders gut informieren?
In letzter Zeit bin ich zwei Themen sehr häufig begegnet: „Wie gehe ich mit meinem Hund um, wenn ein Baby in die Familie kommt?“ Ein Thema, das oft unterschätzt wird! Und: „Was kann ich tun, damit mein Hund keine Giftköder frisst?“ Leider auch ein Themengebiet, das derzeit höchste Aufmerksamkeit fordert!

Thomas Scherf
Thomas Scherf (40), hauptberuflich im eigenen Familienunternehmen in der Baumaschinenbranche tätig, erfüllte sich mit der nebenberuflichen Tätigkeit als Hundetrainer einen Traum: Im Oktober 2014 absolvierte er erfolgreich seine einjährige Ausbildung zum „Hundetrainer mit verhaltenstherapeutischen Kenntnissen“ an einem Berliner Institut und erhielt im Januar 2015 die Erlaubnis für das Hundetraining, die seit 1. August 2014 gemäß §11 Tierschutzgesetz vom Veterinäramt vorgeschrieben ist. Während seiner Ausbildung sowie bei der Arbeit mit seinen ersten Kunden stellt er fest: „Auch wenn ich „Hundetrainer“ bin, trainiere ich doch eigentlich immer die Halter...“
Weiterführende Infos: www.thomasscherf.de
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige