Die Hilfe kommt von oben

Der leitende Pilot der Rettungsstation Ralf Plüch im „Christoph 70“, einem nagelneuen Eurocopter EC 135, beim Anflug auf den Verkehrslandeplatz Jena-Schöngleina. Foto: Hausdörfer
JENA-SCHÖNGLEINA. Eigentlich sind die „gelben Engel“ des ADAC die bekannten Pannenhilfe-Fahrzeuge auf unseren Straßen. Doch einen kleinen Schönheitsfehler hat diese Namensgebung schon: Autos können nun mal nicht fliegen. Viel treffender wäre diese Bezeichnung für die Hubschrauberflotte der Luftrettung des Autoclubs. „Wir müssten mal ernsthaft über eine Umbenennung nachdenken“, sagte Siegfried Wetterau, Vorstand des ADAC Hessen-Thüringen, letzte Woche bei der Vorstellung der Bilanz für das Jahr 2011 im Luftrettungsstützpunkt Jena-Schöngleina.

Insgesamt 1.364 Mal hob der Hubschrauber „Christoph 70“ im vergangenen Jahr in Schöngleina ab, fast genauso oft wie 2010. Das Gros der häufig lebensrettenden Einsätze (1.239) absolvierten die Rettungsteams in Thüringen, aber auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Hessen wurde ausgeholfen.
In Deutschland und Österreich heißen übrigens alle Rettungshubschrauber des ADAC und ÖAMTC „Christoph“ bzw. „Christophorus“ plus Kennzahl, in Erinnerung an den heiligen Christophorus, den Schutzpatron der Reisenden. Doch die Einsätze für Reisende, vornehmlich verunglückte Autofahrer, sind schon seit Jahren rückläufig. Nur noch rund acht Prozent der 1.364 Rettungsflüge gingen auf das Konto von Verkehrsunfällen, 48 Prozent waren internistische oder neurologische Einsätze, zum Beispiel bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Diese Entwicklung erklärt Dr. Jens Reichel, seit 1988 im Rettungsdienst tätig, zum einen mit dem demografischen Wandel und der älter werdenden Bevölkerung. Aber auch die Art der Verletzungen bei Verkehrsunfällen hätte sich aufgrund der technischen Weiterentwicklung der Fahrzeuge verändert. Oft führten Unfälle nur noch zu weniger schweren Personenschäden, andere verliefen hingegen gleich tödlich, weiß der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes für Jena aus eigener Erfahrung.

Ein Rettungsteam besteht immer aus dem Piloten, dem Notarzt und dem Rettungsassistenten, wobei die Aufgabenverteilung im Einsatz durchaus berufsübergreifend ist. So muss der Pilot bei der Erstversorgung eines Schwerverletzten schon mal den Arzt unterstützen, der Rettungsassistent kümmert sich während des Fluges um die Navigation und den Funkverkehr.
Geholfen wird durch die „gelben Engel“ von Schöngleina ausnahmslos allen, die ihrer Hilfe bedürfen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sie krankenversichert sind.
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2 Kommentare
Simone Schulter aus Weimar | 26.01.2012 | 14:50  
1.296
Bernd Hausdörfer aus Jena | 26.01.2012 | 16:15  
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