Archäologin mit Tier-Gen: Verena Paul-Zinserling aus Jena erinnert sich an Pferde und Hunde, die ihr Leben bereichert haben

Verena Paul-Zinserling mit Golo. Hunde und Pferde begeliteten ihr Leben.

Manchmal lassen einem die Träume der Kindheit das ganze Leben nicht mehr los. Verena Paul-Zinserling kann das nicht nur bestätigen. Sie hat darüber sogar ein Buch geschrieben.


Als junges Mädchen hätte sie so gern einen Hund gehabt. Doch ihre Mutter war nach dem Tod ihres Vaters im zweiten Weltkrieg alleinerziehend. Zeit und Geld waren knapp. So sorgt das Mädchen mit den flachsblonden Haaren für die Tiere in der Nachbarschaft. Auch die Liebe zu Pferden konnte sie in jenen Jahren in ihrer Geburtsstadt Zeitz nicht ausleben. Doch das „Tier-Gen“, wie sie es selbst bezeichnet, war ihn ihr. Ihr Vater ritt gern. Der Urgroßvater mütterlicherseits probierte sich als Hundezüchter.

Geschichten über Huf und Halsband niedergeschrieben


„Nach dem Studium wollte ich unbedingt reiten erlernen“, berichtet sich Paul-Zinserling. Ihre Erinnerungen an die Pferde und auch Hunde, die seither ihr Leben begleiteten haben, hat sie in ihrem Buch „Huf und Halsband“ niedergeschrieben, das im Jenaer Format-Verlag erschienen ist. Persönliche Erinnerungen verweben sich darin mit Alltagsbeschreibungen. Sie zeigen, dass Reitsport schon zu DDR-Zeiten ein eher exklusiver Sport war. Nur eben unter anderen Voraussetzungen. „Es war sehr schwierig, Futterverträge zu bekommen“, erzählt sie. Diese gab es nur für Turnierpferde. So musste jeder private Pferdebesitzer auch Turnierreiten mit seinem Pferd arbeiten lassen. Und während heute der Kauf eines Pferdes nur eine Frage des Geldes ist, waren früher Beziehungen zwingend erforderlich. Detailliert beschreibt Paul-Zinserling, wie und wo sie damals ihre Pferde kaufte.

Vor acht Jahren ist die ehemalige Dozentin für Archäologie und Kustodin der Sammlung antiker Kleinkunst aus dem Universitätsbetrieb ausgeschieden. Auch im Ruhestand pflegt die Jenaerin weiter ihre Leidenschaft für Hund und Pferd. Schäferhund Golo ist heute ihr treuer Begleiter. Noch immer fährt sie jeden zweiten Tag nach Breitenhain. Dort leben auf einer großen Reitanlage ihre zwei Pferde. Lewis ist mittlerweile 23 Jahre alt und genießt seinen wohlverdienten Lebensabend. Mit Mashal ist sie noch regelmäßig unterwegs. Der Vollblutaraber ist Pferd Nummer 10. Doch die Liebe zu ihm ist ebenso groß wie zu ihren anderen vierbeinigen Lebensfreunden.

Ihre Erinnerungen möchte Verena Paul-Zinserling gern wachhalten. „Sie sollen nicht verloren gehen“, begründet sie. Deshalb hat sie ihre Erlebnisse aufgeschrieben. Ein halbes Jahr hat sie an dem Buch gearbeitet. „Das fiel mir nicht schwer, schließlich habe ich mein Leben lang geschrieben.“ Waren es früher wissenschaftliche Abhandlungen, so verfasst sie heute Reiseberichte und eben jene Lebenserinnerung. „Ich bin keine Dichterin“, erklärt sie. Sie könne keine Romane mit erfundenen Personen schreiben. „Ich muss es erlebt haben.“ Und darüber hat sie viel zu erzählen.
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